WestLB: Im Vorstand brennt es lichterloh
Massive Fehler bei der Risikokontrolle: Steht der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Thomas Fischer, vor dem Aus?
Auslöser die BaFin: Angeblich steht der gesamte WestLB-Vorstand auf der Kippe – Am Donnerstag beschäftigt sich der Aufsichtsrat mit den Vorgängen
(26.07.07) - Nachdem die BaFin der WestLB eine empfindliche Rüge wegen der fehlgeschlagenen Aktienspekulationen erteilt hat, steht der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Dr. Thomas Fischer, angeblich vor dem Aus. Dies berichten verschiedene Medien – allen voran "Spiegel Online" - und berufen sich dabei auf Gerüchte in Bankkreisen. Die Finanzaufsicht BaFin hatte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eine Untersuchung in Auftrag gegeben, deren vorläufiger Bericht nun für Wirbel sorgt. Am Donnerstag will sich der Aufsichtsrat der WestLB mit den Vorgängen befassen. Ein Großreinemachen wird nicht ausgeschlossen.
Wie ernst die Sache steht, zeigt die Tatsache, dass mit Jürgen Sengera, einem Vorgänger von Fischer, vor wenigen Jahren bereits eine WestLB-Größe wegen mangelnder Risikokontrolle von der BaFIN aus dem Amt geschossen wurde. Fischer selbst sieht die Schuld nicht in einem mangelhaften Risikomanagement, sondern im kriminellen Verhalten einzelner WestLB-Mitarbeiter.
Dem Vorstand der WestLB werden massive Fehler bei der Risikokontrolle vorgeworfen. Die WiWo zitiert Bankerkreise mit den Worten: "Es wird eng für Fischer, aber auch die Abberufung des gesamten Vorstands ist durchaus denkbar." Für die letztere Lösung habe angeblich die BaFin plädiert. Die WiWo berichtet weiter, dass sich BaFin-Präsident Jochen Sanio schon am letzten Freitag von WestLB-Aufsichtsratschef Rolf Gerlach rasche Entscheidungen gefordert habe.
Spekulation zufolge könnte sich die Belastung aus den fehlgeschlagenen Aktienspekulationen im laufenden Geschäftsjahr noch bis auf 500 Millionen Euro steigern. Händler der WestLB sollen über Jahre hinweg die Schlusskurse der Aktien von BMW, Volkswagen und Metro manipuliert haben, um für die WestLB höhere Gewinne zu erzielen und um somit auch eigene Bonuszahlungen zu steigern. Die Bereinigung dieser Aktienpositionen hatte bei der WestLB im ersten Halbjahr einen Verlust von 243 Millionen Euro verursacht.
Die Staatsanwaltschaft betreibt die Ermittlungen in diesem Fall weiter mit Hochdruck.
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(WestLB: ra)
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