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Europäischer Kapitalmarkt und digitaler Euro


Ein konsequenter Multilateralismus und stabile Kooperationen mit Dritten müssen Leitlinie bleiben
Europas Souveränität stärken: Um zukünftig nicht zum Spielball anderer Akteure zu werden, muss die EU nicht nur ihre global wettbewerbsfähige Wirtschaft und ihre gemeinsame Währung stärken, sondern darüber hinaus Aufbauarbeit leisten

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Von Dr. Hendrik Hartenstein, Associate Director, Themengruppe Unternehmensfinanzierung, Bundesverband deutscher Banken

Die EU muss ihre Souveränität weiter stärken, wenn sie die wirtschaftlichen und sozialen Interessen ihrer Menschen und Unternehmen im globalen Wettbewerb wahren will. In Zeiten von Global Governance und angesichts der engen Vernetzung ihrer Volkswirtschaften mit dem Weltmarkt bedeutet dies auch weiterhin, europäische Positionen und Lösungsvorschläge in die globale Politik einzubringen – künftig aber mit noch mehr Gewicht. Dagegen helfen Abkopplung oder der Anspruch auf weitgehende Autonomie weder ökonomisch noch politisch weiter.

Ein konsequenter Multilateralismus und stabile Kooperationen mit Dritten müssen Leitlinie bleiben. Gerade angesichts des zunehmenden Wettstreits zwischen China und den USA kann die EU nicht neutral oder außen vor bleiben, sondern sollte ihre Politik auf Basis gemeinsamer westlicher Interessen ausrichten. Voraussetzung dafür, sich im atlantischen Raum stärker auf Augenhöhe einzubringen, ist, dass die materiellen Bedingungen geschaffen werden und es eine echte strategische Ausrichtung gibt. Die EU ist ein kaufkräftiger Markt und produktiver Investitionsstandort mit fast 450 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Wo die EU heute schon im Rahmen einer gemeinsamen Außenhandelspolitik auftritt, hat dies Gewicht und wird von Dritten nicht ignoriert. Das reicht aber nicht aus.

Europäischer Kapitalmarkt und digitaler Euro
Um zukünftig nicht zum Spielball anderer Akteure zu werden, muss die EU nicht nur ihre global wettbewerbsfähige Wirtschaft und ihre gemeinsame Währung stärken, sondern darüber hinaus Aufbauarbeit leisten: Es gilt, sowohl einen tieferen, stärker integrierten EU-Kapitalmarkt als auch eine eigene digitale Infrastruktur inklusive eines digitalen Euro zu errichten, und zwar beides in hohem Tempo. Parallel müssen die politische Union fortentwickelt werden und die verschiedenen Politikfelder in eine ganzheitliche und langfristige außenpolitische Strategie einfließen, damit die EU ihre Interessen – souverän – nach außen vertreten kann.

Der Bankenverband beleuchtet in einem aktuellen Positionspapier die aus seiner Sicht notwendigen Maßnahmen, um die Souveränität Europas zu stärken, und kommentiert damit auch die entsprechende Mitteilung der Kommission vom 19. Januar 2021.

Die EU muss ihre Souveränität weiter stärken, wenn sie die wirtschaftlichen und sozialen Interessen ihrer Menschen und Unternehmen im globalen Wettbewerb wahren will. In Zeiten von Global Governance und angesichts der engen Vernetzung ihrer Volkswirtschaften mit dem Weltmarkt bedeutet dies auch weiterhin, europäische Positionen und Lösungsvorschläge in die globale Politik einzubringen – künftig aber mit noch mehr Gewicht. Dagegen helfen Abkopplung oder der Anspruch auf weitgehende Autonomie weder ökonomisch noch politisch weiter.

Ein konsequenter Multilateralismus und stabile Kooperationen mit Dritten müssen Leitlinie bleiben. Gerade angesichts des zunehmenden Wettstreits zwischen China und den USA kann die EU nicht neutral oder außen vor bleiben, sondern sollte ihre Politik auf Basis gemeinsamer westlicher Interessen ausrichten. Voraussetzung dafür, sich im atlantischen Raum stärker auf Augenhöhe einzubringen, ist, dass die materiellen Bedingungen geschaffen werden und es eine echte strategische Ausrichtung gibt.

Die EU ist ein kaufkräftiger Markt und produktiver Investitionsstandort mit fast 450 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Wo die EU heute schon im Rahmen einer gemeinsamen Außenhandelspolitik auftritt, hat dies Gewicht und wird von Dritten nicht ignoriert. Das reicht aber nicht aus.

