- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Gesetz zum Whistleblower-Schutz


Whistleblowing-Plattform nutzen: Was Arbeitnehmer und Unternehmen beachten müssen
Um die Anonymität zu wahren, sollten Meldende keine persönlichen Daten angeben, wie ihren Namen oder ihr Verhältnis zu den Tätern

- Anzeigen -





Zum Ende des Jahres 2021 wird das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz in Kraft treten: Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro müssen verpflichtend Hinweisgebersysteme einführen. Was Arbeitnehmer sowie Unternehmen bei einer Whistleblowing-Plattform beachten sollten, weiß Whistleblowing-Experte Kai Leisering von Business Keeper.

EU-Whistleblowing-Richtlinie: Noch sind Whistleblower in Europa und Deutschland nicht ausreichend geschützt: Häufig haben sie für die Meldung eines Missstandes mitunter schwerwiegende Konsequenzen zu befürchten. Das Bundesjustizministerium hat deswegen bis Ende des Jahres Zeit, das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz umzusetzen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro, ab 2023 dann auch Unternehmen mit über 50 Angestellten, staatliche Institutionen und Gemeinden ab einer bestimmten Größe zur Einführung einer Whistleblowing-Plattform.

Hinweisgebersystem oder Öffentlichkeit? Vorerst ist der Schutz von Hinweisgebenden im Falle der Veröffentlichung von Missständen nicht endgültig geregelt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine interne Meldeabgabe im Unternehmen, statt die Meldung an die Öffentlichkeit zu tragen.

Welche Missstände dürfen gemeldet werden? Zu den am stärksten verbreiteten Missständen zählen unter anderem die Verletzung von internen Richtlinien und Regelungen ("Code of Conduct"), Verstöße gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, Diskriminierung, Korruption, Diebstahl, Betrug und Wettbewerbsverstöße.

Sichere Hinweisabgabe: Um die Anonymität zu wahren, sollten Meldende keine persönlichen Daten angeben, wie ihren Namen oder ihr Verhältnis zu den Tätern. Auch sollten keine sonstigen Inhalte in die Meldung einfließen, die Rückschlüsse auf die eigene Person zulassen könnten. Zudem sollte unbedingt auf eine sichere Internetverbindung geachtet werden: Diese ist am Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers erkennbar. Hinweisgebende sollten nach Möglichkeit nicht die eigenen Arbeitsgeräte nutzen.

Beweislage prüfen: Wenn Missstände gemeldet werden, empfiehlt es sich, Beweisstücke zur Hand zu haben. Bei der Ermittlung des Missstandes können diese eine essenzielle Rolle spielen und die Hinweisgebenden absichern.
Empfehlungen für Arbeitgeber und Unternehmen

Verzicht auf Cloud-Anbieter: Bei der Wahl eines Anbieters von elektronischen Hinweisgebersystemen sollte darauf geachtet werden, dass dieser die Daten nicht in einer Cloud aufbewahrt. Eine Alternative dazu bieten zum Beispiel Hochsicherheitsrechenzentren, um ein Datenleck zu verhindern.

Anonymität: Im Fokus einer Whistleblowing-Plattform sollte die Anonymität der meldenden Person stehen: Die Daten sollten ausschließlich für die Meldenden selbst sowie für die Fallbearbeiter zugänglich sein. Einsicht in die Daten sollten weder Mitarbeitende der Polizei noch Staatsanwaltschaft erhalten, um die Identität der Hinweisgeber zu schützen.

Missbrauch vs. Verantwortung: Oftmals befürchten Arbeitgeber einen Missbrauch der Plattform, zum Beispiel, um unliebsame Kollegen zu denunzieren. Erfahrungsgemäß wird die Anonymität eines Hinweisgebersystems jedoch dafür genutzt, auf reale Missstände hinzuweisen und dient somit dem Wohl des Unternehmens. Unternehmen können in den Hinweisgebersystemen auch Hinweiskategorien als Unterstützung hinterlegen, um zu verhindern, dass jedes kleinste Vergehen gemeldet wird.

