Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäisches Parlament

Nutzung von Big Data für Dienstleistungen


Daten-Governance: Warum sind die EU-Rechtsvorschriften zur gemeinsamen Nutzung von Daten so wichtig?
Mit neuen EU-Rechtsvorschriften zur gemeinsamen Nutzung von Daten werden Start-ups und Unternehmen bei der Nutzung von Big Data unterstützt und Innovationen gefördert




Massendaten bergen immense Möglichkeiten in zahlreichen Bereichen. Damit spielen sie eine Schlüsselrolle beim digitalen Wandel der EU. Mit dem vom Parlament am 6. April 2022 verabschiedeten Daten-Governance-Gesetz (Data Governance Act, DGA) wird das Ziel verfolgt, die gemeinsame Nutzung von Daten in der EU zu fördern, sodass Unternehmen und Start-ups Zugang zu mehr Daten haben, die sie zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen nutzen können. Der Zugang zu Big Data ist entscheidend, um das Potenzial der künstlichen Intelligenz voll auszuschöpfen.

"Daten haben nur dann einen Wert, wenn sie aggregiert, aufbereitet und auf die richtige Weise genutzt werden", sagt Angelika Niebler (EVP, Deutschland), die die Gesetzgebung durch das Parlament geleitet hat. "Einige Unternehmen wissen vielleicht gar nicht, was man mit den Daten ihrer Industriemaschinen machen kann. Durch mehr Datenaustausch können neue Geschäftsmodelle entstehen, mehr Effizienz erreicht oder Produkte verbessert werden."

Mit den neuen Rechtsvorschriften zur gemeinsamen Nutzung von Daten werden die Unternehmen auch von niedrigeren Datenkosten und geringeren Markteintrittsschranken profitieren, sodass sie ihre Produkte schneller auf den Markt bringen können.

Daten können auch den Verbrauchern zugutekommen, indem sie für einen intelligenteren Energieverbrauch sorgen, was zur Senkung der Emissionen beitragen kann. Sie könnten auch personalisierte Medikamente ermöglichen. "Die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos", so Niebler.

Wie werden die neuen Rechtsvorschriften zur gemeinsamen Nutzung von Daten zur Vertrauensbildung beitragen?
Die neuen Vorschriften sollen das Vertrauen in die gemeinsame Nutzung von Daten stärken, indem sie Massendaten sicherer und einfacher machen und mit den Datenschutzvorschriften in Einklang bringen. Dies soll durch eine Reihe von Instrumenten erreicht werden, die von technischen Lösungen wie Anonymisierung und Zusammenführung von Daten bis hin zu rechtsverbindlichen Vereinbarungen der Weiterverwender reichen.

Durch die Vorschriften wird ermöglicht, dass die in einigen Bereichen des öffentlichen Sektors erhobenen Daten besser genutzt werden können. Auch wird so die Schaffung gemeinsamer europäischer Datenräume möglich gemacht. Davon können wichtige Bereiche wie Gesundheit, Umwelt, Energie, Landwirtschaft, Mobilität, Finanzen, Fertigung und öffentliche Verwaltung profitieren.

Die neuen Regeln für Datenmarktplätze (in der Regel Online-Plattformen, auf denen Nutzer Daten kaufen oder verkaufen können) werden dazu beitragen, dass neue Intermediäre als vertrauenswürdige Datenorganisatoren anerkannt werden.

Die Regeln werden es auch Unternehmen, Einzelpersonen und öffentlichen Organisationen erleichtern, Daten zum Nutzen der Gesellschaft zu teilen (Datenaltruismus).

Mit den Regeln soll eine Alternative zu Big-Data-Plattformen geschaffen werden, die über eine große Menge an Daten verfügen.

