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Internationale Standardisierung


ISO 19600: Der neue Standard zur Zertifizierung von Compliance-Management-Systemen
Die Managerhaftung existiert seit Jahrzehnten, praktiziert wurde sie aber bis vor wenigen Jahren eigentlich nicht

Von Prof. Dr. Peter Fissenewert*

(12.11.15) - Kaum ein anderes Thema hat die Wirtschaft in den vergangenen Jahren so beschäftigt wie Compliance. Noch unbekannt vor wenigen Jahren, hat sich über eine Gereiztheit zum Thema, über ein Wegschauen eine völlig neue Diskussion und Entwicklung ergeben. Auch scheinen die Diskussionen um den Umfang und die Definition zu Compliance noch nicht abgeschlossen, da liegt plötzlich eine ISO Norm vor, die ISO 19600 – und zwar als internationaler Standard.

Hintergrund der internationalen Standardisierung: Zwar gab es in der Vergangenheit erhebliche, gute Bemühungen um eine Standardisierung. Hier sticht sicherlich IDW PS 980 hervor. International verlässlich waren diese Standardisierungsversuche bislang nicht. Das ist jetzt anders. ISO 19600 ist inhaltlich aufgeräumt, übersichtlich und verständlich und arbeitet nach dem Prinzip der fortlaufenden Verbesserung. Das Verfahren stammt aus dem Qualitätsmanagement. Fast möchte man die Entwicklung einen Kulturwandel in der Gesellschaft nennen. So existiert zwar die Managerhaftung seit Jahrzehnten, praktiziert wurde sie aber bis vor wenigen Jahren eigentlich nicht.

Dieser Beitrag aus der Zeitschrift Risk, Fraud & Compliance (ZRFC) (Ausgabe 5, 2015, Seite 198 bis 205) wurde von der Redaktion von Compliance-Magazin.de gekürzt.

In voller Länge können Sie ihn und weitere hier nicht veröffentliche Artikel im ZRFC lesen.

Zeitschrift Risk, Fraud & Compliance (ZRFC) - Prävention und Aufdeckung in der Compliance-Organisation

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Im Überblick: ZRFC

Zeitschrift Risk, Fraud & Compliance (ZRFC)

  • Der Mindestlohn und seine Tücken

    Das Gesetz zur Regelung des Mindestlohns (Mindestlohngesetz (MiLoG)) ist am 16. August 2014 in Kraft getreten und hat bundesweit flächendeckend und branchenübergreifend einen Mindestlohn pro Zeitstunde festgelegt. Unter dem Mindestlohn versteht man das kleinste rechtlich zulässige Arbeitsentgelt, welches für die erbrachte Leistung des Arbeitnehmers zu entrichten ist. Der Schutz dieses Gesetzes dient dazu, Arbeitnehmer vor unangemessenen Niedriglöhnen zu schützen und Lohndumping entgegenzuwirken. Der Mindestlohn pro Zeitstunde beträgt seit dem 1. Januar 2020 9,35 Euro. Seit Einführung des Mindestlohns ist dieser damit kontinuierlich jährlich angestiegen. So betrug der Mindestlohn bei der Einführung zum 1. Januar 2015 noch 8,50 Euro. Im Jahr 2017 hat der Zoll, die zuständige Kontrollinstanz für Verstöße gegen das MiLoG, 2.500 Ermittlungsverfahren gegen Unternehmen eingeleitet, und in jedem zweiten Fall mussten Bußgelder gezahlt werden, sodass insgesamt 4,2 Millionen Euro zusammengekommen sind.

  • Reichsbürger und Selbstverwalter

    Dieser Beitrag untersucht sogenannte Reichsbürger und Selbstverwalter als einen Phänomenbereich politisch motivierter Kriminalität (Extremismus) im Kontext zu potenziellen Innentätern in Behörden und der Wirtschaft. Reichsbürger und Selbstverwalter sind Gruppierungen und Einzelpersonen, die aus unterschiedlichen Motiven und mit verschiedenen Begründungen - unter anderem unter Berufung auf das historische Deutsche Reich, verschwörungstheoretische Argumentationsmuster oder ein selbst definiertes Naturrecht - die Existenz der BRD und deren Rechtssystem ablehnen, den demokratisch gewählten Repräsentanten der BRD die Legitimation absprechen oder sich komplett außerhalb der Rechtsordnung stehend definieren.

  • Zweck des Vertrages & Risikosituation

    Die Eigenschaften des Vertrages als Risikoquelle und als Mittel zur Risikobehandlung sind zwar anerkannt, werden für die Zwecke des Risikomanagements jedoch nur unzureichend genutzt. Daher wird nachfolgend untersucht, welches konzeptionelle Verständnis des Vertragsrisikos zweckmäßig ist und wie die Verträge besser in das Risikomanagement der Unternehmen eingebunden werden können. Im Ergebnis wird der Begriff des Vertragsrisikos neu bestimmt, eine Liste der wichtigsten Vertragsrisiken vorgestellt sowie ein methodischer und organisatorischer Rahmen für ein vertragliches Risikomanagement aufgezeigt.

