- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Aus Whale-Phishing-Aktivitäten lernen


Diebstahl geistigen Eigentums, Teil 3: Behalten Sie Ihren CEO im Auge
CEOs und andere C-Level-Führungskräfte überprüfen

Von Varonis

(27.10.15) - Hacker setzen bei breit angelegten Angriffen häufig auf Phishing-Methoden, um den ganz normalen Angestellten eines Unternehmens dazu zu bringen, seine Zugangsdaten preis zu geben. Die potenzielle Folge: Kundendaten werden in großem Stil abgezogen. Man kann sich die Urheber solcher Kampagnen ein bisschen vorstellen wie die Walmarts der Cyber-Welt. Sie verkaufen Kreditkartendaten (natürlich auf dem Schwarzmarkt) für ein paar Euro das Stück. Daneben gibt es aber auch Cyber-Gangs (und Regierungen), die ein anderes Ziel ins Visier nehmen. Für sie ist speziell das gehobene Management interessant, denn hier gibt es die Möglichkeit direkt auf das geistige Kapital eines Unternehmens zuzugreifen.

Lesen Sie zum Thema Phishing auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

DarkHotel ist eine dieser Elite-Gangs. Sie entwickelte eine Malware, um Spitzenmanager in Luxushotels anzugreifen: Die maßgeschneiderten APTs installierten einen einfachen Keylogger auf den Laptops ihrer Opfer und schickten die Ergebnisse anschließend an ein Netzwerk aus Command-and-Control-Servern.

Warum sollte man seine Zeit mit Kreditkartendaten vergeuden, wenn man kritische Insider-Informationen abgreifen und zweistellige Millionenbeträge mit schnellen Transaktionen an der Börse verdienen kann? Ein ziemlich lukrativer Job...

Whaling
Diese Attacken laufen gemeinhin unter dem Oberbegriff "Whale-Phishing". Aber dahinter steckt mehr als die üblichen Insider- und Outsider-Kategorien.

Der Initiator des Angriffs ist zwar ein Outsider. Doch was er erreichen kann, hängt in hohem Maß von den Gewohnheiten und Verhaltensweisen einer speziellen Gruppe von Insidern ab. Insider, die wahrscheinlich keine Internet-Experten im engeren Sinne sind.

Die DarkHotel-Gang hat es geschafft, die WLAN-Netzwerke von Hotels zu hacken – hauptsächlich in Japan, Korea, Taiwan und China – und Gäste zu überwachen, sobald diese sich angemeldet haben. Diese Spitzen-Führungskräfte erhielten dann eine Meldung mit der Aufforderung, ein Update für eine legitime Software wie Adobe Flash zu installieren. Der Patch enthielt ein äußerst raffiniertes und gut getarntes APT-Paket, das sich selbst auf Kernel-Ebene der betreffenden Laptops installierte.

Laut Experten von Kaspersky Labs, die die Attacke entdeckt haben, zielte die Gang auf "Top-Manager aus den USA und Asien ab, die im Asien-Pazifik-Raum investierten und Geschäfte machten, CEOs, Senior Vice Presidents, Vertriebs- und Marketingleiter und Top-Mitarbeiter aus dem F&E-Bereich."

Die Hacker befolgten einfach die Best Practices des Social Engineering: Man muss die Gewohnheiten und Vorlieben seiner potenziellen Opfer genau kennen und dann den perfekten Ansatzpunkt finden.

Neben Luxushotels nutzen hohe Führungskräfte zusätzlich gerne Fahrdienste. Eine Phishing-E-Mail mit dem Betreff "Rechnung für Limousine" würde sicher das Interesse von Vice Presidents und anderen Mitarbeitern der Chefetage wecken.

Und genau diesen Ansatz hat die Gang für ihre Attacken verwendet. Die angehängte Rechnung im PDF-Format enthielt die entsprechende Malware. Wie bei ganz gewöhnlichen Phishing-E-Mails, die auch "Otto Normalverbraucher" bekommt, wird die Payload durch das Öffnen der Datei geladen.

Wie weit soll die Überwachung gehen?
Natürlich müssen IT-Sicherheitsmaßnahmen alle Mitarbeiter überwachen. Nur so lässt sich der Diebstahl geistigen Eigentums durch Insider oder durch Hacker aufdecken, die den Perimeter-Schutz mithilfe gestohlener oder erratener Zugangsdaten umgehen konnten.
Was wir aus Whale-Phishing-Aktivitäten lernen, ist aber, dass Cyber-Gangs keine Kosten und Mühen scheuen, um proprietäre Inhalte zu stehlen. Die IT sollte also unbedingt die Chefetage ebenfalls überprüfen.

Ein Hinweis für die IT-Sicherheitsabteilung: Für C-Level-Führungskräfte sollten Sie sich über Regeln zu verschiedenen Typen aus der Analyse des Benutzerverhaltens schlau machen und alle Meldungen ernst nehmen. Gehen Sie nicht per se davon aus, dass es sich vermutlich um falsch-positive Ergebnisse handelt.

Wenn Sie eine Warnmeldung erhalten, weil ein Manager eine wichtige Präsentation in einen weniger gut geschützten Bereich des Dateisystems verschoben hat, dann rufen Sie ihn sofort an!

Es ist unserer Ansicht nach nicht notwendig, eine Spezialeinheit von "IT-Bodyguards" einzurichten, die ausschließlich die Chefetage schützen. Doch es ist durchaus sinnvoll, ein bis zwei Mitarbeiter des IT-Sicherheits-Teams zu bitten, ein Auge auf die Aktivitäten der C-Level-Führungskräfte zu haben.

