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MaRisk: Bankenverband unterstützt IIF-Forderungen


Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB): Vergütung von Managern sollte sich am langfristigen Gesamterfolg der Bank und den eingegangenen Risiken orientieren
IIF-Vorschläge stehen in Übereinstimmung mit den Vorgaben der deutschen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)


(12.08.08) - "Die vom Institute of International Finance (IIF) vorgelegten Empfehlungen leisten einen wichtigen Beitrag, die richtigen Schlussfolgerungen aus der US-Subprimekrise zu ziehen", erklärte Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken, in Berlin. "Der Bankenverband begrüßt die beabsichtigte Stärkung der Stellung des Risikomanagements und die Betonung der zusätzlichen Verantwortung des Aufsichtsorgans für die Beurteilung der Gesamtrisikosituation", so Weber weiter.

Wichtig für die dauerhafte Existenzsicherung der Bank sei auch die im IIF-Report geforderte sorgfältige Festlegung und Einhaltung des Risikoappetits der jeweiligen Bank, damit eine Risikokultur entstehen könne. Weber: "Diese Vorschläge stehen in Übereinstimmung mit den Vorgaben der deutschen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Wir gehen davon aus, dass die deutschen Banken die von IIF geforderten Veränderungen bereits heute im Wesentlichen erfüllen."

Weber unterstützte die Forderung des IIF, dass sich die Vergütung von Managern am langfristigen Gesamterfolg der Bank und den eingegangenen Risiken orientieren soll. Das Vergütungssystem müsse im Einklang mit dem Risikoprofil der gesamten Unternehmensgruppe stehen und, bezogen auf die Tätigkeit des einzelnen Mitarbeiters, sämtliche Risikoarten berücksichtigen. Er begrüßte, dass sich die Empfehlungen nicht nur auf die Vorstandsebene beziehen, sondern darüber hinausgehen.

Auch die Forderung nach einem auf das jeweilige Geschäftsmodell zugeschnittenen Management des Liquiditätsrisikos, so Weber weiter, sei zielführend. "Dies setzt allerdings eine Abkehr von starren aufsichtsrechtlichen Detailvorgaben zur Liquiditätssteuerung zugunsten einer stärker prinzipienorientierten Regulierung voraus", forderte Weber.

Klar bezog Weber auch Stellung zur Frage der Fair-Value-Bilanzierung: "Die Position des Bankenverbandes deckt sich mit der des IIF. Solange objektive Marktpreise vorliegen und die Steuerung von Finanzinstrumenten auf Zeitwertbasis erfolgt, befürworten wir eine Bewertung zum Fair Value. Der Vorschlag, die Auswirkungen der Bilanzierungsvorschriften in extremen Marktsituationen losgelöst von den aktuellen Finanzmarktturbulenzen im Rahmen eines High-Level-Dialog zwischen Unternehmen, Wirtschaftsprüfern, Rating-Agenturen, Investoren, Standortsetzern und Aufsichtsbehörden überprüfen zu lassen, hat unsere volle Unterstützung."

Selbstverständlich – so Weber – sollte sein, dass die Banken solide und angemessene Kreditvergabestandards anwenden, unabhängig davon, ob die Risiken im Institut verbleiben oder an Dritte übertragen werden. Zudem sei eine eigenständige, von Rating-Agenturen unabhängige Beurteilung von strukturierten Produkten durch die einzelnen Banken zwingend erforderlich.
Unabhängig davon spreche sich auch der Bankenverband für eine regelmässige externe Überwachung der Rating-Agenturen auf internationaler Ebene aus, die deren Methoden sowie ihre Governance umfassen müsse.

Wichtig sei laut Weber zudem die Transparenz bezogen auf Risikopositionen, insbesondere von Verbriefungstransaktionen, zu verbessern. Das gelte auch für die Verfahren zur Bewertung. "Dies ist ein wesentlicher Beitrag, um zu geordneten Verhältnissen an den Märkten beizutragen", konstatierte Weber. Er hob hervor, dass in Europa die Vorgaben der Säule III von Basel II bereits angewendet werden. "Der Gesetzgeber in den USA sollte dafür sorgen, dass Basel II auch dort schnellstmöglich und umfassend zur Anwendung kommen kann."

Um die vorgeschlagenen Maßnahmen, die sich vor allem an die Finanzbranche selbst wenden, zu einem nachhaltigen Erfolg zu führen, unterstützt der Bankenverband einen intensiven Dialog der Banken mit Notenbanken, Aufsichtsbehörden, dem Baseler Komitee, den Wirtschaftsprüfern und den Standardsettern für Bilanzierung. "Alle Beteiligten sollten jetzt konstruktiv an der Umsetzung der Schlussfolgerungen mitarbeiten", forderte Weber. "Wer hierin nur den Versuch sieht, staatliche Regulierung zu vermeiden, geht in dieser Einschätzung völlig fehl. Manche Sachverhalte können auch durch die Marktteilnehmer selbst geregelt werden. Entscheidend wird der richtige Mix aus neuen bzw. angepassten staatlichen Regeln und Selbstregulierung sein." (BdB: ra)


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