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Personenbezogene Daten im Fokus


IT-Sicherheitstrends 2019: Für die Compliance zeichnet sich eine Verschärfung bestehender Regeln ab
Unternehmen müssen Vorschriften verstehen und grundlegende Sicherheitskontrollen etablieren

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Mit fortlaufenden Datenschutzverstößen in vielen Unternehmen sowie der EU-DSGVO war 2018 ein turbulentes Jahr für Datenschutz und -Sicherheit. Jetzt ist es an der Zeit, sich darauf vorzubereiten, was uns das nächste Jahr bringen kann. Ein Analystenteam von Netwrix hat jene IT-Sicherheitstrends identifiziert, die 2019 am wahrscheinlichsten die IT-Sicherheit in Unternehmen prägen werden. Unternehmen sollten sich gut vorbereiten, um nicht selbst das Ziel eines schwerwiegenden Datenschutzverstoßes zu werden. Matt Middleton-Leal, General EMEA bei Netwrix, erklärt die sieben Trends.

Trend 1: Strengere Compliance-Regeln
Für die Compliance zeichnet sich eine Verschärfung bestehender Regeln ab. Nach der EU-DSGVO wurde der Schutz personenbezogener Daten (PII) weltweit forciert und einige US-Staaten haben bereits regionale Gesetze vorangetrieben, die sich an die DSGVO anlehnen. Kern dieser Regeln sind stets Verfahren zur Sicherheit der PII, Richtlinien zum Löschen der Daten und eine beschleunigte Meldepflicht. 2019 dürften weltweit ähnlicher Vorschriften erlassen werden, die eher noch strenger ausfallen können. Unternehmen sollten sich mit bewährten Best Practices wie IT-Risikobewertungen, regelmäßigen Audits und einer umfassenden Transparenz über Datenspeicher und Benutzeraktivitäten darauf vorbereiten.

Trend 2: Daten-zentrierte Sicherheit
In Cloud-Umgebungen und einer BYOD-fähigen Welt verschwindet das Konzept des Perimeters, da die Grenzen der Netzwerkumgebung immer unschärfer werden. IT-Sicherheitsabteilungen sollten sich deshalb verstärkt auf die Verteidigung der Daten konzentrieren, um 2019 erfolgreich zu sein. Die größte Herausforderung wird dabei die Datensichtbarkeit sein, das heißt, zu evaluieren, welche Art von Daten gespeichert werden; wo sich diese befinden; wer Zugriff darauf hat; und wie sie verarbeitet werden. Daher wird der Bedarf an Lösungen steigen, die dabei helfen, den eigenen Datenbestand kontinuierlich zu ermitteln und zu klassifizieren.

Trend 3: Beschleunigte Etablierung der Cloud
Laut der Studie von LogicMonitor werden bis 2020 83 Prozent des Workloads in Unternehmen in der Cloud liegen. Die Gründe sind meist finanzielle Vorteile und eine höhere Agilität, aber damit steigt die Herausforderung, die in der Cloud gespeicherten Daten zu schützen. Die allgemeinen Best Practices für die Sicherheit bleiben: Verschlüsselung, Zugriffsrechte nach dem Least Privilege-Prinzip, durchdachte Datenrettungsprozesse, kontinuierliches Monitoring für offene und ungeschützte APIs sowie eine Optimierung der Kontrollen in Cloud-Infrastrukturen.

Trend 4: Steigende Nachfrage nach KI und ML
Aufgrund des Fachkräftemangels automatisieren IT-Sicherheitskräfte ihre Prozesse zunehmend, was die Nachfrage nach Lösungen mit künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) erhöht. Auf diesen Bedarf werden Anbieter mit umfassenden Möglichkeiten zur Automatisierung von Sicherheitsprozessen reagieren und Unternehmen können mit KI- und ML-Lösungen rechnen, die einfacher zu implementieren, billiger und möglicherweise weniger anspruchsvoll als bisher sind. Die Organisationen werden diese Vorteile allerdings nur ausspielen können, wenn der Sicherheitsstatus der IT-Infrastruktur ausgereift ist. Um diesen Reifegrad zu erreichen, sollten sie die wesentlichen Sicherheitskontrollen und -Prozesse wie regelmäßige Risikoanalysen, die Überwachung der IT-Umgebung und ein Konfigurationsmanagement implementieren.

Trend 5: Blockchain in der IT-Sicherheit
Das Potenzial für den Einsatz von Blockchain-Technologien zur Datensicherheit wird mehr und mehr genutzt. Als digitales Hauptbuch für Datentransaktionen, die auf ein Netzwerk von Computern ohne zentrale Steuerzentrale verteilt sind, eliminiert die Blockchain das Problem eines Single Point of Failure und verhindert menschliche Fehler, die große Datenmengen kompromittieren; hilft bei der Kontrolle der Datenbearbeitungen; und erhöht die Transparenz in den Firmennetzwerken. Blockchain-basierte Datensicherheit wird 2019 noch nicht weit verbreitet sein, nimmt aber zu und die Verantwortlichen in der Datensicherheit sollten sich mit der Technologie vertraut machen.

Trend 6: Gefährdete IoT-Geräte
Vernetzte Geräte, die Daten sammeln und übertragen, sind Teil unseres täglichen Lebens geworden, von sprachaktivierten Haushaltsgeräten wie Alexa über Smartwatches bis zu Insulinpumpen und Herzschrittmachern. Allerdings sind diese IoT-Geräte anfällig für Hackerangriffe, da Cyberkriminelle oft mit etablierten Standardpasswörter auf sie zugreifen können. Deshalb wird es 2019 wahrscheinlich zu noch mehr neuartigen Angriffen auf das IoT kommen. Die privaten und unternehmensinternen Anwender sollten deshalb selbst Schritte unternehmen und mindestens das Standardpasswort neuer Geräte ändern sowie sich nach modernen Sicherheitslösungen für das IoT umschauen.

Trend 7: Personenbezogene Daten im Fokus
In den letzten Jahren gab es Hunderte von Datenschutzverletzungen und das Volumen der gestohlenen personenbezogenen Daten wächst exponentiell, wie sich im Breach Level Index von Gemalto nachvollziehen lässt. Personenbezogene Daten sind für potenzielle Angreifer eine Chance, sie für Erpressungen oder andere bösartige Zwecke zu. In solchen Szenarien können Kriminelle von den Mitarbeitern eines Unternehmens geistiges Eigentum oder andere wertvolle Daten ihrer Organisation zu erpressen. Ein Grund für jedes Unternehmen, die Berechtigungen und Aktivitäten ihrer Nutzer-Accounts auf Unregelmäßigkeiten zu kontrollieren.

Fazit
Bekannte Herausforderungen bleiben und neue werden zunehmen, aber es hat keinen Sinn, in Panik zu geraten. Wer rechtzeitig vorgewarnt ist, kann sich wappnen: Um 2019 sicher zu bleiben, sollten Firmen grundlegende Sicherheitskontrollen einrichten, alle Vorschriften, denen Sie unterliegen, verstehen und befolgen, sowie sicherstellen, dass sie Einblick in Ihre gesamte IT-Infrastruktur und Daten haben. Dann bleiben sie auch 2019 sicher.
(Netwrix: ra)

eingetragen: 30.12.18
Newsletterlauf: 15.02.19

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Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Wahrung der Compliance im Blick

    Zwei Gesetzesvorgaben drängen derzeit die Chefetagen, sich mit dem Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) trat am 25. Mai 2018 in Kraft und stärkt die Datenschutzrechte von Privatpersonen. Die Verschlüsselung personenbezogener Daten ist durch sie EU-weit gesetzliche Pflicht geworden. Empfindliche Bußgelder, gepaart mit der hohen Chance, dass Verstöße gegen die EU DSGVO tatsächlich auffallen, sorgen dafür, dass Unternehmen sich zunehmend um die Wahrung ihrer Compliance sorgen. Bereits 2016, zwei Jahre vor Inkrafttreten der EU DSGVO, wurde die Know-how-Schutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung der Binnenwirtschaft veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, im EU-Raum einheitliche Schutzregeln für Geschäftsgeheimnisse zu schaffen. In Deutschland wurden die Vorgaben am 21. März 2019 im Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) als neues Stammgesetz verabschiedet. Jetzt müssen Geschäftsgeheimnisse, um rechtlich als solche zu gelten, nachweisbar von den Unternehmen geschützt werden. Wer sensible Daten unverschlüsselt versendet, bleibt ohne gesetzlichen Schutz, wenn Geschäftsgeheimnisse beim Datenversand abgefangen und von anderen genutzt werden.

  • Verwendung der personenbezogenen Daten

    Im ersten Jahr der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kehrte in die Unternehmen eine größere Datenhygiene ein. Sie waren gezwungen einen besseren Schutz und eine verantwortungsbewusstere Verwaltung der Daten europäischer Bürger zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, mussten die Unternehmen den Überblick über die Vorhaltung von Datenbeständen erhalten, die oft über mehrere verschiedene Abteilungen verstreut aufbewahrt wurden. Nur auf einer einheitlichen Datenbasis - die oftmals als Data dictionary oder data repository bezeichnet wird - konnte festgestellt werden, ob die Erlaubnis zur Verwendung der personenbezogenen Daten tatsächlich vorliegt.

  • Zu wenig Klarheit im Umgang mit der DSGVO

    Am 25. Mai gilt die DSGVO seit einem Jahr in allen EU-Mitgliedstaaten. In dieser Zeit haben die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (DSK) und der Europäische Datenschutzausschuss kontinuierlich neue Merkblätter und Orientierungshilfen veröffentlicht, die Unternehmen mehr Sicherheit geben sollen bei der Umsetzung der DSGVO. Doch von Rechtssicherheit für alle Unternehmen und einer einheitlichen Auslegung der Verordnung ist Europa noch weit entfernt. "Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland und die Aufsichtsbehörden in ganz Europa fordern wir auf, diese Regeln einheitlich auszulegen, um Unternehmen vor bürokratischer Willkür zu schützen", sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e. V.

  • Beschleunigung der Gerichtsverfahren

    Bayerns Justizminister Georg Eisenreich begrüßt die Eckpunkte zur Reform der Strafprozessordung (StPO), die das Bundeskabinett in Berlin beschlossen hat. Eisenreich: "Das ist auch ein großer Erfolg bayerischer Rechtspolitik. Viele der beschlossenen Eckpunkte fordern wir schon lange. Insbesondere die Maßnahmen zur Beschleunigung von Strafgerichtsverfahren, die Erweiterung der DNA-Analyse, die Befugnis zur Telekommunikationsüberwachung bei Verdacht auf Wohnungseinbruchdiebstahl und auch das Verbot der Gesichtsverhüllung vor Gericht." Bayern hatte sich bereits bei den Koalitionsverhandlungen bei diesen Themen durchgesetzt. Damals war es gelungen, die zentralen bayerischen Anliegen in den Koalitionsvertrag zu verhandeln.

  • DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten

    Am 25. Mai 2019 jährt sich das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, das erste Mal. Grund genug, Bilanz zu ziehen. Während sich im Vorfeld die Kritik an dem Gesetz häufte und in den Medien beispielsweise von Abmahnwellen die Rede war, blieben die Befürchtungen der Unternehmen diesbezüglich weitestgehend unbestätigt. "Doch auch ein Jahr nach Inkrafttreten gehört ein DSGVO-konformer Umgang mit sensiblen Daten noch immer nicht zum Alltag vieler Unternehmen", so Haye Hösel, Geschäftsführer und Gründer der Hubit Datenschutz GmbH & Co. KG. Besonders wenn es um gesetzeskonforme Websites, sichere Passwörter oder die Nutzung von Diensthandys geht, besteht weiterhin Handlungsbedarf. "Unternehmen sehen nicht immer den Sinn der DSGVO, sondern lediglich einen größeren Arbeitsaufwand. Aber immerhin schließen wir auch die Tür ab, wenn wir das Haus verlassen, obwohl dies einen zusätzlichen Aufwand bedeutet", betont Hösel.