Europäischer Kapitalmarkt und digitaler Euro
Um zukünftig nicht zum Spielball anderer Akteure zu werden, muss die EU nicht nur ihre global wettbewerbsfähige Wirtschaft und ihre gemeinsame Währung stärken, sondern darüber hinaus Aufbauarbeit leisten: Es gilt, sowohl einen tieferen, stärker integrierten EU-Kapitalmarkt als auch eine eigene digitale Infrastruktur inklusive eines digitalen Euro zu errichten, und zwar beides in hohem Tempo. Parallel müssen die politische Union fortentwickelt werden und die verschiedenen Politikfelder in eine ganzheitliche und langfristige außenpolitische Strategie einfließen, damit die EU ihre Interessen – souverän – nach außen vertreten kann.

Der Bankenverband beleuchtet in einem aktuellen Positionspapier die aus seiner Sicht notwendigen Maßnahmen, um die Souveränität Europas zu stärken, und kommentiert damit auch die entsprechende Mitteilung der Kommission vom 19. Januar 2021. (Bundesverband deutscher Banken: ra)

eingetragen: 16.03.21
Newsletterlauf: 15.06.21

Bundesverband deutscher Banken: Steckbrief

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Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Pool der verfügbaren Kreditinstitute schrumpft

    ESG-Bedenken lassen die Finanzierungskosten für Mineralölunternehmen rapide ansteigen, da das Interesse an Investitionen in kohlenwasserstoffintensive Anlagen schwindet und die Fondsmandate immer restriktiver werden. Obwohl sich viele Ölunternehmen aus der Perspektive der Kreditvergabe in einer besseren Verfassung befinden als in den letzten Jahren, da ihre Bilanzen durch den Anstieg der Ölpreise im Jahr 2021 gestärkt wurden, wird es für sie immer schwieriger, Finanzmittel zu beschaffen. Denn der Pool an bereitwilligen Investoren schrumpft und die Banken beugen sich dem Druck, ihre Kreditvergabe dem Trend zur CO2-Reduktion anzupassen. Tullow Oil emittierte im April eine Anleihe mit einem Volumen von 1,8 Mrd. USD, die aufgrund ihres zweistelligen Kupons und der gleichzeitigen Vereinfachung der Kapitalstruktur vom Markt gut aufgenommen wurde. Die im letzten Monat von Ithaca, einem Unternehmen, das sich im Besitz von Delek befindet, aufgelegte Anleihe war jedoch eine andere Angelegenheit. Der Preis des Titels lag weit unter dem Marktpreis und wird immer noch leicht unter dem Emissionspreis gehandelt, trotz eines saftigen Kupons von 9 Prozent, einer gut ausgestatteten, kostengünstigen Vermögensbasis und einer beträchtlichen Cash-Generierung.

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  • Digitalisierung im Gebäudereinigerhandwerk

    Seit November 2020 sind Unternehmen, die als Auftragnehmer für den Bund und seine Behörden tätig sind, verpflichtet, ihre Rechnungen als elektronische Rechnung (kurz: E-Rechnung) einzureichen. Mit dieser sogenannten Lieferantenverpflichtung will die öffentliche Verwaltung den Impuls an die Wirtschaft senden, Papierrechnungen aus dem Büro zu verbannen. Wenngleich die E-Rechnung wirtschaftlich und ökologisch Vorteile bietet und einen kräftigen Digitalisierungsschub mit sich bringt, hat die Umstellung dennoch ihre Tücken. Auch der Gebäudedienstleister Niederberger Berlin, Auftragnehmer unter anderem für die Reinigung von Liegenschaften der Bundespolizei sowie Bundesministerien als auch von Landesbehörden und Bezirksämtern Berlins weiß die Vorzüge zu schätzen, kennt aber auch die Tücken: "Es ist zeitgemäß, dass wir unsere Rechnungen an die Behörden nicht mehr per Post verschicken müssen. Das spart Geld für Papier, Druck und Porto und ist umweltfreundlich", so Betriebsleiter Peter Hollmann.

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    Der Bundesrat verabschiedete am 25. Juni 2021 das Legal-Tech-Gesetz ("Gesetz zur Förderung verbrauchergerechter Angebote im Rechtsdienstleistungsmarkt"). Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Legal-Tech-Plattformen können Zeit und Kosten sparen. Durch das Gesetz werden die Anforderungen an die Legal-Tech-Plattformen verschärft. Das begrüße ich ausdrücklich - Verbraucher und Unternehmer brauchen Rechtssicherheit." Die Justizministerkonferenz hatte den Bund vergangenes Jahr auf Initiative Bayerns aufgefordert, Rechtssicherheit für Verbraucher und Unternehmen bei Legal Tech zu schaffen. Das nun vorliegende Gesetz ist für Justizminister Eisenreich aber nur ein Schritt in die richtige Richtung. Eisenreich: "Weitere müssen folgen. Insbesondere bei drei Punkten sehe ich weiteren Nachbesserungsbedarf."

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