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IT und Versicherungsunternehmen


Strategische Positionierung der Versicherungs-IT: IT soll stärker an den konkreten Erfordernissen des Versicherungsgeschäfts ausgerichtet werden
Derzeit sind die Unternehmen eher zurückhaltend bei der Umsetzung von SEPA

(01.07.08) – Die Informationstechnologie (IT) in den Versicherungsunternehmen hat einen schweren Stand: Zum einen soll sie Kostenvorteile realisieren, zum anderen über innovative Vertriebssysteme Wachstum generieren. Auch soll die IT, so die Versicherer, stärker als bisher an den konkreten Erfordernissen des Versicherungsgeschäfts ausgerichtet werden und einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Wie dieser Spagat möglich ist, diskutieren Experten und Meinungsführer der deutschsprachigen Assekuranz auf der 13. Handelsblatt Jahrestagung "IT für Versicherungen", die am 16. und 17. September 2008 in München stattfindet.

Schwerpunktthemen der Tagung sind strategische Positionierung der Versicherungs-IT, SOA-basierte Architekturen, Prozess-Industrialisierung und Kundenorientierung sowie Vertriebsweg Internet und intelligente Portallösungen.

Den Einsatz von Enterprise Architecture Management wird Dr. Rainer Janssen (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) erläutern und auf die Umsetzung in Methoden, Tools und Organisation eingehen.

Über den Versicherungsbetrieb der Zukunft macht sich Dr. Stephan Spieleder (Versicherungskammer Bayern) Gedanken und stellt die Migrationsstrategien im Zeitalter der Industrialisierung vor. Anhand der Migrationen in der Versicherungskammer Bayern gibt er einen Überblick über die Erfahrungen der letzten Jahre.

Die Rolle der IT bei der Kundenorientierung
Wie durch Prozess-Steuerung mehr Kundenbindung erreicht werden kann, erläutert Rudolf Hauke (Kaufmännische Krankenkasse - KKH). Er benennt die Erfolgsfaktoren der Kundenbindung und erklärt, wie der Kundendialog durch Technik unterstützt werden kann.

Die Anforderungen für ein individuelles Kundenbeziehungsmanagement stellt Ralf Schmid (MLP Finanzdienstleistungen) vor. Schmid geht auf die vertrieblichen und betrieblichen Rahmenbedingungen ein und erläutert die Integration sämtlicher Prozesse im Kundenkontakt. Industrialisierung der Versicherungen Prozessoptimierungen und Vertriebssteuerung sind die die größten strategischen Herausforderungen für Versicherungen.

Durch die Industrialisierung der Geschäftsprozesse erhoffen sich viele Manager die Reduktion interner Komplexität. Dabei ist die deutschsprachige Assekuranz einer Studie der Universität St. Gallen (Juni 2007) zufolge bestrebt, die Standardisierung hauptsächlich durch eine Neugestaltung der bestehenden Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen zu erreichen. 77 Prozent der befragten Unternehmen möchten möglichst viele Prozesse im Unternehmen vereinheitlichen und zentralisieren.

Wie sich die IT der Allianz Deutschland AG im Jahr Eins der Industrialisierung darstellt, ist Thema des Vortrags von Dr. Gerhard Hastreiter (Allianz Deutschland AG).

Derzeit sind die Unternehmen eher zurückhaltend bei der Umsetzung von SEPA (Single Euro Payments Area), dem einheitlichen Zahlungsverkehr im Euro-Raum. Obwohl die nationalen Umsetzungsfristen, insbesondere für die Lastschrift, die für die Versicherungswirtschaft elementar ist, noch unklar sind, sollten die CIOs in der Assekuranz SEPA schnell angehen, denn das Thema ist komplex und berührt viele IT-Anwendungen. Die Auswirkungen von SEPA auf die Versicherungswirtschaft thematisiert Heinz-Werner Richter (Barmenia Versicherungen) auf dem Handelsblatt Kongress. (Euroforum: ra)

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Meldungen: Markt-Nachrichten

  • Tausende Briefkastengesellschaften vorgehalten

    Seit drei Jahren ermittelt das Bundeskriminalamt im Auftrag der Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen insgesamt drei Beschuldigte. Ab 18.02.2019 erfolgte die gleichzeitige Beschlagnahme von vier Immobilien in Schwalbach am Taunus, Nürnberg, Regensburg und Mühldorf am Inn im Gesamtwert von rund 40 Millionen Euro. Daneben wurde ein Konto bei einer Bank in Lettland mit einem erwarteten Guthaben in Höhe von ca. 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt, welches aus der Veräußerung einer weiteren Immobilie in Chemnitz herrührt. Zusätzlich wurde die vorläufige Sicherung von Kontoguthaben bei diversen Banken in Deutschland auf der Grundlage von Vermögensarresten in Höhe von ca. 6,7 Millionen Euro bei zwei beteiligten Immobiliengesellschaften in Deutschland veranlasst.

  • Korruption: Dunkelfeld weiterhin sehr groß

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat 2017 einen Rückgang der Korruptionsstraftaten registriert. Wie aus dem veröffentlichten Bundeslagebild Korruption hervorgeht, nahm die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 4.894 ab. Damit wurde 2017 die niedrigste Anzahl von Korruptionsstraftaten seit fünf Jahren gemeldet. Das BKA führt diese Entwicklung unter anderem auf etablierte Compliance-Strukturen in Unternehmen und Behörden sowie auf die damit verbundene Sensibilisierung der Mitarbeiter zurück. Einen Grund zur Entwarnung liefern die Zahlen indes nicht: Nur ein Teil aller begangenen Korruptionsstraftaten wird polizeilich bekannt. Das Dunkelfeld wird weiterhin als sehr groß eingeschätzt.

  • Organisierte Kriminalität ist transnational

    "Die Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und Betätigungsfelder. Damit ist und bleibt das Bedrohungs- und Schadenspotential, das von Organisierter Kriminalität ausgeht, unverändert hoch", so BKA-Präsident Holger Münch bei der heutigen Pressekonferenz im BKA-Wiesbaden zur Vorstellung des Lagebildes Organisierte Kriminalität 2017. Die Gesamtzahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität liegt auf unverändert hohem Niveau: 2017 wurden 572 OK-Verfahren registriert (2016: 563). Rund 1/3 der OK-Gruppierungen ist im Bereich der Rauschgiftkriminalität (36,2 Prozent) aktiv. Damit ist und bleibt Drogenhandel das Hauptbetätigungsfeld von OK-Gruppierungen, gefolgt von Eigentumskriminalität (16,4 Prozent). An dritter Stelle findet sich Wirtschaftskriminalität (11,0 Prozent). Der polizeilich erfasste Schaden lag 2017 bei rund 210 Millionen Euro (2016: rund 1 Mrd. Euro).

  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Bezahlen im Online Handel

    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".