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Harmonisierung des Versicherungsrechts


Aktuarielle Risiken, Reserveprozess und Solvency II – Auswirkungen auf die Interne Revision
Zur Erfüllung der qualitativen Anforderungen an das Governance-System im Rahmen der zweiten Säule von Solvency II haben betroffene Versicherungsunternehmen die Vorschriften der §§ 23–31 des VAG zu befolgen



Von Peter Gorontzy, Simone Hehmeyer, Prof. Dr. Martin Klem, Prof. Dr. Marcel Wiedemann

Im Rahmen des Governance-Systems nach Solvency II hat die Interne Revision das IKS im aktuariellen Reserveprozess (= Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen) zu prüfen. Die Beurteilung von dessen Angemessenheit und Wirksamkeit erfordert von der Internen Revision aktuarielle Fachkompetenz im Hinblick auf den Reserveprozess. Dieser Artikel erläutert die relevanten Fehlerrisiken inner- und außerhalb des Reserveprozesses, insbesondere im Bereich der Datenqualität, der Modellwahl, der Kalibrierung sowie Kontrollrisiken bei der Validierung. Ferner zeigen die Autoren, dass ein angemessener Austausch zwischen Interner Revision und Versicherungsmathematischer Funktion für ein effizientes IKS und dessen Prüfung hilfreich sein kann.

Mit Inkrafttreten der EU-Rahmenrichtlinie zu Solvency II (EU-RRL) am 1. Januar 2016 und ihrer Übernahme in nationales Recht gelten besondere Verpflichtungen für Versicherungsunternehmen, die der Harmonisierung des Versicherungsrechts in Europa und der Gewährleistung der Finanzstabilität dienen. Ein zentraler Bestandteil dieser Verpflichtungen im Rahmen des Governance-Systems (= Säule II) ist die zwingend vorgeschriebene Einrichtung eines wirksamen internen Kontrollsystems (IKS).

Dabei ist die Interne Revision als sogenannte "3. Verteidigungslinie" ein wichtiger Bestandteil dieses Governance-Systems, da sie u. a. bei der Überwachung des IKS tätig wird. Dieser Artikel beleuchtet die IKS-Prüfung des Reserveprozesses bei Schaden-/Unfallversicherern (SUV) durch die Interne Revision und fokussiert auf relevante aktuarielle Risiken.

Dieser Beitrag aus der Zeitschrift für Interne Revision (ZIR) (Ausgabe 4, 2016, Seite 170 bis 178) wurde von der Redaktion von Compliance-Magazin.de gekürzt.

In voller Länge können Sie ihn und weitere hier nicht veröffentliche Artikel im ZIR lesen.

eingetragen: 03.09.16
Home & Newsletterlauf: 11.10.16


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Im Überblick

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  • Best Practices für Maßnahmenvereinbarung

    Täglich treffen wir als Prüfende in unseren Prüfungen Feststellungen und formulieren dazu Maßnahmen. Idealerweise sind unsere Feststellungen und Maßnahmen einvernehmlich vereinbart und abgestimmt. Eingeholt von der Wirklichkeit treffen wir auf langwierige Diskussionen mit dem Fachbereich, mühevoll errungene Kompromisse und nicht erledigte Maßnahmen in unserem Follow-up.

  • Risiken durch Fördervereine

    Die Anlässe von Fördervereinsgründungen im Krankenhausumfeld sind vielfältig. Zentrale Ziele sind im Allgemeinen die Verbesserung der Patientenversorgung, die Förderung der Forschung und die Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Diese Ziele können durch die Bereitstellung von materiellen und immateriellen Zuwendungen erreicht werden. Personen, wie zum Beispiel ehemalige Patienten und Prominente sowie Unternehmen können durch Spenden die Arbeit eines Fördervereins unterstützen und damit zur Erreichung der Ziele beitragen. Somit können Unterstützungen durch Fördervereine eine Ergänzung zur regulären Krankenhausfinanzierung darstellen.

  • Auslagerung von Revisionsleistungen

    Die Interne Revision gilt nicht nur in der Praxis als wichtiger Baustein einer funktionierenden Corporate Governance, sondern findet auch in der Forschung immer mehr Beachtung. In diesem Beitrag liefern wir einen Überblick über eine kürzlich veröffentlichte Studie von Abdul Wahab et al. (2021) zu den Konsequenzen der Auslagerung von Revisionsleistungen aus Sicht der Wirtschaftsprüfung. Die Autoren finden darin heraus, dass Wirtschaftsprüfer weniger Prüfungshonorare verlangen, wenn Revisionsleistungen im Unternehmen durch externe Dienstleister erbracht werden.

  • Der Mehrwert der Internen Revision

    Das DIIR - Deutsches Institut für Interne Revision e. V. richtete 2011 an der Universität Duisburg-Essen eine Stiftungsprofessur "Interne Revision und Corporate Governance" ein. Hierdurch sollten einerseits im Rahmen von nationalen und internationalen Forschungsprojekten neue Erkenntnisse zur Internen Revision geliefert werden und andererseits durch praxisnahe Wissensvermittlung Studierenden der spätere Berufseinstieg in die Interne Revision ermöglicht werden. Zehn Jahre später ist der Lehrstuhl unter Prof. Dr. Marc Eulerich international als größter Forschungscluster zur Internen Revision bekannt und führt als deutschlandweit einziger Lehrstuhl für Interne Revision jährlich Hunderte Studierende an den Beruf der Internen Revision heran. Anlässlich dieses Jubiläums wird in diesem Beitrag die Arbeit der vergangenen zehn Jahre am Lehrstuhl für Interne Revision vorgestellt.

  • Risiken im Nachhaltigkeitskontext

    Die Begrifflichkeiten Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility oder ESG stehen vereinfacht gesprochen für eine Stakeholder-orientierte Unternehmensführung, in der neben der finanziellen Leistungsfähigkeit auch die nicht-finanzielle Performance betrachtet wird. Die Interne Revision kann in diesem Kontext einen Mehrwert durch die Erbringung von objektiven und unabhängigen Prüfungs- und Beratungsdienstleitungen erbringen. Der vorliegende Beitrag betrachtet vor diesem Hintergrund das Engagement der Internen Revision im Themengebiet der Nachhaltigkeit auf Basis einer Befragung von 91 Internen Revisoren im deutschsprachigen Raum und versucht so, neue Einblicke in die gelebte Praxis der Revision zu geben.

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