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Stromerzeugung im Wandel


Monitoringbericht 2017 der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes
Homann: "Erdgaskraftwerke erzeugten 2016 deutlich mehr Strom" - Mundt: "Der Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten entwickelt sich weiterhin positiv"

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Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben heute ihren gemeinsamen jährlichen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten veröffentlicht. "Das Jahr 2016 zeigt erneut, dass die Stromerzeugung in Deutschland ständigen Veränderungen unterliegt", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "2016 war ein windarmes Jahr, deswegen stieg die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nur leicht an. Dagegen wurde erstmals seit Jahren wieder mehr Strom aus Erdgas produziert – die Menge stieg um rund 37 Prozent", führt Homann weiter aus.

Die in Deutschland installierte Erzeugungskapazität stieg auf 212 GW an (2015: 205 GW, 2014: 196 GW), wovon 104,5 GW den erneuerbaren Energieträgern zuzuordnen sind. Die neu eingeführten Ausschreibungen für den Zubau erneuerbarer Kapazitäten werden in Zukunft die Kapazitätsentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien determinieren. Insgesamt wurden bislang 13 Ausschreibungsrunden durchgeführt. Alle Ausschreibungen weisen einen erheblichen Kostensenkungstrend auf. Entscheidend wird sein, wie viele der bezuschlagten Anlagen auch tatsächlich realisiert werden. Die ersten Erfahrungen sind positiv: In den ersten beiden PV-Ausschreibungsrunden aus dem Jahr 2015 konnten hohe Realisierungsquoten von über 90 Prozent verbucht werden.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, betont den zunehmenden Wettbewerb auf den Strommärkten: "Bei der konventionellen Stromerzeugung hat die Marktkonzentration auf der Anbieterseite weiterhin merklich abgenommen. Daneben ist die Liquidität der Stromgroßhandelsmärkte auf das höchste Niveau seit Erfassung gestiegen. Die Großhandelspreise sind im Jahr 2016 im Durchschnitt weiter deutlich gesunken."

Über den Rückgang der Marktkonzentration hinaus führen einige weitere Faktoren zu rückläufigen Marktmachttendenzen. Insbesondere wird ein bedeutender Anteil der Stromnachfrage mittlerweile mit der Einspeisung durch Erneuerbare Energien gedeckt, bei denen der kumulierte Marktanteil der größten Stromerzeuger erheblich unter jenem im Bereich der konventionellen Stromerzeugung liegt. Zudem wird zukünftig die Stilllegung der noch betriebenen Atomkraftwerke zu Veränderungen in der Marktstruktur führen.

Mehr Wettbewerb für Verbraucher
Wie bei der Stromerzeugung gestaltet sich auch die wettbewerbliche Entwicklung auf den Einzelhandelsmärkten weiterhin sehr positiv.

"Der gemeinsame Marktanteil der vier absatzstärksten Anbieter ist gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken, und es kann davon ausgegangen werden, dass auf den bundesweiten Einzelhandelsmärkten für Standardlastkunden und für leistungsgemessene Kunden kein Anbieter mehr marktbeherrschend ist", so Andreas Mundt.

Auch auf den Einzelhandelsmärkten für Strom werden weitere Veränderungen beobachtet. "Die Zahl der Haushaltskunden, die ihren Stromlieferanten gewechselt haben, ist erneut stark gestiegen. Mit 4,6 Mio. Lieferantenwechseln verzeichnen wir einen neuen Höchstwert", so Homann. "Auch die Anbieterzahl und somit der Wettbewerb auf dem Markt haben sich abermals erhöht."

Der Wettbewerb wirkt sich insbesondere auf die Haushaltskundenpreise positiv aus, die weitestgehend stabil geblieben sind. Der Durchschnittspreis für Haushaltkunden lag zum 1. April 2017 bei 29,86 ct/kWh und damit um 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 29,80 ct/kWh. Es wird erwartet, dass sich durch das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) ab 2018 auch bei dem Preisbestandteil Netzentgelte Kostendämpfungen einstellen. Für Gewerbekunden betrug der Preis zum 1. April 2017 durchschnittlich 21,70 ct/kWh gegenüber 21,20 ct/kWh im Vorjahr, für Industriekunden 14,90 ct/kWh gegenüber 14,21 ct/kWh im Vorjahr. Diese Preiserhöhungen sind auf die nicht von den Lieferanten beeinflussbaren Preisbestandteile zurückzuführen.

