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Sicherheitsvorfälle & Datenschutzverstöße


Ein Jahr EU-DSGVO: Zeit für eine Bestandsaufnahme
Vor allem bei der Dokumentation von Sicherheitsvorfällen und Datenschutzverstößen können technische Lösungen wie ein SIEM ein wertvolles Tool sein

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Von Pascal Cronauer, Regional Director DACH bei LogPoint

Am 25. Mai 2018 trat die EU-DSGVO in Kraft und zwang zahlreiche Unternehmen und Organisationen dazu ihre bürokratischen Prozesse zur Bearbeitung und Speicherung von personenbezogenen Daten auf die neuen Anforderungen anzupassen. Gleichzeitig gab es zahlreiche Bedenken bezüglich Abmahnwellen und Strafverfahren wegen fahrlässiger Behandlung von Kundendaten, vor allem bei großen Internet Service-Anbietern und Online-Shops. Nach einem Jahr lässt sich für beides konstatieren, dass es relativ ruhig geblieben ist. Weder gab es die befürchteten Abmahnwellen noch gab es viele publikumswirksame Anzeigen und Strafverfahren. Für die meisten Schlagzeilen hat bislang die Klage der französischen Datenschutzagentur gegen Google gesorgt.

Doch was heißt das nun für Unternehmen und Organisationen, die sich mit den Themen wie Einverständnis, Auskunftsrecht, Dokumentation, Recht auf Vergessenwerden oder Recht auf Datenübertragbarkeit beschäftigt haben? Die angestoßenen Prozesse sollten nicht einfach einschlafen, nur weil die öffentliche Wahrnehmung für das Thema nachgelassen hat. Es ist nach wie vor wichtig, dass Unternehmen ihre Bemühungen personenbezogene Daten vor fremden Zugriffen zu schützen, intensivieren und an die Änderungen der Bedrohungslandschaft anpassen.

Wir hatten zur Einführung der EU-DSGVO eine Checkliste für Unternehmen erstellt, die auch heute noch gilt:

>> Welche Kategorien von personenbezogenen Daten will Ihr Unternehmen verarbeiten?
>> Ist Ihr Unternehmen verantwortlich für diese Daten oder als Verarbeiter tätig?
>> Verfügt Ihr Unternehmen über die nötigen Rechtsgrundlagen, um personenbezogene Daten zu verarbeiten?
>> Hat die Verarbeitung einen legitimen Grund?
>> Kann Ihr Unternehmen die Informationen auf eine weniger aufdringliche Art behandeln und immer noch das gleiche Ziel erreichen?
>> Respektiert Ihr Unternehmen die Rechte betroffener Personen, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden?
>> Kann Ihr Unternehmen belegen und mit der nötigen Dokumentation nachweisen, dass es die personenbezogenen Daten im Sinne des Gesetzes verarbeitet hat?

Vor allem bei der Dokumentation von Sicherheitsvorfällen und Datenschutzverstößen können technische Lösungen wie ein SIEM (Security Information & Event Management) ein wertvolles Tool sein. Mit der Analyse der Log-Daten aus der gesamten IT-Infrastruktur lassen sich die Vorfälle revisionssicher dokumentieren.

Jüngste Zahlen, die vor dem Jubiläum veröffentlicht wurden, lassen darauf schließen, dass immer mehr Datenschutzverstöße gemeldet werden, bis Mitte Mai waren es nach Angaben der EU-Kommission 150.000. Die Zahl zeigt, dass das Problem die Unternehmen noch weiter beschäftigen wird und es kann nur dringend dazu geraten werden, sich mit den oben beschriebenen Maßnahmen darauf vorzubereiten.
(LogPoint: ra)

eingetragen: 11.06.19
Newsletterlauf: 24.07.19

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Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Wahrung der Compliance im Blick

    Zwei Gesetzesvorgaben drängen derzeit die Chefetagen, sich mit dem Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) trat am 25. Mai 2018 in Kraft und stärkt die Datenschutzrechte von Privatpersonen. Die Verschlüsselung personenbezogener Daten ist durch sie EU-weit gesetzliche Pflicht geworden. Empfindliche Bußgelder, gepaart mit der hohen Chance, dass Verstöße gegen die EU DSGVO tatsächlich auffallen, sorgen dafür, dass Unternehmen sich zunehmend um die Wahrung ihrer Compliance sorgen. Bereits 2016, zwei Jahre vor Inkrafttreten der EU DSGVO, wurde die Know-how-Schutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung der Binnenwirtschaft veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, im EU-Raum einheitliche Schutzregeln für Geschäftsgeheimnisse zu schaffen. In Deutschland wurden die Vorgaben am 21. März 2019 im Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) als neues Stammgesetz verabschiedet. Jetzt müssen Geschäftsgeheimnisse, um rechtlich als solche zu gelten, nachweisbar von den Unternehmen geschützt werden. Wer sensible Daten unverschlüsselt versendet, bleibt ohne gesetzlichen Schutz, wenn Geschäftsgeheimnisse beim Datenversand abgefangen und von anderen genutzt werden.

  • Verwendung der personenbezogenen Daten

    Im ersten Jahr der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kehrte in die Unternehmen eine größere Datenhygiene ein. Sie waren gezwungen einen besseren Schutz und eine verantwortungsbewusstere Verwaltung der Daten europäischer Bürger zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, mussten die Unternehmen den Überblick über die Vorhaltung von Datenbeständen erhalten, die oft über mehrere verschiedene Abteilungen verstreut aufbewahrt wurden. Nur auf einer einheitlichen Datenbasis - die oftmals als Data dictionary oder data repository bezeichnet wird - konnte festgestellt werden, ob die Erlaubnis zur Verwendung der personenbezogenen Daten tatsächlich vorliegt.

  • Zu wenig Klarheit im Umgang mit der DSGVO

    Am 25. Mai gilt die DSGVO seit einem Jahr in allen EU-Mitgliedstaaten. In dieser Zeit haben die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (DSK) und der Europäische Datenschutzausschuss kontinuierlich neue Merkblätter und Orientierungshilfen veröffentlicht, die Unternehmen mehr Sicherheit geben sollen bei der Umsetzung der DSGVO. Doch von Rechtssicherheit für alle Unternehmen und einer einheitlichen Auslegung der Verordnung ist Europa noch weit entfernt. "Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland und die Aufsichtsbehörden in ganz Europa fordern wir auf, diese Regeln einheitlich auszulegen, um Unternehmen vor bürokratischer Willkür zu schützen", sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e. V.

  • Beschleunigung der Gerichtsverfahren

    Bayerns Justizminister Georg Eisenreich begrüßt die Eckpunkte zur Reform der Strafprozessordung (StPO), die das Bundeskabinett in Berlin beschlossen hat. Eisenreich: "Das ist auch ein großer Erfolg bayerischer Rechtspolitik. Viele der beschlossenen Eckpunkte fordern wir schon lange. Insbesondere die Maßnahmen zur Beschleunigung von Strafgerichtsverfahren, die Erweiterung der DNA-Analyse, die Befugnis zur Telekommunikationsüberwachung bei Verdacht auf Wohnungseinbruchdiebstahl und auch das Verbot der Gesichtsverhüllung vor Gericht." Bayern hatte sich bereits bei den Koalitionsverhandlungen bei diesen Themen durchgesetzt. Damals war es gelungen, die zentralen bayerischen Anliegen in den Koalitionsvertrag zu verhandeln.

  • DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten

    Am 25. Mai 2019 jährt sich das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, das erste Mal. Grund genug, Bilanz zu ziehen. Während sich im Vorfeld die Kritik an dem Gesetz häufte und in den Medien beispielsweise von Abmahnwellen die Rede war, blieben die Befürchtungen der Unternehmen diesbezüglich weitestgehend unbestätigt. "Doch auch ein Jahr nach Inkrafttreten gehört ein DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten noch immer nicht zum Alltag vieler Unternehmen", so Haye Hösel, Geschäftsführer und Gründer der Hubit Datenschutz GmbH & Co. KG. Besonders wenn es um gesetzeskonforme Websites, sichere Passwörter oder die Nutzung von Diensthandys geht, besteht weiterhin Handlungsbedarf. "Unternehmen sehen nicht immer den Sinn der DSGVO, sondern lediglich einen größeren Arbeitsaufwand. Aber immerhin schließen wir auch die Tür ab, wenn wir das Haus verlassen, obwohl dies einen zusätzlichen Aufwand bedeutet", betont Hösel.