Siemens verlängert Amnestie-Angebot

Korruption, schwarze Kassen und Schmiergeld: Siemens will weiteren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, von der Amnestie Gebrauch zu machen
Insgesamt haben sich bisher bereits 66 Mitarbeiter im Rahmen des Amnestie-Programms gemeldet

(04.02.08) - Siemens wird ihr Amnestie-Angebot bei Korruption im Öffentlichen Sektor, das regulär zum 31. Januar ausgelaufen ist, um einen Monat, bis Ende Februar einmalig verlängern. In den letzten Wochen gab es eine große Dynamik bei den Anfragen. Siemens will deshalb weiteren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, von der Amnestie Gebrauch zu machen und die Aufklärung weiter voranzutreiben.

Dies dürfte man auch als ein deutliches Signal an die US-Amerikanische SEC und das amerikanische Justizministerium (DoJ) werten. Die Gespräche mit den beiden Institutionen über einen "fairen" Vergleich sollen in diesem Monat beginnen.

Insgesamt haben sich bisher bereits 66 Mitarbeiter im Rahmen des Amnestie-Programms gemeldet. Darüber hinaus informieren sich derzeit viele Mitarbeiter über das Amnestie-Programm. In Bearbeitung sind derzeit 54 Fälle, abgelehnt wurden bisher 2, gewährt 10. "Das Amnestie-Programm erweist sich als großer Erfolg. Wir freuen uns, dass so viele Mitarbeiter davon Gebrauch gemacht haben und somit die Aufklärung beschleunigen", so Peter Y. Solmssen, Mitglied des Vorstands und General Counsel der Siemens AG.

Siemens hatte im November vergangenen Jahres ein Amnestie-Angebot bei möglichen Verstößen gegen die Gesetze zum Verbot der Korruption im Öffentlichen Sektor unterbreitet. Damit soll die unabhängige Untersuchung beschleunigt und die Aufklärung vorangetrieben werden. Die Amnestie beinhaltet, dass das Unternehmen keine Ansprüche auf Schadensersatz geltend macht und das Beschäftigungsverhältnis nicht einseitig löst. Siemens behält sich jedoch leichtere Disziplinarmaßnahmen vor. (Siemens: ra)


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