Qualifikationsmatrix empfohlen


Kompetenzprofile von Aufsichtsrats- und Prüfungsausschussmitgliedern: Inhaltsanalyse der Qualifikationsmatrizen
Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied pro Unternehmen verfügt über Expertise im Rechnungswesen



Prof. Dr. Reiner Quick, Kevin Gauch, Rebekka Ballering

Nach der aktuellen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten, wobei auf Diversität zu achten und Nachhaltigkeitsexpertise zu berücksichtigen ist. In diesem Kontext ist eine Qualifikationsmatrix zu erstellen. Der vorliegende Beitrag untersucht die Berichterstattung für die DAX-40-Unternehmen und zeigt Verbesserungsbedarf auf.

Das Diversitätsmanagement eines Unternehmens nimmt inzwischen für zahlreiche Stakeholder eine bedeutende Rolle bei der Entscheidungsfindung ein. So wird beispielsweise die Geschlechterdiversität im Aufsichtsrat und Vorstand von vielen Investoren als wesentliches Kriterium betrachtet. Diversität beschränkt sich jedoch keineswegs auf geschlechterspezifische Merkmale, sondern umfasst weitere Unterscheidungsmerkmale, beispielsweise Kompetenzen. § 105 Abs. 1 AktG sieht eine klare Trennung zwischen Leitungs- und Kontrollorgan vor, d.h. ein Aufsichtsratsmitglied kann nicht gleichzeitig im Vorstand der Gesellschaft tätig sein. Der Aufsichtsrat übernimmt nach § 111 Abs. 1 AktG die Überwachung der Geschäftsführung.

Um diese Funktion zeitgemäß und umfassend ausüben zu können, bedarf es kompetenter Aufsichtsräte. Das Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG), das am 1.7.2021 in Kraft trat, hat die Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder von Unternehmen von öffentlichem Interesse verschärft, um das Vertrauen der Anleger in den deutschen Kapitalmarkt zu stärken. Nach § 100 Abs. 5 AktG muss nunmehr mindestens ein Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und mindestens ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf demGebiet der Abschlussprüfung verfügen. Zudem müssen die Mitglieder in ihrer Gesamtheit Branchenkenntnisse aufweisen.

Dieser Beitrag aus der Zeitschrift für Corporate Governance (ZCG) (Ausgabe 1, 2024; Seite 24 bis 28) wurde von der Redaktion von Compliance-Magazin.de gekürzt.
In voller Länge können Sie ihn und weitere hier nicht veröffentliche Artikel im ZCG lesen.


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Im Überblick: ZCG

Zeitschrift für Corporate Governance (ZCG)

  • Qualifikationsmatrix empfohlen

    Nach der aktuellen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten, wobei auf Diversität zu achten und Nachhaltigkeitsexpertise zu berücksichtigen ist.

  • SOGs gewinnen an Bedeutung

    Aktienhaltevorschriften bzw. Share Ownership Guidelines (SOGs) haben in den vergangenen Jahren in der Vorstandsvergütung an Relevanz gewonnen, insbesondere in größeren börsennotierten Unternehmen. Auch der Druck auf kleinere börsennotierte Unternehmen, SOGs einzuführen, nimmt zu.

  • Einführung: D&O-Versicherung

    Im Folgenden werden für die Unternehmensführung bedeutsame Entscheidungen besprochen. Im ersten Fall geht es um eine D&O- Versicherung. Ein Teil des Versicherungsschutzes kann auch in der Übernahme von Verteidigungskosten im Fall eines Strafverfahrens gegen den Geschäftsführer bestehen.

  • Einrichtung von Hinweisgebersystemen

    Der vorliegende Beitrag beleuchtet die rechtlichen Herausforderungen, die sich für Unternehmen unter der Whistleblower-Richtlinie der EU und dem Hinweisgeberschutzgesetz stellen. Er gibt einen Überblick zu den gesetzlichen Regelungen und praxisorientierte Empfehlungen unter Berücksichtigung der teils unterschiedlichen Anforderungen in den Mitgliedstaaten der EU.

  • Chancen und Risiken der Dualen Führung

    An Führungsrollen werden immer höhere Anforderungen gestellt. Eine Möglichkeit, die Anforderungen zu erfüllen, ist die Duale Führung. So ist in wichtigen Bereichen eine Vertretung gewährleistet, es besteht eine geringere Gefahr des Auftretens von unmoralischen oder illegalen Managementpraktiken.

  • Nachhaltigkeitsberichterstattung

    Mit dem Inkrafttreten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) im Januar 2023 begann eine neue Zeitrechnung in der Berichterstattung europäischer Unternehmen. Diese erhielt Ende Oktober noch konkretere Gestalt - die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) nahmen die letzten politischen Hürden und konnten ebenso in Kraft gesetzt werden.

  • Welchen Mehrwert schafft der Aufsichtsrat?

    Die Rolle des Aufsichtsrats wird mit teils schillernden Formulierungen zu umreißen versucht. Im Ergebnis stiften sie jedoch häufig eher Unklarheit, namentlich wenn es um die Abgrenzung des Aufsichtsrats vom Vorstand geht.

  • Rechtsprechungsreport

    Im Folgenden werden für die Unternehmensführung bedeutsame Entscheidungen besprochen. Haftet ein Geschäftsführer persönlich gegenüber Arbeitnehmenden, wenn er nicht den Mindestlohn zahlt? In dem zugrunde liegenden Fall war der Lohn wegen der Insolvenz der Gesellschaft nicht mehr gezahlt worden.

  • Bekämpfung von Finanzkriminalität

    Zur Bekämpfung von Finanzkriminalität hat die Regierung umfangreiche Maßnahmen erarbeitet, die ab dem 1.1.2024 angewendet werden sollen. Die vorgesehenen Reformen sind umfassend. Sie betreffen nicht nur zahlreiche Gesetze, sondern bringen auch veränderte Strukturen von mehreren Bundesbehörden mit sich.

  • Messung des Nutzens guter IR-Arbeit

    In der ZCG-Ausgabe 5/23 wurde ein Instrument zur Messung der Qualität der Investor-Relations-Arbeit entwickelt und die Ergebnisse dieser Messung in Bezug auf ausgewählte deutsche Unternehmen vorgestellt.

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