Zum Gasbereich führt Andreas Mundt aus: "Der aktuelle Monitoringbericht zeigt eine kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen auch auf den verschiedenen Erdgasmärkten. So beobachten wir eine erhöhte Liquidität im Erdgasgroßhandelsmarkt, signifikant niedrigere Großhandelspreise und einen Rückgang der Marktkonzentration auf den Einzelhandelsmärkten."

Auch die Gasendkundenpreise sind erneut leicht gesunken, so dass sich der Trend der sinkenden Gasletztverbraucherpreise fortsetzt. Für Haushaltskunden betrug dieser zum 1. April 2017 im Durchschnitt 6,15 ct/kWh und lag damit um 0,39 ct/kWh unter dem Vorjahreswert. Für Gewerbekunden lag der Preis bei durchschnittlich 4,50 ct/kWh gegenüber 4,72 ct/kWh im Vorjahr, für Industriekunden bei durchschnittlich 2,69 ct/kWh gegenüber 2,77 ct/kWh im Vorjahr. Die Zahl der Haushaltskunden, die ihren Gaslieferanten wechselten, ist mit 1,5 Mio. ebenfalls sehr deutlich gestiegen. 2015 waren es noch 1,1 Mio. Wechsel. (Bundeskartellamt: ra)

eingetragen: 22.11.17
Home & Newsletterlauf: 13.12.17

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Meldungen: Kartellrecht

Kartellrecht und Kartellvergehen

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    Am 29. Juli 2017 ist das Gesetz zur Einrichtung eines Wettbewerbsregisters beim Bundeskartellamt in Kraft getreten. Das Bundeskartellamt hat jetzt einen Aufbaustab eingesetzt, um die neue Abteilung einzurichten. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Unternehmen, die schwerwiegende Wirtschaftsdelikte begehen, sollen nicht von öffentlichen Aufträgen und Konzessionen profitieren. Das Wettbewerbsregister wird es öffentlichen Auftraggebern künftig ermöglichen, durch eine einzige elektronische Abfrage bundesweit nachzuprüfen, ob es bei einem Unternehmen zu relevanten Rechtsverstößen gekommen ist. Das Instrument kann so einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Kartellverstößen leisten. Ich gehe davon aus, dass das Wettbewerbsregister durch die neue Transparenz auch die präventive Wirkung der Strafgesetze und des Kartellrechts erheblich verstärkt. Das Gesetz sieht vor, dass unsere neue Abteilung und das elektronische Register 2020 funktionsfähig sein sollten."

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    Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die Pläne der Initiative Tierwohl für den Bereich Geflügelfleisch. Für den Bereich Schweinefleisch fordert die Behörde hingegen die Einführung einer Kennzeichnung für den Verbraucher. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Wir begrüßen Initiativen zur Förderung einer artgerechten Tierhaltung. Das Wettbewerbsrecht steht solchen Vorhaben nicht im Wege. Da mit der Initiative Tierwohl branchenübergreifend auch wettbewerbsrelevante Faktoren abgestimmt werden, müssen wir aber sicherstellen, dass der Verbraucher davon auch wirklich profitiert. Hierfür ist entscheidend, dass der Kunde in transparenter Art und Weise erkennen kann, welches Stück Fleisch nach welchen Tierwohlkriterien hergestellt wurde oder ob dies gerade nicht der Fall war. Nur wenn diese Transparenz gewährleistet ist, kann er seinen Einkauf entsprechend danach ausrichten."

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    Das Bundeskartellamt hat eine umfassende Untersuchung zu der Frage der Entgelte bei Geldabhebungen an Automaten von fremden Geldinstituten abgeschlossen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Für die meisten Verbraucher ist es heute möglich, hohe Gebühren beim Geldabheben zu vermeiden, indem man entweder zur eigenen Bank geht, auf die bestehenden Verbundsysteme zurückgreift, einen anderen, preisgünstigeren Automaten benutzt, sich bei Tankstellen oder im Handel mit Bargeld versorgt oder auch eine Kreditkarte zum Abheben verwendet. Grundlegend dafür ist die 2011 eingeführte Kostentransparenz, also die Tatsache, dass der Verbraucher vor der Transaktion am Automaten über die anfallenden Kosten informiert wird und sich gegebenenfalls dann noch anders entscheiden kann."