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Green IT: Energieeffizientere Rechenzentren


Das Thema energieeffiziente IT sollte bei allen CIOs und in jedem Unternehmen oberste Priorität haben - CIOs sollten über den Tellerrand blicken und alle Vorteile der Virtualisierungstechnologie ausschöpfen
IT-Manager sollten sich auf das zentrale Management virtueller und physischer Anwendungen konzentrieren, um das kostensparende Potential logischer Ressourcen auszuschöpfen


Von: Rich Lechner, Vice President, IBM IT Optimization

(23.10.07) - Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) hat kürzlich ermittelt, dass Rechenzentren im Jahr 2006 61 Milliarden Kilowattstunden (kWh) verbraucht haben, was knapp 1,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der USA und 4,5 Milliarden Dollar an Energiekosten entspricht. Falls sich dieser Trend fortsetzt, wird sich der Energieverbrauch der amerikanischen Server und Rechenzentren bis 2011 voraussichtlich verdoppeln. Aus diesem Grund sollte das Thema energieeffiziente IT bei allen CIOs und in jedem Unternehmen oberste Priorität haben.

Eine zentrale Technologie für energieeffizientere Rechenzentren ist die Virtualisierung. Durch sie können einzelne Server in kleinere "virtuelle" Einheiten zerlegt werden oder kleinere, individuelle Maschinen zu einem größeren System zusammengelegt werden.

Gartner schätzt, dass mehr als 90 Prozent aller Unternehmen ihre Virtualisierungsfeatures primär dazu nutzen, in ihren x86-Servern-Farmen Kosten und Platz zu sparen. Tatsächlich hat die Server-Virtualisierung im Jahr 2006 den x86-Server-Markt um 4 Prozent einbrechen lassen.

Aus diesem Grund sollten CIOs über den Tellerrand blicken und alle Vorteile der Virtualisierungstechnologie ausschöpfen. Diese kann unter Anderem auch dazu verwendet werden, IT-Ressourcen zu konzentrieren um eine effektive Leistungssteigerung zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist die Speichervirtualisierung, die multiple Arrays von unterschiedlichen Anbietern in einen einzigen virtuellen Speicher integrieren kann. Eine Senkung der Energiekosten kann dabei die Gesamtbetriebskosten reduzieren. Vor allem Speicherressourcen, die laut IDC um 50 Prozent pro Jahr anwachsen, benötigen den Großteil der Energie eines Rechenzentrums, in manchen Fällen sogar dreizehn Mal mehr als alle Prozessoren zusammen. Die Auslastung der Speicherressourcen beträgt oft nur rund 25 Prozent, was letztlich die gesamte IT-Umgebung schwächt.

Da immer mehr Kunden wichtige Daten langfristig abspeichern müssen, steigen auch die damit verbundenen Energiekosten. Die Speichervirtualisierung kann die Auslastungsrate von 25 Prozent auf 60 Prozent und mehr anheben und so Energie sparen. Neben der Leistung und der Zugriffszeit wird in Zukunft der Stromverbrauch ein weiteres entscheidendes Kriterium für Speicheranlagen werden. Hier könnte der Bandspeicher eine energieeffiziente und langfristige Alternative sein.

Durch die Verwendung von Virtualisierungstechnologien und Management Tools in allen System-Assets wie Servern, Speicher- und Netzwerkanwendungen können höhere Auslastungsraten erzielt werden. Damit können Unternehmen auf bisher ungenutzte Ressourcen zurückgreifen ohne weitere energieintensive Kapazitäten hinzufügen zu müssen. Die energieeffizienteste Anlage ist diejenige, die nicht an den Stromkreis angeschlossen ist, egal ob es sich dabei um Server, Router oder Speicheranwendungen handelt.

IT-Manager sollten sich auch auf das zentrale Management virtueller und physischer Anwendungen konzentrieren, um die Produktivität zu maximieren und das kostensparende Potential logischer Ressourcen auszuschöpfen.

Die Verwaltung der IT-Infrastruktur ist mittlerweile für viele Unternehmen der größte und am schnellsten wachsende Posten aller IT-Ausgaben. Durch die Virtualisierung können mittels Konsolidierung der physischen Ressourcen Energiekosten gesenkt werden und die Komplexität durch eine Steigerung der virtuellen Ressourcen erhöht werden. Eine Reihe von Branchenanbietern bieten dazu effektive Tools, die aktives Energiemanagement durch die gleichmäßige Verteilung der Workloads ermöglichen.

Das Wissen um den Zusammenhang zwischen physischen und virtuellen Ressourcen unterstützt Administratoren bei der Verwaltung der IT-Infrastruktur. Management Tools, die alle Ressourcen- sowohl physischer als auch virtueller Art- von einem einzelnen Steuerpult aus überwachen können, reduzieren die Anzahl der benötigten Tools und die Verwaltungskosten spürbar. Diese Tools können auch dabei helfen, virtuelle Server automatisch zu verlagern um gleichmäßige Auslastungsraten zu erzielen und den Zustand der Anwendungen zu kontrollieren, was Systemausfälle verhindern kann.

Viele Unternehmen haben zudem das Problem zu bestimmen, wie und zu welchem Zweck Angestellte die virtuellen Ressourcen nutzen. Es ist entscheidend für den Erfolg eines Energiesparprogramms, den Verwendungszweck der IT-Ressourcen genau zu kennen um Kosten effektiv einzudämmen und zwischen physischen und virtuellen Servern unterscheiden zu können.

In diesem Fall kann ein IT-Ausgleichsverfahren, also die Möglichkeit, IT- und Entwicklungskosten auf einzelne Geschäftseinheiten zurückzuführen, implementiert werden um die IT-Zuordnung und die Ressourcenaufstellung zu verbessern. Es existieren mittlerweile unzählige Tools, die die Verwendung von Applikationen, Servern und anderen IT-Ressourcen überwachen, damit diejenigen Firmen, die ihre Server konsolidieren möchten, diese nun virtualisieren können und danach nur noch für tatsächlich verwendete Ressourcen bezahlen.

Das Einbeziehen der Virtualisierung in Ausgleichsprozesse kann nicht nur den Prozess durch die exakte Abbildung der Unternehmensressourcen in Geschäftseinheiten verbessern, sondern es ermöglicht es Unternehmen auch, ihr Budget verstärkt für Energiesparprogramme einzusetzen.

Energiesparen wird belohnt: In den USA bieten mehr als 80 lokale und staatliche Energiesparprogramme Vergünstigungen für die Energieeffizienz eines Unternehmens. Eine der ersten Organisationen, die so ein Programm in Leben gerufen hat, war die PG&E (Pacific Gas and Electric) aus Kalifornien. Das Unternehmen hat einen Aktionsplan verabschiedet, der eine anteilige Kostenerstattung für Server, Speicherkonsolidierungsprojekte inklusive Software, Hardware und Beratung bis zu 4 Millionen Dollar vorsieht.

Ein energieeffizientes Rechenzentrum sollte heutzutage ein Muss sein. Das Ergebnis sollte die Einführung von Virtualisierungstechnologien sein, die durch die Konsolidierung von existierender Hardware spürbar Energie sparen und dabei geeignete Management Tools und Methoden anwenden. (IBM: ra)