Textversion
Gesetze/Standards Markt Produkte Services Branchen Fachbeiträge Governance Schwerpunkte Literatur Compliance-Archiv Compliance-Lexikon Success Stories Wer bietet was? Streaming Media Sponsoren Schulungen Presseschau Security-News Webinare Umfrage Compliance-Shop Compliance Zeitschrift Specials
Home Markt Personen

Markt


Hintergrund Interviews Invests Kommentare Nachrichten Personen Studien Unternehmen

Stellenanzeigen - Jobsuche Compliance-Shop Events / Veranstaltungen Statement of the Month: Identity Management Shopping-Portal & Shopping Mall Newsletter Impressum Kontakt Links RSS: Compliance-Magazin.de-News Feed abonnieren RSS: IT SecCity®.de-News Feed abonnieren Datenschutzerklärung Geschäftsbedingungen Wichtiger Hinweis zu Rechtsthemen Compliance-Magazin für Mobile Devices Sitemap Suche

WestLB-Affäre: Nun regiert Alexander Stuhlmann

Nach Affäre um fehlgeschlagene Aktienspekulationen: WestLB-Chef Thomas Fischer wird abberufen – Früherer HSH-Nordbank-Chef Alexander Stuhlmann neuer Vorstandsvorsitzender der WestLB
Dr. Matthijs van den Adel, bisher Chief Risk Officer und Arbeitsdirektor der WestLB, wurde ebenfalls vom Aufsichtsrat seiner Ämter enthoben

(27.07.07) – Auf ihrer Homepage wirbt die WestLB bezeichnender Weise mit dem Slogan: "Bank der neuen Antworten". Eine erste hat sie nun endlich gegeben. Alexander Stuhlmann ist neuer Vorstandsvorsitzender der WestLB AG. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas R. Fischer sowie Chief Risk Officer (CRO) Dr. Matthijs van den Adel, gleichzeitig Arbeitsdirektor der WestLB, werden die Bank verlassen.

Dr. Rolf Gerlach, Vorsitzender des Aufsichtsrates der WestLB, kondolierte mit den üblichen Worten: "Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Dr. Fischer und Dr. van den Adel für die geleistete Arbeit."
Gleichzeitig gab es für die Zukunft eine Kampfansage: Der Aufsichtsrat bekräftigte die Absicht, dass die WestLB eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der Landesbanken spielen werde: "Mit den Veränderungen im Vorstand der Bank unterstreichen wir, dass die WestLB und ihre Aktionäre eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der Landesbanken wahrnehmen und dazu beitragen werden, die Landesbankenstruktur nachhaltig zu verändern."

Mit ihrer guten Kapitalausstattung, dem großen Kundenpotenzial, ihrer ausgewiesenen Internationalität und der "Fähigkeit zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen" sei die WestLB dazu bestens gerüstet. Dr. Gerlach versicherte: " Es besteht ein eindeutiges Commitment aller Eigentümer, die WestLB AG auf diesem Weg zu unterstützen."

Immer mehr hatten sich im Laufe des Donnerstags die Anzeichen dafür verdichtet, dass bei der WestLB die Köpfe rollen würden. Anlass ist der Millionenskandal um fehlgeschlagene Aktienspekulationen.
Berichten zufolge sollte auch WestLB-Finanzvorstand Jürgen Niehaus angeblich entlassen werden. Andere Medienberichte spekulierten sogar, dass noch zwei weitere Vorstände gehen müssten.

An der Aufsichtsratssitzung soll auch BaFin-Präsident Jochen Sanio teilgenommen haben. Von Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) soll maßgeblich der Druck ausgegangen sein, den Gesamtvorstand abzuberufen. Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sah ihrerseits den Vorstandschef der Landesbank Berlin, Hans-Jörg Vetter, als aussichtsreichen Kandidaten für den Vorstandsvorsitz bei der WestLB.

Alexander Stuhlmann legte den Vorstandsvorsitz der HSH Nordbank "aus persönlichen Gründen" Ende 2006 nieder. Dies geschah zeitgleich, nachdem der Privatinvestor Christopher Flowers bei der Landesbank eingestiegen war. Auch HSH-Miteigentümerin WestLB hatte seinerzeit versucht, die Mehrheit an der HSH zu erlangen. Offensichtlich stammen aus dieser Zeit die guten Kontakte von Stuhlmann zum Aufsichtsrat der WestLB.

Die Parallelen der WestLB-Affäre zum Siemens-Skandal sind frappierend. Seinerzeit hatte der damalige Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld mit Durchhalteparolen und verstärkten Compliance-Bemühungen auf den Korruptionsskandal reagiert. Konsequent hatte er es aber abgelehnt, Verantwortung zu übernehmen und davon gesprochen, dass kriminelle Einzelindividuen für die Korruption bei Siemens verantwortlich seien.

Auch der WestLB-Chef Thomas Fischer hatte ähnlich argumentiert und nicht die Verantwortung für das mangelhafte Risikomanagement seiner Bank übernommen. Stattdessen hatte er versichert, die Compliance-Fähigkeit der Bank zu stärken. Vom Aufsichtsrat der WestLB erhielt er nun nachträglich die Quittung. Strippenzieher im Hintergrund war offensichtlich BaFin-Präsident Jochen Sanio.

Hier erfahren Sie mehr zum WestLB-Skandal:

WestLB: Im Vorstand brennt es lichterloh
WestLB will Compliance Council einrichten
WestLB-Skandal: Durchsuchung bei Lang & Schwarz
WestLB-Eigenhandel-Debakel

(WestLB: ra)


Druckbare Version

Siemens-Skandal: Schäfer wird gekündigt Martin Hill ist Corporate VP bei TechniData AG