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Nokia: Hat sie den Staat betrogen?

Nokia: Von der Heuschrecke zum Subventionsbetrüger: Bis zu 400 Dauerarbeitsplätze weniger als vereinbart
Nordrhein-westfälisches Wirtschaftsministerium wird sich in Kürze äußern - Auch Staatsanwaltschaft Bochum könnte wegen Verdacht des Subventionsbetruges aktiv werden

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Politik gegen Nokia

Handywechsel als Signal

(28.01.08) – Rekordgewinne und Arbeitsplatzvernichtung nach Subventionsgeschenken: Die Politik hat sich bereits auf Nokia eingeschossen – die Justiz könnte folgen: Medienberichten zufolge hat der finnische Handyhersteller in den Jahren 2002 bis 2005 zu wenig dauerhaft festangestellte Mitarbeiter an seinem Standort Bochum beschäftigt.

Laut einer Untersuchung der NRW-Bank, Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen, hat Nokia eventuell die Zahl der vereinbarten Dauerarbeitsplätze um 200 bis 400 unterschritten. Vereinbart waren mit dem Land Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2002 bis 2005 angeblich 2860 Dauerarbeitsplätze.

Nun prüfen sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch das Bundesforschungsministerium, ob Subventionsgelder zurückgefordert werden können. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus soll auch die Staatsanwaltschaft Bochum prüfen, ob Ermittlungen wegen Subventionsbetrug gegen Nokia aufgenommen werden.

Wenige Tage nach Bekanntwerden der Schließungspläne des Bochumer Standortes konnte Nokia für das Geschäftsjahr 2007 einen Rekordgewinn von 7,2 Millionen Euro vermelden. Dies hatte den SPD-Chef Kurt Beck im RTL-Nachrichtenjournal zur Äußerung veranlasst, Nokia kriege den "Rachen nicht voll" und sei auch mit 15 Prozent Rendite immer noch nicht zufrieden.

Kritik an Nokias Charakterlosigkeit übte auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Gegenüber der "Neuen Ruhr/Rhein Zeitung" sagte er: "In Bochum wurden mit den Mitarbeitern Zukunftspläne gemacht und in Rumänien in Wahrheit neue Fakten geschaffen."

Sehr medienwirksam hatte nach Ankündigung der Schließung des Bochumer Nokia-Werkes Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) Abschied von seinem Nokia-Handy genommen. Dem Focus sagte er: "Ich will kein Nokia mehr, ich habe jetzt ein Handy von Sony Ericsson." Seehofer strebt sogar an, im gesamten Ministerium die Nokia-Handys austauschen zu lassen. "Wenn ein Konzern mit 40 Prozent Weltmarktanteil, 15 Prozent Gewinn und vier Prozent Personalkosten mit den Mitarbeitern so umgeht, verlangt das ein Signal."
(Nokia: ra)

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