Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Compliance und Risikomanagement


Risikomanagement im Mittelstand: Frage um die persönliche Haftung von Geschäftsführern gewinnt ständig an Bedeutung
Fragestellungen der Compliance: Auch Mittelstand erkennt Notwendigkeit zum Risiko- und IT-Sicherheitsmanagement

(16.01.09) - Neben der Finanzmarktkrise, die die öffentliche Diskussion am Ende des Jahres 2008 dominiert hat, gewinnt die Frage um die persönliche Haftung von Geschäftsführern über Compliance und Risiko-Management ständig an Bedeutung. Auch die KECoS-Vortragsreihe "Brennpunkt IT-Sicherheit" hat gezeigt, dass die Notwendigkeit zum Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems mittlerweile allgemein erkannt wird, aber Probleme in der Umsetzung gesehen werden.

Hierbei zeigt sich zunehmend, dass die ISO 27001(IT-Sicherheitsmanagement) geradezu prädestiniert ist, um die Situation der IT-Sicherheit im Unternehmen zu analysieren und zu verbessern, was eine wesentliche Säule für eine verbesserte Compliance-Situation darstellt.

Die Vortragsreihe "Brennpunkt IT-Sicherheit", die vom Kompetenz-Zentrum Electronic Commerce Schwaben (KECoS) in Kooperation mit ortsansässigen IHKs in verschiedenen deutschen Städten organisiert wurde, ist bei den Geschäftsführern und EDV-Verantwortlichen des Mittelstands auf großes Interesse gestoßen. Hierbei wurde durch Tim Hoffmann von der UIMC nicht nur ein Einblick in die Hintergründe und Bedeutung des Aufbaus eines ISMS geboten, sondern auch Empfehlungen für Umsetzung sowie Prüfung und Zertifizierung gegeben.

Die ISO/IEC-Norm 27001 spielt als international anerkannte "Best Practice-Norm" eine besondere Rolle, um ein IT-Sicherheits-Managementsystem zu etablieren, welches auch mit Qualitätsmanagementsprozessen vereinbar ist. Großes Interesse kam hierbei aus dem Mittelstand bzw. von KMUs (kleinen und mittleren Unternehmen), was eine Vielzahl von Gesprächen zeigte.

Wenn die Auditierung/Zertifizierung nicht nur als Selbstzweck verstanden wird, wird ein Mehrwert für das gesamte Unternehmen generiert.

Nicht nur in Großunternehmen muss sich die DV zunehmend mit Fragestellungen der Compliance auseinandersetzen. Unternehmen unterliegen einer Vielzahl von Außen herangetragenen Anforderungen (sei es aus gesetzlicher oder marktrelevanter Sicht), die unmittelbar und mittelbar die DV-Systeme betreffen.

Es wird zunehmend erkannt, dass etwas getan werden muss. Auch die allgemeine Forderung aus dem KonTraG, welches auf Nicht-AGs in Bezug auf eine Umsetzung von geeigneten Maßnahmen der Risiko-Überwachung zum Fortbestand der Gesellschaft mittelbar ausstrahlt, stellt die Praktiker vor Probleme.

Somit steckt der Aufbau eines zwingend erforderlichen Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) zwar schon alleine aufgrund der persönlichen Haftung und der Finanzkrise zwar in den Köpfen der Entscheider, die Umsetzung aber noch in den Kinderschuhen. "Vielen EDV- und Unternehmensleitern scheint aber nicht bekannt zu sein, welche Vorgaben für sie im Einzelnen relevant sind und in welchen Bereichen entscheidende Risiken bestehen, geschweige denn, wie sie diesen begegnen können", wie Tim Hoffmann auf der Basis seiner Erfahrungen als Datenschutz- und IT-Sicherheitsberater im Mittelstand feststellt. (UIMC Dr. Vossbein: ra)


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • USA: Förderung sauberer Energien

    Im August 2022 unterzeichnete Präsident Biden den Inflation Reduction Act, das größte Paket zur Förderung sauberer Energien in der Geschichte der USA. Es deckt viele Faktoren der sauberen und der erneuerbaren Energien ab, darunter auch Elektrofahrzeuge. Wird dieses Gesetz den Anbietern von Elektrofahrzeugen in den USA eine Blütezeit bescheren?

  • Compliance-Auflagen im KRITIS-Bereich

    Deutsche Unternehmen stehen massiv unter Druck: Der Gesetzgeber verschärft Stück für Stück die Sicherheits- und Compliance-Auflagen, etwa im KRITIS-Bereich mit § 8a Absatz 1a BSIG. Dieser verpflichtet die betroffenen Organisationen, adäquate Systeme zur Angriffserkennung bis spätestens Mai 2023 umzusetzen. Und ein Ende ist nicht in Sicht - denn mit NIS-2 steht eine Richtlinie vor der Tür, die für etliche Unternehmen Konsequenzen haben wird, derer sie sich vermutlich nicht einmal annähernd bewusst sind.

  • KI: Die Zukunft im Rückspiegel

    Dr. Scott Zoldi, Chief Analytics Officer bei Fico, wagt jedes Jahr einen Ausblick auf die kommenden Trends im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI). In seinen für 2022 getroffenen Vorhersagen standen für ihn ganz klar die Themen "Nachvollziehbare KI" (Auditable AI) und "Bescheidene KI" (Humble AI) auf der Agenda der Data Scientists.

  • Codes des E-Rezept-Verfahrens sind zu schützen

    Am 22. August 2022 wurde anlässlich einer Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) berichtet, das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) habe das "E-Rezept" in Schleswig-Holstein untersagt. Stimmt das? Verhindert der Datenschutz sogar gute Lösungen im Medizinbereich? Nein.

  • Deutsche Kreditwirtschaft startklar

    Kundinnen und Kunden werden im Rahmen ihrer Anlageberatung ab dem 2. August 2022 auch danach befragt, ob sie auf Nachhaltigkeitsaspekte bei Geldanlageprodukten Wert legen. Das gibt eine europäische Verordnung zur Finanzmarktrichtlinie MiFID II vor.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen