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Hat Siemens mit Löscher eine Zukunft?

Compliance-Magazin.de-Umfrage: Wird Peter Löscher die Korruptions- und Kartellprobleme der Siemens AG in den Griff kriegen?
Zum ersten Mal in ihrer mehr als 150jährigen Geschichte setzt die Siemens AG auf einen Externen

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Die Siemens-Chefs bis heute

Bild: Wikipedia.de

(21.05.07) - Neuer Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG wird Peter Löscher (49), derzeit President Global Human Health, Merck&Co. Inc., Whitehouse Station, N.J., USA. Er wurde auf der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats der Siemens AG am 20. Mai 2007 in München auf Vorschlag des Präsidiums des Aufsichtsrats zum ordentlichen Mitglied des Vorstands bestellt und zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Löscher wird sein Amt am 1. Juli 2007 antreten. Dr. Klaus Kleinfeld (49) wird sein Amt als Vorsitzender des Vorstands zum 30. Juni 2007 niederlegen.

Wenn es nach dem Willen der Compliance-Magazin.de-Leser gegangen wäre, hätte der Aufsichtsrat die Position des Siemens-Vorstandsvorsitzenden mit einem internen Kandidaten besetzen sollen: Mit zuletzt 60,2 Prozent der Stimmen stand Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Erich R. Reinhardt, Leiter Medical Solutions bei Siemens, an erster Stelle.

Bezeichnender Weise erfüllte Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme seinen Mitarbeitern zumindest einen Wunsch: Mit seiner ausgesprochenen Pharma- und Healthcare-Vergangenheit "riecht" Löscher zumindest wie Reinhardt nach Medizin – was der Siemens AG in der augenblicklichen Situation nur gut tun kann.

Peter Löscher ist der 11. Geschäftsführer bzw. Vorstand in der mehr als 150jährigen Siemens-Historie. Zugleich erlebt die Siemens AG mit Peter Löscher ihren zweiten Tabu-Bruch: Nachdem mit Gerd Tacke im Jahre 1968 zum ersten Mal in der Siemens-Geschichte ein Nicht-Siemens-Familienmitglied das Unternehmen leitete, erhält die Siemens AG nun mit Peter Löscher zum ersten Mal einen Chef, der nicht aus den eigenen Reihen stammt.

Wir möchten von Ihnen wissen:

Wird es Peter Löscher schaffen, aus der Kartell- und Korruptions-verseuchten Siemens AG wieder ein Unternehmen zu machen, das Deutschland in der Welt nicht nur technologisch, sondern auch unternehmens-moralisch vertreten kann? D.h. Hat Siemens mit Peter Löscher eine Zukunft? Und damit eng verbunden die Frage: Hat Löscher bei Siemens überhaupt eine lange Zukunft?

Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung, dass
>>
Peter Löscher überhaupt keine internen Bindungen innerhalb der Siemens AG hat, einem Konzern, in dem es von internen Netzwerken nur so wimmelt,
>> die Siemens AG ihre Umsatzerfolge der letzten Jahre natürlich auch ihrer Fähigkeit zu verdanken hat, im rechten Zeitpunkt zu korrumpieren und Kartelle zu schmieden,
>> Peter Löscher die Siemens-Devise "Umsatz um jeden Preis" kippen muss, was zu Umsatzeinbußen führen kann, was wiederum sein Standing bei den Aktionären beeinträchtigen wird,
>> Peter Löscher unzählige Polit-Seilschaften und Männer-Bündeleien bei Siemens zerschlagen muss, was böses Blut erzeugen wird und die Arbeitsmoral herabsetzen kann (mit Gefahr der Umsatzeinbuße)
>> offensichtlich Wolfgang Reitzle die erste Wahl für Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme gewesen ist und nicht ein Peter Löscher (auch wenn Cromme glaubt, dies könne er der Öffentlichkeit weismachen),
>> Peter Löscher in den nächsten anderthalb Jahren für Gerhard Cromme wahrscheinlich alle unliebsamen Entscheidungen im Siemens-Konzern durchziehen muss und am Ende als derjenige gilt, der den Konzern zwar neu geordnet, aber sämtliche Umsatzvorgaben nicht erfüllt hat,
>> Peter Löscher vielleicht vom Strategen Gerhard Cromme nur als Übergangskandidat gesehen wird, der den Siemens-Konzern strukturell und organisatorisch konsolidieren soll, bis mit Wolfgang Reitzle ein echter "Macher" kommt.

Hier geht es zur Umfrage:
Hat Peter Löscher bei Siemens eine Zukunft?

Weitere Informationen:
Hier lesen Sie alles zum Siemens-Skandal
Siemens ordnet seinen Vorstand neu
IG Metall-Erklärung zu Peter Löscher
Peter Löscher: Sein Lebenslauf
(Siemens: ra)


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