Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

5 Sätze, die ein seriöser Finanzberater nicht sagt


Finanzexperte Frank Frommholz erklärt, warum Finanzkunden bei diesen Sätzen hellhörig werden sollten
Grundsätzlich gilt für jedes Beratungsgespräch: Wissen ist Macht



Laut einer aktuellen Analyse der quirin bank und des Meinungsforschungsinstituts YouGov Deutschland hegen 57 Prozent der Deutschen "grundsätzliches Misstrauen gegenüber Beratern, die Geldanlagen empfehlen". 83 Prozent der über 50-jährigen zweifeln sogar grundsätzlich an der Expertise von Bankberatern. "Aus gutem Grund", meint Finanzexperte Frank Frommholz, einer der Gründer des unabhängigen Expertennetzwerks Finanzkun.de. "Aus der Praxis wissen wir, dass das Interesse des Kunden nicht im Vordergrund der meisten Finanzberater steht. Häufig geht es nur darum, dem Kunden das Paket zu verkaufen, was für den Finanzberater die höchste Provision verspricht. Wer unvorbereitet in ein solches Beratungsgespräch geht, wird häufig zum Opfer von Falschberatung." Um die Kunden von einem speziellen Produkt zu überzeugen, üben manche Finanzberater Druck aus oder machen falsche Versprechungen.

Finanzexperte Frank Frommholz nennt die weit verbreitesten Argumente unseriöser Finanzberater und erklärt, was eigentlich hinter diesen steckt:

"Dieses Investment biete ich ausschließlich meinen besten Kunden an"
Mit diesem Satz suggeriert der Finanzberater Exklusivität. Der Kunde soll glauben, dass er zu einem elitären Kreis zählt. Aber warum sollte ausgerechnet dieser Kunde nur ein Anrecht auf dieses Investment haben? Liegen dem Finanzberater die anderen Kunden nicht im gleichen Maße am Herzen? Diese Fragen sollte sich jeder Kunde selbst stellen. Es gibt keinen einzigen nachvollziehbaren Grund für eine solche Exklusivität. Das Versprechen des Finanzberaters hat nichts mit Fairness, Transparenz oder unabhängiger Finanzberatung zu tun. Das ist schlicht die Verkaufsmasche eines Hochdruckverkäufers. Spätestens an dieser Stelle sollte er vor die Tür gesetzt werden oder der Kunde sollte das Beratungsgespräch selbst verlassen. Hier wird nur der Versuch gestartet, dem Kunden Honig um den Bart zu schmieren. Dem Finanzberater geht es vermutlich nur um seine eigene Provision.

"Sie müssen sich schnell entscheiden, die Chance kommt so nicht wieder"
Auch mit dieser Aussage versucht der Finanzberater Druck auf den Kunden auszuüben und ihn schnell zum Abschluss eines Produktes zu drängen. Natürlich ist der Finanzmarkt sehr schnelllebig. Nichtsdestotrotz ist die Aussage realitätsfern. Der Preis von Finanzprodukten wird innerhalb von Millisekunden durch Angebot und Nachfrage neu bestimmt. Deshalb ist es für Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen unmöglich, Geldanlagen zu einem einmaligen Vorzugspreis anzubieten. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, was auch bedeutet: Es ist immer der richtige Zeitpunkt, um in ein unabhängig erstelltes, breit diversifiziertes Portfolio zu investieren. Wer wartet, verschenkt aber Rendite-Chancen.

"Diese Aktie ist ein totsicherer Tipp"
Innerhalb von Sekunden definiert sich der Preis einer Aktie durch Millionen von Marktteilnehmern immer wieder neu. Kein vermeidlicher Experte, kein Professor und erst recht kein normaler Finanzberater hat mehr Einblick und schon gar keine totsicheren Aktientipps. Hierbei handelt es sich um strikte Verkaufsmasche oder sogar Abzocke. Möglicherweise hat der Berater sogar diesen Titel frühmorgens selbst gekauft, um ihn nach den Käufen der besuchten Kunden am Abend mit deutlichen Kurssteigerungen wieder zu verkaufen. Und totsicher ist am Finanzmarkt sowieso gar nichts. Jeder Finanzberater der solche Begriffe verwendet, entlarvt sich selbst. Aber die Gier leichtgläubiger Kunden siegt leider häufig über den Verstand und führt dann unweigerlich zu erheblichen Vermögensverlusten.

"Die Kosten sind zu vernachlässigen"
Im vergangenen Jahrzehnt waren die mit risikoarmer Anlagepolitik zu erzielenden Renditen signifikant. Bei nahezu risikofreien Kapitalanlagen von 4 Prozent sind 2 Prozent Kosten pro Jahr nicht fair, aber dem Kunden vermittelbar. Aktuell leben wir in einer Niedrigzins-, überwiegend schon Nullzins- und in Teilbereichen bereits in einer Negativzinsphase. Da muss der Blick auf die Kosten höchste Priorität haben. Diese pauschale Aussage an sich ist zudem eine Frechheit, erweckt sie doch den Anschein, dass sich der Kunde keine Gedanken machen soll. Muss er aber! Der Erfolg seiner Anlagestrategie ist letztendlich auch für die eigene Altersvorsorge von größter Wichtigkeit. Wer sich nicht informiert, bleibt auf der Strecke.

"Selbstverständlich bin ich unabhängig"
Was genau bedeutet Unabhängigkeit? Ein solcher Satz suggeriert dem Kunden Transparenz und eine unabhängige Finanzberatung, wo eigentlich keine ist. Viele langjährige Finanzberater sehen sich nicht verpflichtet, sich vollständig an Vorgaben zu halten. Da Beratungsgespräche noch überwiegend als "kostenlos" empfunden werden, müssen sich Vertriebsorganisationen und letztendlich auch Berater hinterfragen, wie sie ihre Kosten decken wollen. Natürlich geschieht dies zum großen Teil durch den Produktverkauf, der Provisionszahlungen auslöst. Es ist dabei auch nicht unbedingt von Nachteil, wenn die provisionsreichen Produkte bevorzugt verkauft werden. Wirkliche Unabhängigkeit bedeutet allerdings, sich den Beratungsaufwand ersetzen zu lassen und eventuelle Provisionen vollständig auszuzahlen. In unserem System wird dieses Vorgehen unter dem Begriff Honorarberatung zusammengefasst. Ab 01.01.2018 wird die Aufklärung darüber laut MiFID II Pflicht. Wir begrüßen diese Verpflichtung sehr.

Grundsätzlich gilt für jedes Beratungsgespräch: Wissen ist Macht. Nur wer sich selbst mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt, kann ein angebotenes Investment kritisch hinterfragen. "Wir raten jedem Finanzkunden sich vor einer Finanzberatung intensiv zu informieren", erklärt Frommholz. "Das ist der beste Schutz vor einer Falschberatung. Darum haben wir auch das unabhängige Finanzexpertenportal Finanzkun.de ins Leben gerufen." (Finanzkun.de: ra)

eingetragen: 24.11.16
Home & Newsletterlauf: 22.12.16

Finanzkun.de: Kontakt & Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Vorbereitung auf NIS2: ein strategischer Imperativ

    In einer Zeit, in der Cyber-Bedrohungen größer und raffinierter denn je sind, hat die Europäische Union (EU) mit der Einführung der Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS2) einen wichtigen Schritt zur Stärkung ihrer digitalen Verteidigung getan. Die NIS2-Richtlinie baut auf der Grundlage der Vorgängerrichtlinie aus dem Jahr 2016 auf und ist eine Reaktion auf die zunehmenden Angriffe auf Lieferketten und den Bedarf an robusteren Meldeverfahren in ganz Europa.

  • Datenverlust: Bedrohungen von außen und innen

    Das Vertrauen in den öffentlichen Sektor und seine Datenschutzmaßnahmen hat Risse bekommen. Laut einer aktuellen Studie geben 32 Prozent der deutschen Bürgerinnen und Bürger an, dass sie es bevorzugen würden, wenn Behörden zum Schutz ihrer persönlichen Daten weiterhin mit analogen Mitteln wie Papierdokumente arbeiteten.

  • Maßnahmen für die NIS2-Compliance

    Bis 17. Oktober 2024 müssen die neuen EU-Richtlinien zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS2) von allen Mitgliedstaaten durch lokale Gesetzgebung umgesetzt werden. Als Strafrahmen legt die EU bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes fest. Deutschland könnte sogar noch strengere Vorgaben und höhere Strafen beschließen.

  • Betriebliche Resilienzmaßnahmen einführen

    Die Zahl der Cyberangriffe auf den Finanzsektor nimmt weltweit zu, und auch in Deutschland stellen Cyberattacken nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin eine große Gefahr insbesondere für Banken und Versicherer sowie deren Dienstleister dar.

  • Regulierung nach der Finanzkrise

    Der vom Bundeskabinett beschlossene Jahreswirtschaftsbericht 2024 trägt den Titel "Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken". Dieses Ziel ist uneingeschränkt zu begrüßen, allerdings sollte es sich auf die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Wirtschaft beziehen und damit auch die Banken einschließen. Denn als Herz-Kreislauf-System unserer Wirtschaft spielen diese eine ganz besondere Rolle.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen