(07.02.08) – Die jetzige Aktion der Siemens AG hat stark den Charakter: "Die Kleinen hängt man". Siemens macht nämlich ihre Ankündigung wahr: Von Mitarbeiter, die im Korruptionsskandal verwickelt sind, fordert das Unternehmen nun Schadenersatz in Millionenhöhe. Angeblich sind von den Mahnbescheiden, die jetzt ausgeschickt wurden, keine Vorstände und ehemalige Vorstände betroffen.
Die Bescheide sollen bisher ausschließlich an Mitarbeiter der ehemaligen Kommunikationssparte gegangen sein. Von den Schadensersatz-Forderungen sind laut "Süddeutsche Zeitung" nur Angestellte betroffen, die nicht am Amnestie-Programm teilgenommen haben.
Bereits Anfang Januar war bekannt geworden, dass Siemens sich vom Verdacht der Kungelei mit Ex-Mitarbeitern, die im Schmiergeld- und Korruptionsskandal verwickelt sind, befreien will. In einem von einer Rechtsanwaltskanzlei aufgesetzten Schreiben verlangte Siemens von einem großen Teil der rund 40 Beschuldigten, gegen etwaige Schadenersatzforderungen des Konzerns keine Verjährung geltend zu machen. Allerdings sollen nicht alle Mitarbeiter dieser Aufforderung nachgekommen sein. Mitarbeiter, die sich quergestellt haben, sollen nun belangt werden.
Die Reaktion der Siemens AG steht offenbar in Verbindung mit den anstehenden Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der SEC und dem DoJ, bei dem es um eine "faire" Strafzahlung der Siemens AG geht. Das Unternehmen ist darauf angewiesen, seinen "guten Willen" und seinen "Willen zur Umkehr" zu zeigen. (Siemens: ra)
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