Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Compliance-Herausforderung: EuroSOX


Umsetzung der Abschlussprüferrichtlinie der EU: Corporate Quality warnt vor Insellösungen bei Umsetzung von EuroSOX
IT-Beratungshaus sieht in prozessorientierten Kontrollsystemen Methode zur Vermeidung von Kosten und Aufwand


(19.03.08) - Das IT-Beratungshaus Corporate Quality Consulting GmbH warnt vor Insellösungen bei der Umsetzung der Abschlussprüferrichtlinie der EU (8. EU-Richtlinie), auch bekannt als "Euro-SOX". Bis zum 29. Juni 2008 muss sie in deutsches Recht umgesetzt werden.

"Unternehmen, die schon im Zusammenhang mit Sarbanes-Oxley Act (SOX), Basel II oder GoBS ein prozessorientiertes internes Kontrollsystem aufgebaut und etabliert haben, werden durch die EU-Richtlinie kaum erhöhten Aufwand feststellen", sagte Oliver Kuklok, Geschäftsführer der Corporate Quality GmbH.

Mit Hilfe der EU-Richtlinie sollen europaweit die Anforderungen an Abschlussprüfungen harmonisiert werden. Firmen sind aufgefordert, ein Risikomanagement aufzubauen, ein internes Kontrollsystem zu implementieren sowie einen Prüfungsausschuss einzurichten. Darüber hinaus müssen sich die Wirtschaftsprüfer selbst regelmäßigen Kontrollen unterziehen.

Im Unterschied zu SOX sind alle Unternehmen des öffentlichen Interesses von den Vorgaben betroffen. Teile der Richtlinie sind in Deutschland bereits in früheren Jahren in Gesetze wie das Bilanzrechtsreformgesetz (2004) und das Abschlussprüferaufsichtsgesetz (2005) eingeflossen. Zuletzt wurde 2007 das Berufsaufsichtsreformgesetz für Wirtschaftsprüfer veröffentlicht.

Vor dem Hintergrund immer komplexerer Unternehmensstrukturen, öffentlicher Bilanzskandale sowie einer Flut von schützenswerten Informationen jedweder Art erlangen Gesetze und Normen, die transparentes und kontrolliertes Vorgehen fordern, immer größere Bedeutung. Unternehmen sind gehalten, eine Vielzahl von neuen Anforderungen nachweislich in ihre Prozesse zu integrieren und sich von externen Prüfern bewerten zu lassen.

Wer jedoch interne Prozesse und Kontrollen nur aufsetze, um auf eine Compliance-Anforderung zu reagieren, werde mit hohem Kostenaufwand eine einmalig verwendbare Insellösung schaffen, die mit dem nächsten Gesetz oder Standard mit ähnlich hohem Aufwand aktualisiert und erweitert werden müsse, erwartet Kuklok. Schlimmstenfalls würden für die unterschiedliche Anforderungen parallele Kontrollsysteme aufgebaut, die in erster Linie Mehraufwand generierten, für die Unternehmensteuerung jedoch keinerlei Nutzen brächten.

Nach Ansicht von Corporate Quality sollten deutsche Unternehmen die Chance eines prozessorientierten Kontrollsystems proaktiv für die effiziente Steuerung der Unternehmensvorgänge nutzen. "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Firmen, die ihre Prozesse auf Basis eines validen Risikomanagements und eines umfassenden internen Kontrollsystems steuern, ohne größere Kosten und Probleme flexibel auf neue Gesetze reagieren können", meint Oliver Kuklok.
(Corporate Quality: ra)


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Vier Fragen rund um ESG

    Deutschland - so will es die Bundesregierung - soll ein führender Sustainable-Finance-Standort werden. Eine Schlüsselrolle bei der Transformation zur nachhaltigen Wirtschaft nimmt dabei der Mittelstand ein. Denn längst haben sich die ESG-Kriterien von der reinen Anlagestrategie der Kapitalmarkt-Elite zum entscheidenden Faktor für Geschäftsentscheidungen und die Unternehmensausrichtung entwickelt.

  • Konjunkturelle Entwicklung im Zeichen des Krieges

    Der russische Angriffskrieg in der Ukraine führt nicht nur zu unvorstellbarem Leid aufseiten der ukrainischen Zivilbevölkerung, er hat auch massive Auswirkungen auf die europäische und deutsche Wirtschaft. Zu Recht hat Bundeskanzler Olaf Scholz bereits wenige Tage nach Kriegsausbruch das Wort Zeitenwende benutzt, um die mit dem Krieg in Europa einhergehenden Konsequenzen zu umschreiben. Stand heute ist weder ein Ende des Krieges absehbar noch erkennbar, welche Szenarien oder Eskalationen noch eintreten können. Diese Unsicherheit belastet die Wirtschaft zusehends.

  • Meldung rechtswidriger Inhalte

    Morddrohungen, Beleidigungen, Volksverhetzung: Hass und Hetze haben im Netz ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Sie vergiften das gesellschaftliche Klima, unterdrücken die Meinungsfreiheit und gefährden die Demokratie. Deutschland hat mit dem im Oktober 2017 in Kraft getretenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) reagiert. Hiernach müssen soziale Netzwerke rechtswidrige Inhalte zeitnah löschen (§ 3 NetzDG) und seit 1. Februar 2022 beim Bundeskriminalamt (BKA) melden (§ 3a NetzDG).

  • Wie IT-Forensik die Demokratie schützt

    Eine Demokratie bietet den Menschen, die in ihr leben, viele Rechte und Freiheiten. Diese zu garantieren und zu schützen, ist Aufgabe des Staates. Exterro erläutert, wie digitalforensische Untersuchungen von Datenträgern, IT-Systemen und Kommunikationsverbindungen dabei helfen.

  • Hinter den Kulissen: Was Ransomware kostet

    Die Sicherheitsforscher von Check Point Research (CPR geben neue Einblicke in die Ransomware-Ökonomie, nachdem die Leaks der Conti-Gruppe und verschiedene Datensätze von Ransomware-Opfern weiter analysiert wurden. Das gezahlte Lösegeld ist nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Kosten eines Ransomware-Angriffs für das Opfer, denn CPR schätzt die Gesamtkosten auf das Siebenfache. Die Cyberkriminellen verlangen eine Summe, die sich am Jahresumsatz des Opfers orientiert und zwischen 0,7 und fünf Prozent liegt.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen