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Von Pierer klebt am Siemens-Chefsessel

Gerhard Cromme will sich den Job eines Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden nicht zumuten
Heinrich von Pierer gibt weiterhin keine Signale, die auf einen geordneten Rückzug schließen lassen

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Gerhard Cromme

Will bei Siemens nicht nicht Chef-Kontrolleur werden, Bild: Thyssen-Krupp

(12.04.07) - Der frühere Thyssen-Krupp-Chef Gerhard Cromme weiß anscheinend genau, was er nicht will: Das 64-jährige Aufsichtsratsmitglied, das laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung (SZ) als Wunschkandidat für die Nachfolge des jetzigen Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer gilt, hat es nach SZ-Erkenntnissen kategorisch abgelehnt, von Pierer zu beerben.

Die SZ stützt sich bei ihrer Aussage auf Aktionärskreise. Danach hat Cromme, der den internen Ausschuss leitet, der die Aufklärung der Siemens-Korruptionsaffäre steuert, den Job fast mit der zynisch zu verstehenden Begründung abgelehnt, der Posten eines Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden würde eine Vollzeitbeschäftigung darstellen.

Cromme ließ verlautbaren, er habe als Chef des Aufsichtsrates von ThyssenKrupp und als Vorsitzender der Regierungskommission "Corporate Governance" genug zu tun. Er wolle aber weiter den Prüfungsausschuss leiten und zur Aufklärung der Korruptionsaffären bei Siemens beitragen. Cromme gehört dem Siemens-Aufsichtsrat seit 2003 an.

Indes entpuppt sich der Rücktritt von Heinrich von Pierer als zähe Hängepartie. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte ein Siemens-Aufsichtsratsmitglied, es sei derzeit nicht zu erkennen, dass von Pierer sein Amt aufgeben werde.

Nach Ostern ist von Pierer von zahlreichen Siemens-Aufsichtsratsmitgliedern bedrängt worden, den Weg für einen Neuanfang frei zu machen. Anderseits soll es im Siemens-Aufsichtsrat auch eine Pro-von-Pierer-Fraktion geben. Von Pierer, in dessen Amtszeit als Siemens-Vorstandschef die meisten Korruptions- und Kartellvergehen stattfanden, fehlt es nach wie vor an Charakter, um die moralische Gesamtverantwortung für die desolate Situation bei Siemens zu übernehmen.

Ein anderes Aufsichtsratsmitglied erklärte sogar der SZ: "Ich gehe davon aus, dass er bis zur Neuwahl des Gremiums im Januar an seinem Posten festhalten will."

Dem Siemens-Aufsichtsrat gehören unter anderem der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Ralf Heckmann, der stellvertretende IG-Metall-Chef Berthold Huber, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie der Ex-Chef der HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt, an.

Lesen Sie auch das Essay von Dr. Thomas Middelhoff:
Gute Governance: Deutschland braucht professionelle Aufsichtsräte - Im Filz der Deutschland AG
Hier lesen Sie alles zum Siemens-Skandal
(Siemens: ra)


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Von Pierer weg - Siemens frei - Kleinfeld stark Siemens-Chef erhält Vertrag bis 2012