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Griechische OTE klagt gegen Siemens

Griechischen Telefonkonzern OTE will Schadenersatz von Siemens
Compliance-System von Siemens soll bereits 2001 total veraltet gewesen sein

(05.08.08) - Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat mit dem griechischen Telefonkonzern OTE erstmals ein internationaler Geschäftspartner eine Klage beim Münchner Landgericht gegen die Siemens AG eingereicht, um auf diesem Wege Schadenersatzforderungen geltend machen zu können. Auf entsprechende Pressenachfragen wollte sich der Siemens-Konzern mit dem Hinweis auf laufende interne Nachforschungen und Ermittlungen von Behörden nicht äußern.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stehe Siemens im Verdacht, mehrere Angestellte des Telekommunikationsunternehmens OTE mit insgesamt 75 Millionen Euro bestochen zu haben. Siemens habe auf diese Weise versucht, vom ehemals staatlichen Unternehmen ein Großauftrag für den Ausbau und die Modernisierung des griechischen Telefonnetzes zu erlangen. Dabei habe Siemens angeblich auch überhöhte Preise verlangt.

Die Staatsanwaltschaft in Athen wirft Siemens Geldwäsche und Korruption vor. Ein Vorstand griechischen Siemens-Tochter habe bereits 2006 bei einer internen Befragung erklärt, Bonuszahlungen an OTE hätten dazu gedient, günstiger abrechnen und hohe Renditen erzielen zu können.

Anti-Korruptionssystem von Siemens soll bereits 2001 veraltet gewesen sein
Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, habe die von Siemens beauftragte Anwaltskanzlei Hengeler Mueller nach umfangreichen Untersuchungen festgestellt, dass das Compliance-System von Siemens bereits 2001 - objektiv gesehen - total veraltet gewesen sei. Angeblich habe der Siemens-Vorstand Korruptionsrisiken unterschätzt, Verstöße nichtgeahndet und die Einhaltung von Compliance-Maßnahmen nicht kontrolliert.

Wie der Spiegel weiter berichtet, habe Heinrich von Pierer angeblich im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 "im Zusammenhang mit einem Kraftwerksprojekt im Iran Zahlungen an einen arabischen Mittelsmann in Höhe von 650.000 Euro ermöglicht". Laut Spiegel will sich Heinrich von Pierer "erst äußern, wenn alle Unterlagen eingegangen sind und er sie mit Hilfe seiner Anwälte geprüft" habe.
(Siemens: ra)

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Abbildung: Heinrich von Pierer und Iran-Geschäft - Spiegel-Bericht bringt Unangenehmes, Bild: Siemens AG

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