  • Unternehmen managen Ziele und nicht Risiken

    Das Institut für Finanzdienstleistung Zug (IFZ) der Hochschule Luzern und SwissERM (Swiss ,Enterprise Risk Management Association) führen seit 2015 regelmäßig umfangreiche Praxisumfragen mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen durch und publizieren die Ergebnisse im Enterprise Risk Management Report. In der letztjährigen Umfrage lag der Fokus auf dem Risk Management aus der Perspektive der Unternehmensführung. Es ließ sich feststellen, dass die Anforderungen an eine moderne, risikogerechte Unternehmensführung in vielen Schweizer Unternehmen noch nicht erfüllt sind, und dass Geschäftsentscheide sowie Planungsprozesse ohne den Einbezug des Risk Management erfolgen.

  • Russisches Wettbewerbs- und Kartellrecht

    Russland ist für deutsche Unternehmen ein attraktiver aber auch ein schwieriger Markt. In einem Länderreport Russland stellen wir die wesentlichen Bestimmungen zur rechtlichen Lage bezüglich des Compliance-Managements in Russland dar. Im ersten Beitrag (ZRFC, Ausgabe 2/2020) standen die Antikorruptionsgesetze im Mittelpunkt. Diese Ausgabe widmet sich dem Kartellrecht, dem Geldwäschegesetz und anderen Compliance-relevanten Vorschriften.

  • Entfällt die Arbeitsleistungserbringungspflicht?

    Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) verbreitet sich rasant weltweit und beherrscht die globalen Nachrichten sowie das gesamte öffentliche Leben. Es werden drastische Maßnahmen zur Durchbrechung der Infektionskette getroffen. Neben Schul- und Kitaschließungen werden öffentliche Veranstaltungen verboten und sogar ganze Regionen abgesperrt. Mit erheblichen Auswirkungen der Coronapandemie sehen sich zunehmend auch Arbeitgeber, Betriebe und Unternehmen konfrontiert. Arbeitgeber müssen zum einen ihre Mitarbeiter schützen, zum anderen aber auch Liefer- und Leistungsverpflichtungen gegenüber Geschäftspartnern erfüllen, um auch in diesen Krisenzeiten wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben. Die Ausbreitung des Coronavirus beeinflusst neben vielen anderen Bereichen gerade auch das tägliche Arbeitsleben stark. Jeder Betrieb/Unternehmen wird kurz- beziehungsweise langfristig vor erhebliche Herausforderungen gestellt, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

  • CEO-Fraud: Risiken für Unternehmen

    Wenn sich Betrüger als vermeintliche Geschäftsführer eines Unternehmens ausgeben, um hohe Geldsummen von nichtsahnenden Mitarbeitern zu stehlen, spricht man vom sogenannten CEO-Fraud. Obwohl zahlreiche Medienberichte aufzeigen, wie es diesen Betrügern anhand gefälschter E-Mails gelingt, mit geringem Aufwand jährlich Millionenbeträge zu entwenden, bleibt das Problem, welches sowohl internationale Konzerne als auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) betrifft, weiterhin bestehen. Der vorliegende Artikel zeigt auf, wie CEO-Betrüger vorgehen und unterbreitet Vorschläge zur effektiveren Bekämpfung beziehungsweise Prävention des Betruges.

  • Devisentermingeschäfte in Konzernen

    Die folgende Untersuchung wertet die Geschäftsberichte 2009-2018 von DAX-Gesellschaften außerhalb des Finanzsektors mit Blick auf getroffene Maßnahmen zur Absicherung von Währungsrisiken aus. Die Ergebnisse bieten einen explorativen Einstieg in das Währungsmanagement internationaler Großkonzerne. Die Behandlung von Währungseffekten gehört schon seit Langem zu den Kernaufgaben des unternehmerischen Risikomanagements.

  • Wenig Anreize für Compliance-Maßnahmen

    Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hatte am 23. August 2019 einen nicht abgestimmten Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität veröffentlicht. Am 21. April 2020 - drei Monate nach dem angekündigten Termin - geht nun ein abgestimmter Referentenentwurf zur weiteren Abstimmung an die Verbände. Das vielleicht Aufregendste an dieser Entwurfsfassung sind Namens- und Terminologieänderungen: Ursprünglich war das Artikelgesetz, dass den Rahmen um den eigentlichen Kern - das Gesetz zur Sanktionierung von verbandsbezogenen Straftaten, kurz Verbandssanktionengesetz oder VerSanG (als Entwurf im Folgenden E-VerSanG) - bildet, der "Bekämpfung der Unternehmenskriminalität" gewidmet.

  • Bestechung & Korruption bleiben ein Dauerbrenner

    Angesichts der Tatsache, dass die Compliance-Landschaft zunehmend komplexer wird und immer neue Richtlinien und Vorschriften hinzukommen, müssen weltweit tätige Unternehmen eine wachsende Anzahl von Gesetzen und Verbraucherwünschen berücksichtigen, um Risiken erfolgreich zu minimieren. In Deutschland beinhaltet dies die Erfüllung gesetzlicher Auflagen an zahlreichen Fronten. Was bedeutet das für Compliance-Manager? Was kostet uns Korruption? Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat festgestellt, dass der Kostenaufwand allein für Bestechung pro Jahr mehr als eine Billion US-Dollar beträgt. Hinzu kommen 1,6 Billionen US-Dollar für Korruption. Die OECD betont: "Es ist nicht nur eine Frage der Ethik - wir können uns eine solche Verschwendung einfach nicht leisten."