Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Vermögenswerte von mehreren Milliarden Euro


Fusionskontrolle: Europäische Kommission gibt grünes Licht für Übernahme bestimmter Lafarge- und Holcim-Vermögenswerte durch CRH
Die Kommission stellte fest, dass der Wettbewerb in bestimmten Gebieten des EWR in Bezug auf die Herstellung von Transportbeton, zementartigen Baustoffen, Zuschlagstoffen und Asphalt durch den geplanten Zusammenschluss nicht geschwächt werden dürfte, da alternative Anbieter vorhanden sind

(06.05.15) - Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme bestimmter Vermögenswerte der Schweizer Gesellschaft Holcim und der französischen Gesellschaft Lafarge durch den irischen Baustoffhersteller CRH nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Kommission ist zu dem Schluss gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt, da das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin ausreichendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt sein wird und den Verbrauchern auf allen betroffenen Märkten alternative Anbieter zur Verfügung stehen werden.

Das Vorhaben betrifft Vermögenswerte im Wert von mehreren Milliarden Euro, zu deren Veräußerung Holcim und Lafarge sich im Dezember 2014 verpflichtet haben, um von der Kommission die Genehmigung ihres Zusammenschlusses zu erhalten. Die Tätigkeiten von CRH überschneiden sich in einer Reihe von Bereichen, wie z. B. Zement, Zuschlagstoffe, Transportbeton und Asphalt, mit den zu veräußernden Geschäftsbereichen. Da die meisten dieser Baustoffe in geringer Entfernung von ihrem Herstellungsort verkauft werden, konzentrierte sich die Kommission bei ihrer Prüfung auf die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf Kunden, die in der Nähe der Produktionsstätten von CRH und der zu veräußernden Vermögenswerte angesiedelt sind.

Im Mittelpunkt der Prüfung standen die Folgen des geplanten Zusammenschlusses für den Wettbewerb auf dem Markt für Grauzement in drei Gebieten:
>> der Grenzregion zwischen Polen und der Slowakei,
>> der Grenzregion zwischen Frankreich und Belgien und
>> dem Vereinigten Königreich. Darüber hinaus betrachtete die Kommission die Wettbewerbssituation hinsichtlich Transportbeton, zementartigen Baustoffen, Zuschlagstoffen und Asphalt in mehreren Gebieten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

Im Vereinigten Königreich hat die Kommission insbesondere Überschneidungen in Südwales und Schottland geprüft und befunden, dass das Unternehmen auch nach dem Zusammenschluss Wettbewerbsdruck von Seiten großer integrierter Anbieter wie Hanson (HeidelbergCement), Cemex, Hope und LafargeHolcim sowie durch Importeure ausgesetzt sein wird.

In Bezug auf Frankreich, Belgien, die Slowakei und Polen ergab die Untersuchung der Kommission, dass die Marktanteile nur unwesentlich zunehmen und das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin eine Reihe von Wettbewerbern haben wird.

Die Kommission stellte ferner fest, dass der Wettbewerb in bestimmten Gebieten des EWR in Bezug auf die Herstellung von Transportbeton, zementartigen Baustoffen, Zuschlagstoffen und Asphalt durch den geplanten Zusammenschluss nicht geschwächt werden dürfte, da alternative Anbieter vorhanden sind.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Das Vorhaben wurde am 18. März 2015 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet. Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.7550 veröffentlicht.

Hintergrund
Das in Irland ansässige Unternehmen CRH Plc ist ein internationaler Konzern, der vor allem in der Herstellung und im Vertrieb einer breiten Palette von Baumaterialien wie Zement, Asphalt, Transportbeton und Baustoffen tätig ist. CRH erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 18 Mrd. EUR und beschäftigt rund 76 000 Mitarbeiter.

Holcim (Schweiz) und Lafarge (Frankreich) sind weltweit tätige Baustoffhersteller.

Am 15. Dezember 2014 hatte die Kommission die Übernahme von Lafarge durch Holcim unter Auflagen genehmigt. Der Beschluss sowie ergänzende Informationen zu dieser Wettbewerbssache sind im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.7252 zu finden.

Bei den von Holcim und Lafarge zu veräußernden Vermögenswerten handelt es sich um Produktionsstätten für Grau- und Weißzement, Zuschlagstoffe, Transportbeton, Asphalt und andere Baustoffe. Sie liegen in verschiedenen Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien) und sind Teil eines umfassenderen und global konzipierten Veräußerungspakets (das auch Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten, in Brasilien und Serbien sowie auf den Philippinen umfasst).
(Europäische Kommission: ra)


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff

    Die Europäische Kommission hat eine deutsche Regelung genehmigt, mit der die Installation von Elektrolyseuren für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und Wasserstoffspeicherung gefördert wird.

  • Schadstoffemissionen von Fahrzeugen

    Bessere Luft durch sauberere Fahrzeuge: Das Europäisches Parlament und der Rat der EU haben sich über die Euro 7-Verordnung zu Schadstoffemissionen von Fahrzeugen politisch geeinigt. Die Gesetzgebung betrifft die wichtigsten Luftschadstoffe, insbesondere Partikel, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe.

  • Strengere Regeln für ausgewiesene VLOPs

    Pornhub, Stripchat und XVideos zählen zu den sehr großen Online-Plattformen (VLOPs) und unterliegen damit entsprechend dem Gesetz über Digitale Dienste (DSA) zusätzlichen Pflichten. Das hat die EU-Kommission bekanntgegeben.

  • Finanzierung der umweltpolitischen Ziele

    Die EU-Kommission hat nach den EU-Beihilfevorschriften Änderungen an zwei deutschen Beihilferegelungen für stromintensive Unternehmen in Form einer Ermäßigung der Stromabgabe genehmigt. Die Maßnahmen wurden von der Kommission ursprünglich im Mai 2017 (SA.42393) und im März 2018 (SA.49416) genehmigt.

  • EU-weites System von Eisenbahnnetzen

    Deutschland setzt die EU-Vorschriften über den einheitlichen europäischen Eisenbahnraum nicht ordnungsgemäß um. Deshalb erhält es von der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-Vertragsverletzungsverfahrens ein ergänzendes Aufforderungsschreiben. Deutschland hat einige Richtlinienbestimmungen nicht ordnungsgemäß umgesetzt, die Kommission hatte deshalb bereits am 10. Oktober 2019 ein erstes Aufforderungsschreiben übermittelt.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen