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WestLB-Eigenhandel-Debakel

Probleme im Eigenhandel: WestLB beurlaubt verantwortliche Manager der Compliance- und Risk-Management-Abteilung
"Individuelles Fehlverhalten wird uns nicht vom erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre abbringen"

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Fischer griff durch:

Zwei weitere Manager mussten gehen, Bild: WestLB

(09.05.07) – "Die Stärkung der Compliance gehört zu den Sofort-Maßnahmen, mit denen wir unabhängig von den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen im Eigenhandel die Integrität der Bank schützen werden", hatte der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Dr. Thomas Fischer, vor einem Monat gesagt und festgestellt: "Wir stellen uns damit gleichzeitig auf die künftig noch komplexer werdenden rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten ein."

Laut einer Meldung der Financial Times Deutschland (FTD) hat die WestLB auf interne Verfehlungen reagiert und bereits vor zwei Wochen einen leitenden Manager aus der Compliance-Abteilung und einen weiteren Manager aus der Abteilung Risk Management beurlaubt. Beide Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit fehlgeschlagenen Wetten auf die Kursdifferenz von VW-Vorzugs- und Stammaktien. Die FTD verweist auf WestLB-Kreise, wonach die Manager die Übertretung der Handelslimits toleriert haben könnten.

Gegenüber Compliance-Magazin.de erklärte ein WestLB-Sprecher, dass dies nicht als Entlassung zu verstehen sei: "Wenn im Zuge der Untersuchungen Fragen auftauchen, können wir Mitarbeiter im Einvernehmen beurlauben, und zwar um sie zu schützen und den Sachverhalt aufzuklären. Dies ist auch in diesem Fall geschehen."

Damit hat die WestLB nun weitere Konsequenzen aus den Unregelmäßigkeiten im Eigenhandel gezogen. Die WestLB hatte Maßnahmen zur vollständigen Aufklärung möglicher Regelverstöße im Eigenhandel ergriffen. Bereits vor Ostern war auf Veranlassung des Vorstands der Bank eine entsprechende Task Force gebildet worden, der unter anderem Experten der Anwaltskanzlei Hengeler Mueller, der Investmentbank JPMorgan und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young angehören.

"Der Vorstand der WestLB strebt eine vorbehaltlose Aufklärung des Sachverhalts an", sagte Dr. R. Fischer. "Individuelles Fehlverhalten wird uns nicht vom erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre abbringen können."

Anfang April hatte die Bank den Executive Director im Aktienhandel, Markus Bolder, sowie dessen Chef Friedhelm Breuers entlassen. Sie sollen ihre Handelslimits wiederholt überschritten und angeblich Kurse manipuliert haben. (FTD, WestLB: ra)


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