"Die Neutralität der Datenvermittlungsdienste ist der Schlüssel", sagte Niebler. "Wir wissen aus Umfragen unter KMU, dass viele Unternehmen zögern, Daten weiterzugeben, weil sie befürchten, dass sie in die falschen Hände geraten könnten. Ebenso möchte ich als Bürger, wenn ich sensible Gesundheitsdaten weitergebe, sicher sein, dass sie von einer vertrauenswürdigen Organisation behandelt werden, die bestimmte Regeln befolgen muss. Mit dem Daten-Governance-Gesetz, insbesondere mit dem Zertifizierungssystem (…), können wir Datenmarktplätze schaffen, denen Unternehmen und Bürger vertrauen können." (Europäisches Parlament: ra)

eingetragen: 07.04.22
Newsletterlauf: 21.06.22


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäisches Parlament

  • Transparenz und Rechtssicherheit für Unternehmen

    Das Parlament hat seine Verhandlungsposition zu Rechtsvorschriften festgelegt, die marktverzerrende drittstaatliche Subventionen für in der EU tätige Unternehmen verhindern sollen. Das neue Instrument erlaubt der EU-Kommission, gegen marktverzerrende ausländische Subventionen für Unternehmen vorzugehen, wenn diese EU-Unternehmen erwerben oder sich an öffentlichen Aufträgen in der EU beteiligen wollen.

  • Geschlechtsspezifisches Lohngefälle

    Beträgt das Lohngefälle mehr als 2,5 Prozent, muss ein Aktionsplan für die Gleichstellung erstellt werden. Unternehmen in der EU mit mindestens 50 Beschäftigten sollten in Bezug auf die Entlohnung vollständig transparent sein und mögliche Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigen. Das europäische Parlament hat für die Aufnahme von Verhandlungen mit den EU-Regierungen über einen Kommissionsvorschlag für eine Richtlinie über Lohntransparenz gestimmt.

  • Nutzung von Big Data für Dienstleistungen

    Massendaten bergen immense Möglichkeiten in zahlreichen Bereichen. Damit spielen sie eine Schlüsselrolle beim digitalen Wandel der EU. Mit dem vom Parlament am 6. April 2022 verabschiedeten Daten-Governance-Gesetz (Data Governance Act, DGA) wird das Ziel verfolgt, die gemeinsame Nutzung von Daten in der EU zu fördern, sodass Unternehmen und Start-ups Zugang zu mehr Daten haben, die sie zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen nutzen können. Der Zugang zu Big Data ist entscheidend, um das Potenzial der künstlichen Intelligenz voll auszuschöpfen.

  • Keine Schlupflöcher

    Das im November 2021 mit dem Rat der EU vereinbarte Daten-Governance-Gesetz (Data Governance Act, DGA) zielt darauf ab, das Vertrauen in die gemeinsame Nutzung von Daten zu stärken, neue EU-Regeln für die Neutralität von Datenmarktplätzen zu schaffen und die Wiederverwendung bestimmter Daten im Besitz des öffentlichen Sektors zu erleichtern. Es wird gemeinsame europäische Datenräume in strategischen Bereichen wie Gesundheit, Umwelt, Energie, Landwirtschaft, Mobilität, Finanzen, Fertigung, öffentliche Verwaltung und Kompetenzen einrichten.

  • Schutz des EU-Haushaltes bei Verstößen

    Die Kommission muss ihren Verpflichtungen zum Schutz des EU-Haushaltes bei Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit nachkommen, fordern die Abgeordneten. In einer Plenardebatte fragten die Abgeordneten EU-Kommissar Hahn, warum die Kommission die Maßnahmen zum Schutz des EU-Haushaltes bei Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit noch nicht eingesetzt hat. Fast alle Redner betonten, dass die neuen Regeln bereits am 1. Januar in Kraft getreten sind, und die Bestimmungen rechtlich bindend sind. Die Beschlüsse des Europäischen Rates zur verzögerten Anwendung der Rechtsstaatlichkeitskonditionalität haben dagegen keinerlei rechtliche Wirkung.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen