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Korruption: Siemens schweigt zum SZ-Bericht

Bingo - Die Milliarde Euro ist voll: Siemens hüllt sich in Schweigen zur Ausweitung der Korruptions- und Schmiergeldaffäre - Allein in der Kommunikationssparte sollen verdächtige Geldtransfers von fast 900 Millionen Euro entdeckt worden sein
200 Millionen Euro seien über Konten in Liechtenstein geflossen - Auch Konten in Abu Dhabi seien von den dubiosen Geldtransfers betroffen gewesen

(14.08.07) – Der neue offizielle Technologie-Partner des FC Bayern München sorgt weiterhin für Negativ-Schlagzeilen. Wie die für gewöhnlich sehr gut unterrichtete Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Montagsausgabe berichtete, hat Siemens eine massive Ausweitung der Korruptions- und Schmiergeldaffäre zu beklagen.

So sollen die Ermittler der von Siemens beauftragte US-Kanzlei Debevoise & Plimpton auf nicht nachvollziehbare Zahlungen von mehr als eine Milliarde Euro gestoßen sein. Rund 200 Millionen Euro seien über Konten in Liechtenstein geflossen. Auch Konten in Abu Dhabi seien von den dubiosen Geldtransfers betroffen gewesen. Bisher wurde die Höhe der zweifelhaften Zahlungen von Siemens stets mit rund 420 Millionen Euro veranschlagt.

Am stärksten von den Korruptions- und Schmiergeldvorwürfen betroffen zu sein scheint die Siemens-Kommunikationssparte. Allein hier sollen verdächtige Geldtransfers von fast 900 Millionen Euro entdeckt worden sein. Sie sollen bis Anfang der 90-er Jahre zurückreichen, berichtet die SZ.

In der Kraftwerkssparte, die in der vergangenen Woche von Durchsuchungen betroffen gewesen ist, habe die US-Kanzlei Zahlungen von 250 bis 300 Millionen Euro als höchst dubios enttarnt. Auch wenn nicht alle Zahlungen automatisch mit Korruption und Schmiergeld in Verbindung zu bringen seien, glaubt Debevoise & Plimpton nach SZ-Angaben doch, dass es sich um unsaubere Geschäfte handele.

Auf Anfrage mehrer Medien, hüllte sich der Siemens-Konzern in schweigen. Man wolle zu laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben. Außerdem habe man bereits im Quartalsbericht darauf hingewiesen, dass fragwürdige Geldtransfers höher sein könnten als bisher angenommen.

Die Nachrichtenagentur dpa zitiert einen Siemens-Sprecher mit der lapidaren Äußerungm an setze "volles Vertrauen" in die Behördenarbeit und würde sie unterstützen. (Siemens: ra)

Der Siemens-Skandal im Überblick
Cover-Interview: Siemens und die organisierte Kriminalität
Hier lesen Sie alles zum Siemens-Skandal

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