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Risikomanagement & Schweizer Krankenversicherer


Mit dem Inkrafttreten des KVAG wurden die Krankenversicherer dazu verpflichtet, ihr Risikomanagement zu formalisieren und geeignete Maßnahmen zu implementieren, um auch ihren operationellen Risiken gerecht zu werden
Lessons Learned beim Aufbau eines entscheidungsrelevanten Führungsinstruments

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Dr. Cyrill Baumann, Prof. Dr. Stefan Hunziker

Schweizer Krankenversicherer sind seit 2016 gesetzlich dazu verpflichtet, ein Risikomanagement zu implementieren. Es wird als Maßnahme verstanden, die Risiken der Zahlungsunfähigkeit einer Krankenversicherung zu minimieren und dient somit den schützenswerten Versicherteninteressen. Auf Basis einer Fallstudienanalyse der Atupri Gesundheitsversicherung wird in diesem Beitrag aufgezeigt, wie Atupri die gesetzlichen Anforderungen als Chance genutzt hat, Risikomanagement zu einem entscheidungsrelevanten, strategischen Führungsinstrument zu etablieren. Zentrale Lessons Learned, die als Praxisempfehlungen formuliert werden, runden den Beitrag ab.

Seit dem 1. Januar 2016 und mit einer Übergangszeit von zwei Jahren gilt für Schweizer Krankenversicherer das Krankenversicherungsaufsichtsgesetz (KVAG), welches in Artikel 22 Absatz 1 vorschreibt, dass die Versicherer so organisiert sein müssen, dass sie insbesondere alle wesentlichen Risiken erfassen, begrenzen und überwachen können. Die Pflicht zur Implementierung eines Risikomanagements stellt dabei eine Maßnahme zur Reduktion des Risikos der Zahlungsunfähigkeit einer Krankenversicherung dar und dient damit den schützenswerten Versicherteninteressen. Gleichzeitig soll damit eine risikoorientierte Geschäftstätigkeit sowie ein entsprechendes Bewusstsein der Geschäftsleitung hinsichtlich der Risikopotenziale des Versicherungsunternehmens bewirkt werden. Vor dem Inkrafttreten des KVAG beschränkte sich das Risikomanagement bei Schweizer Krankenversicherer auf die Rechnungslegung sowie auf die Versicherungs-, Kredit- und Marktrisiken (KVG-Solvenztest).


Dieser Beitrag aus der Zeitschrift Risk, Fraud & Compliance (ZRFC) (Ausgabe 3, 2021, Seite 114 bis 120) wurde von der Redaktion von Compliance-Magazin.de gekürzt.
In voller Länge können Sie ihn und weitere hier nicht veröffentliche Artikel im ZRFC lesen.


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Im Überblick: ZRFC

Zeitschrift Risk, Fraud & Compliance (ZRFC)

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    Im Informationszeitalter nimmt die Bedeutung, aus Daten geschäftsrelevante Informationen und Erkenntnisse zu generieren, weiterhin stark zu. Das Risiko, sich als Unternehmen diesem Weg zu verweigern, ist enorm. Notwendiges Wissen über die eigene Wertschöpfungskette jenseits seit scheinbar Jahren geltenden Zusammenhängen, wird verpasst. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Konkurrenz sich eben nicht der Analyse und ihren Möglichkeiten verschließt und somit effektiver und effizienter und damit erfolgreicher handeln wird. Es ist also fast immer geboten, sich vor dem Hintergrund unternehmerischer Verantwortung mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dieser Aufsatz ist der Auftakt zu einer Serie von Artikeln, die sich mit der Frage beschäftigen und vor allem aufzeigen, wie sich durch den Einsatz statistischer Verfahren Mehrwerte im betriebswirtschaftlichen Kontext, also in Bezug auf die Wertschöpfungskette, generieren lassen.

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  • Existiert ein Fragerecht zur Impfung?

    In Deutschland finden immer mehr Impfungen gegen das Coronavirus statt. Erwartet wird, dass in wenigen Monaten bereits einem Großteil der Bevölkerung eine Impfmöglichkeit offensteht, nachdem die bevorzugten Risikogruppen bereits geimpft wurden. Die bestehende Impfmöglichkeit gegen das Virus löst in der Öffentlichkeit zusehends eine Diskussion aus, ob geimpfte Personen besondere Vorzugsrechte erhalten, wie zum Beispiel erleichterten Zutritt zu Restaurants oder Kulturveranstaltungen. In diesem Zusammenhang wächst auch die Frage, ob der Arbeitgeber von seinen Miterarbeitenden verlangen kann, sich zum Schutz der Allgemeinheit und der Kolleginnen und Kollegen gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Eine gesetzliche Impfpflicht besteht bislang in Deutschland nicht. Die Bundesregierung hat zuletzt mehrfach betont, sie wolle auch keine Impfpflicht einführen.

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    Das Instrument der Hausdurchsuchung ist eine beliebte und äußerst wirksame Zwangsmaßnahme der Wettbewerbsbehörden der Schweiz als auch des Fürstentums Liechtenstein (Liechtenstein). Die Durchführung einer Hausdurchsuchung greift aber in diverse verfassungsmäßige Rechte der betroffenen Unternehmen ein. Schriftliche Beweismittel spielen erfahrungsgemäß jedoch eine große Rolle im kartellrechtlichen Verfahren und andere Ermittlungsinstrumente versprechen regelmäßig keinen vergleichbaren Erfolg. Der Ablauf einer Hausdurchsuchung sowie die diversen damit einhergehenden Rechte und Pflichten sind daher gesetzlich klar geregelt.

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  • Deutsches Wertesystem als Maßstab des Handelns

    Compliance-Programme zielen darauf ab, eine Regelkonformität in einem Unternehmen sicherzustellen. Auf diese Weise werden Kontrollen eingerichtet, die Handlungsspielräume abstecken. Jedes Regelwerk ist jedoch unvollkommen und wird daher häufig durch Integritätsprogramme ergänzt. Ein klares Verständnis für Integrität - das Wissen, das Richtige zu tun - fördert die Compliance in einem Konzern. Warum aber handeln Menschen in bestimmten Ländern und Kulturkreisen anders als in Deutschland? Warum gibt es in bestimmten Ländern umfassendere lokale (Unternehmens-) Richtlinien, auch wenn diesbezüglich keine gesetzlichen Anforderungen vorliegen? Dies sind Fragen der praktischen Vernunft, denn es ist ein Nachdenken über das, was wir als gut oder richtig in einer Kultur empfinden, also über Moral.

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