Der Ex-Finanzchef der Siemens AG, Heinz-Joachim Neubürger, wird massiv belastet: Neubürger habe eine Vertuschung der Schmiergeldzahlungen angeregt Kutschenreuter sollte sich Rat bei der Siemens-Kraftwerkssparte in Erlangen holen, um herauszufinden, wie dort die Praxis der Provisionszahlung ablaufe
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(04.06.08) – Der Ex-Bereichsvorstand Michael Kutschenreuter hat offensichtlich den früheren Finanzchef der Siemens AG, Heinz-Joachim Neubürger, schwer belastet. Staatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl berichtete am 2. Juni vor dem Landgericht München über die Vernehmung von Kutschenreuter. Neubürger habe, so die Aussage von Kutschenreuter, genau über das Schmiergeldsystem Bescheid gewusst. Kutschenreuter, dem ebenfalls eine Verwicklung im Schmiergeldskandal vorgeworfen wird, hatte die Zeugenaussage verweigert. Laut Bäumler-Hösl befindet sich Kutschenreuter derzeit geschäftlich in Dubai, um seine berufliche Zukunft wieder aufsichere Füße zu stellen.
Bäumler-Hösl sagte aus, Kutschenreuter habe dem ehemaligen Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt, über die Korruptionszahlungen bei Siemens in Kenntnis gesetzt. Auch Neubürger habe von den verdeckten Provisionszahlungen in der Siemens-Kommunikations-Sparte Com gewusst. Er habe sogar Kutschenreuter angewiesen, sich Rat bei der Kraftwerkssparte in Erlangen zu holen, um herauszufinden, wie dort die Praxis der Provisionszahlung ablaufe. Kutschenreuter habe Neubürger aber davon informieren müssen, dass der Wissenstransfer fehlgeschlagen sei.
Als im Jahr 2003 Mitarbeitern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zweifelhafte Zahlungen nach Nigeria aufgefallen seien, sei auch Neubürger davon informiert worden. Der Siemens-Finanzchef habe darauf angeregt, etwaige Hinweise aus dem Prüfungsbericht der KPMG zu streichen.
En weiterer Vorwurf Kutschenreuters bringt erneut die damalige Siemens-Compliance-Abteilung in Misskredit. Angeblich seien die Abteilung der Korruptionshüter stets mit Mitarbeitern besetzt worden, die selbst in Korruptionspraktiken verwickelt gewesen sein sollen. Kutschenreuter habe dies mit den Worten kommentiert, dass "der Bock zum Ziergärtner" ernannt worden sei. (Mit Materialien des "Spiegel" und "Münchner Merkur": ra)
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