Siemens in der Enge: Der frühere Korruptionsbeauftragte der Siemens AG, Albrecht Schäfer, wird sich nicht mit seiner Kündigung abfinden und klagt Schäfer will vor dem Arbeitsgericht aufzeigen, dass bei Siemens "systematische und planmäßige Compliance-Verstöße" stattgefunden haben – Hat Siemens auch in Israel Korruption betrieben?
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(11.09.07) - Der frühere Korruptionsbeauftragte der Siemens AG, Albrecht Schäfer, wird sich nicht mit seiner Kündigung abfinden. Siemens bestätigte gegenüber der dpa, dass Schäfer gegen seine Kündigung Klage eingereicht habe. Medienberichten zufolge wird Schäfer vor Gericht detailliert über seine Arbeit berichten.
Albrecht Schäfer war im August entlassen worden. Siemens wirft ihm vor, dass er bei der Aufdeckung der Schmiergeld-Affäre und der Bildung schwarzer Kassen versagt habe, indem er dem Aufsichtsrat ein geschöntes Bild der fatalen Lage präsentiert habe.
Bereits am 24. September soll es zu einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht München kommen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in diesem Zusammenhang, Schäfers Anwalt habe in der Klageschrift vermerkt, sein Mandant habe sehr wohl den Vorstand "frühzeitig und umfassend über 'systematische und planmäßige' Verstöße gegen interne Richtlinien informiert". Das ließe sich auch im Detail nachweisen.
Laut "Spiegel" bestehe der Anwalt auf Weiterbeschäftigung. Das Nachrichtenmagazin zitiert aus der Klagebegründung: "Der Kläger behält sich vor, weitere und detaillierte Ausführungen zur Information über systematische und planmäßige Compliance-Verstöße im Unternehmen zu leisten."
Offensichtlich soll der Siemens-Konzern durch diese versteckte Drohung in die Enge getrieben werden, um bei der Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht eine "einvernehmliche" Abfindung zu zahlen. Dass Siemens Schäfer wieder einstellen wird, davon ist kaum auszugehen. Der Gesichtsverlust wäre zu groß.
Nach Angaben des Spiegel ermittelt Israels Securities Authority gegen den Manager des staatlichen israelischen Energiekonzerns IEC, Dan Cohen, wegen Verdachts der Bestechlichkeit. Es soll von der Kraftwerkssparte der Siemens AG mit Millionen geschmiert worden sein, um dem Konzern in den Jahren 2003/2004 einen 200-Millionen-Auftrag für die Lieferung von zwei Turbinen an die IEC zu sichern. Angeblich besitzt der Spiegel unterlagen, die Zahlungen von insgesamt rund 5 Millionen Euro beweisen. (Siemens: ra)
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