Wenn ein Unternehmen nicht selbst Zeit und Geld investiert, um die Verhaltensweisen und Gewohnheiten seiner Top-Manager kennenzulernen, werden die Hacker das für Sie tun... und der Preis wird sehr viel höher sein. (Varonis: ra)

Varonis Systems: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Welche Produkte benötigen eine UKCA-Kennzeichnung?

    Es bleiben nur noch ein paar Monate, bis die Übergangsfrist für die UKCA-Kennzeichnung endet. BSI, das Unternehmen für Geschäftsverbesserung und Standards, möchte alle betroffenen Hersteller daran erinnern, die relevante regulierte Produkte in Großbritannien (England, Wales und Schottland) auf den Markt bringen wollen. Die UKCA-Kennzeichnung wird ab dem 1. Januar 2022 die herkömmliche CE-Kennzeichnung ersetzen. Betroffene Produkte, für die bisher die CE-Kennzeichnung durch eine Benannte Stelle benötigt wurde, müssen dann von einer in Großbritannien zugelassenen Stelle (UK Approved Body) mit der UKCA-Kennzeichnung versehen werden. Die CE-Kennzeichnung wird für die meisten Produkte ab dem 1. Januar 2022 nicht mehr anerkannt werden. Für Schiffsausrüstungen, medizinische Geräte und IVDs wurde eine verlängerte Übergangsfrist gewährt. Shahm Barhom, Group Product Certification Director bei BSI Group (British Standard Institution, sagte: "Seit unserem Austritt aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 befinden wir uns in einer Übergangszeit, in der sowohl die UKCA- als auch die CE-Kennzeichnung akzeptiert werden, aber ab dem 1. Januar 2022 wird dies nicht mehr der Fall sein. Die meisten Produkte, die in Großbritannien auf den Markt gebracht werden, benötigen ab dem kommenden Jahr die UKCA-Kennzeichnung und die damit verbundenen Prüfungen und Zertifizierungen müssen von einer in Großbritannien zugelassenen Stelle durchgeführt werden.

  • EU-GwG Geldwäsche und Terrorismusfinanzierug

    Seit dem Jahr 1991, als das EU-GwG Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erstmals definierte und zum Straftatbestand erklärte, befindet es sich in einem stetigen Wandel. In der aktuellsten Ausführung - mittlerweile der fünften - reagieren die Änderungsrichtlinien besonders auf das Bekanntwerden der sogenannten Panama-Papers sowie auf die terroristischen Anschläge in Paris und Brüssel. Außerdem ergab eine Studie der Universität Halle von 2016, dass in Deutschland jährlich immer noch 100 Milliarden Euro gewaschen werden. (Dunkelstudie über den Umfang der Geldwäsche in Deutschland und über die Geldwäscherisiken in einzelnen Wirtschaftssektoren, Prof. Dr. jur. Kai-D. Bussmann, 2016). Letzte Überarbeitungen erweiterten daher vor allem den Kreis der Verpflichteten, sehen aber auch eine weitere Steigerung der Transparenz vor. Auch die Sorgfaltspflicht, primär beim Einsatz virtueller Währungen oder bei Geschäftsbeziehungen mit Hochrisikodrittländern, verschärft sich deutlich. Die Umsetzung dieser Erweiterungen bedeutet für verpflichtete Unternehmen einen hohen bürokratischen Aufwand, der einige Kapazitäten binden kann. Als umso wichtiger erweisen sich daher eine klare Präventionsstratiegie und innovative Softwareunterstützung.

  • Gesetz zum Whistleblower-Schutz

    Zum Ende des Jahres 2021 wird das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz in Kraft treten: Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro müssen verpflichtend Hinweisgebersysteme einführen. Was Arbeitnehmer sowie Unternehmen bei einer Whistleblowing-Plattform beachten sollten, weiß Whistleblowing-Experte Kai Leisering von Business Keeper. EU-Whistleblowing-Richtlinie: Noch sind Whistleblower in Europa und Deutschland nicht ausreichend geschützt: Häufig haben sie für die Meldung eines Missstandes mitunter schwerwiegende Konsequenzen zu befürchten. Das Bundesjustizministerium hat deswegen bis Ende des Jahres Zeit, das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz umzusetzen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro, ab 2023 dann auch Unternehmen mit über 50 Angestellten, staatliche Institutionen und Gemeinden ab einer bestimmten Größe zur Einführung einer Whistleblowing-Plattform.

  • Vermächtnis und Familienbande

    Leere Chefsessel in mittelständischen Betrieben? Vor allem in Familienunternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sehen sich viele Senior-Entrepreneure bei ihrer Suche nach einem Nachfolger mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert. Ein Mangel an geeigneten Kandidaten ist dabei nur einer der Stolpersteine auf dem Weg zum Generationswechsel im Betrieb. "Oft warten Inhaber zu lange damit, ihre Rückzugspläne zu konkretisieren. Bei anderen mangelt es an individuell zugeschnittenen Regelungen", weiß Felix Korten, Rechtsanwalt und Vorstand der Korten Rechtsanwälte AG. Damit sich die Stabsübergabe von der ersten auf die zweite oder sogar dritte Generation nicht zum Spießrutenlauf entwickelt, muss der Machtwechsel gründlich vorbereitet und professionell begleitet werden.

  • Neun Praxistipps zur digitalen Betriebsprüfung

    Eine Steuerprüfung ist immer mit Aufregung verbunden. Geht dann noch das große Suchen los, wird sie zum puren Stress. Damit sich Unternehmen für den Tag X optimal aufstellen, hat der ERP-Hersteller proAlpha neun Praxistipps zusammengestellt. Es gibt schönere Dinge im Leben eines kaufmännischen Leiters als eine digitale Betriebsprüfung. Denn die Menge möglicher Stolpersteine ist enorm. Damit Unternehmen der nächsten Prüfung entspannter entgegensehen können, helfen neun einfache Praxistipps.