DB: Korruptionsbekämpfung mit Spitzel-Firma
Zusammenarbeit mit Network Deutschland ausschließlich zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption: Keine Aufträge zur Beschaffung nicht öffentlich zugänglicher Daten
"Der im Bericht des Handelsblatts erweckte Eindruck, dass die DB AG in vergleichbare Vorgänge wie bei der Deutschen Telekom AG verwickelt sei, ist schlichtweg unzutreffend"
Wolfgang Schaupensteiner:
Aufträge ausschließlich im Rahmen der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, Bild: DB AG
(05.06.08) - Der Ermittlungsspezialist Network Deutschland GmbH, der die Bespitzelungsdienste für die Deutsche Telekom durchgeführt hat, arbeitete von 1998 bis 2007 auch für die Deutsche Bahn AG. Dies bestätigte der Chief Compliance Officer der Deutschen Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, mit.
Nach Angaben des früheren Frankfurter Oberstaatsanwaltes belief sich das Auftragsvolumen in diesen zehn Jahren auf insgesamt rund 800.000 Euro in 43 Fällen. Schaupensteiner sagte am Dienstag: "Die DB AG hat an die Firma Network Deutschland GmbH Aufträge ausschließlich im Rahmen der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und von Korruption vergeben. Der im heutigen Bericht des Handelsblatts erweckte Eindruck, dass die DB AG in vergleichbare Vorgänge wie bei der Deutschen Telekom AG verwickelt sei, ist schlichtweg unzutreffend."
Ziele der Beauftragung waren beispielsweise die Aufdeckung von Scheinfirmen und Kartellsachverhalten oder auch die Klärung des Verbleibs mobiler Vermögensgegenstände, zum Beispiel Lokomotiven. Schaupensteiner betonte, es habe keine Aufträge zur Beschaffung nicht öffentlich zugänglicher Daten gegeben.
Im Zusammenhang mit dem Verrat von Geschäftsgeheimnissen waren keine externen Dienstleister beauftragt. Durch die DB AG seien auch zu keinem Zeitpunkt Aufträge zur Beschaffung von Informationen über Aufsichtsräte oder Journalisten erteilt worden. Schaupensteiner: "Auch dies unterscheidet die Zusammenarbeit mit Network von den derzeit gegen die Deutsche Telekom AG erhobenen Vorwürfen."
Die bisher erreichten Erfolge bei der Aufdeckung von Fällen von Indiskretionen und der Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen sind ausschließlich auf rechtskonforme Ermittlungen der eigenen Konzernsicherheit zurückzuführen. Die DB AG hat die gewonnenen Erkenntnisse den zuständigen Staatsanwaltschaften und Gerichten zur Verfügung gestellt, wo sie als zulässig anerkannt wurden und zu rechtskräftigen Verurteilungen und Kündigungen führten.
Mit ihrem Auftrags- und Investitionsvolumen in Milliardenhöhe ist die DB AG besonders anfällig für Korruption und Wirtschaftskriminalität. Schaupensteiner merkte an: "Dies schadet Kunden, Steuerzahlern und Mitarbeitern."
(Deutsche Bahn: ra)
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