Transparenz und Vertrauen: Zudem sorgt das Angebot eines Hinweisgebersystems bei Arbeitnehmer für Vertrauen: Das Unternehmen kommuniziert, dass es um Transparenz bemüht ist und bezieht sämtliche Mitarbeitenden, Partner und Kunden in den Prozess einer ethischen Unternehmensführung ein.

Interne Konfliktlösung: Business Keeper empfiehlt, jegliche Missstände nach Möglichkeit intern zu lösen. Wird der Fall intern ernst genommen und bearbeitet, besteht für Hinweisgebende keine Notwendigkeit, sich an externe Parteien bzw. an die Öffentlichkeit zu wenden. Dringen einmal sensible Informationen nach außen, kann dies zu erheblichen Reputationsschäden führen und geht häufig mit großen finanziellen Einbußen einher. (Business Keeper: ra)

eingetragen: 29.04.21
Newsletterlauf: 02.08.21

Korten Rechtsanwälte: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Welche Produkte benötigen eine UKCA-Kennzeichnung?

    Es bleiben nur noch ein paar Monate, bis die Übergangsfrist für die UKCA-Kennzeichnung endet. BSI, das Unternehmen für Geschäftsverbesserung und Standards, möchte alle betroffenen Hersteller daran erinnern, die relevante regulierte Produkte in Großbritannien (England, Wales und Schottland) auf den Markt bringen wollen. Die UKCA-Kennzeichnung wird ab dem 1. Januar 2022 die herkömmliche CE-Kennzeichnung ersetzen. Betroffene Produkte, für die bisher die CE-Kennzeichnung durch eine Benannte Stelle benötigt wurde, müssen dann von einer in Großbritannien zugelassenen Stelle (UK Approved Body) mit der UKCA-Kennzeichnung versehen werden. Die CE-Kennzeichnung wird für die meisten Produkte ab dem 1. Januar 2022 nicht mehr anerkannt werden. Für Schiffsausrüstungen, medizinische Geräte und IVDs wurde eine verlängerte Übergangsfrist gewährt. Shahm Barhom, Group Product Certification Director bei BSI Group (British Standard Institution, sagte: "Seit unserem Austritt aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 befinden wir uns in einer Übergangszeit, in der sowohl die UKCA- als auch die CE-Kennzeichnung akzeptiert werden, aber ab dem 1. Januar 2022 wird dies nicht mehr der Fall sein. Die meisten Produkte, die in Großbritannien auf den Markt gebracht werden, benötigen ab dem kommenden Jahr die UKCA-Kennzeichnung und die damit verbundenen Prüfungen und Zertifizierungen müssen von einer in Großbritannien zugelassenen Stelle durchgeführt werden.

  • EU-GwG Geldwäsche und Terrorismusfinanzierug

    Seit dem Jahr 1991, als das EU-GwG Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erstmals definierte und zum Straftatbestand erklärte, befindet es sich in einem stetigen Wandel. In der aktuellsten Ausführung - mittlerweile der fünften - reagieren die Änderungsrichtlinien besonders auf das Bekanntwerden der sogenannten Panama-Papers sowie auf die terroristischen Anschläge in Paris und Brüssel. Außerdem ergab eine Studie der Universität Halle von 2016, dass in Deutschland jährlich immer noch 100 Milliarden Euro gewaschen werden. (Dunkelstudie über den Umfang der Geldwäsche in Deutschland und über die Geldwäscherisiken in einzelnen Wirtschaftssektoren, Prof. Dr. jur. Kai-D. Bussmann, 2016). Letzte Überarbeitungen erweiterten daher vor allem den Kreis der Verpflichteten, sehen aber auch eine weitere Steigerung der Transparenz vor. Auch die Sorgfaltspflicht, primär beim Einsatz virtueller Währungen oder bei Geschäftsbeziehungen mit Hochrisikodrittländern, verschärft sich deutlich. Die Umsetzung dieser Erweiterungen bedeutet für verpflichtete Unternehmen einen hohen bürokratischen Aufwand, der einige Kapazitäten binden kann. Als umso wichtiger erweisen sich daher eine klare Präventionsstratiegie und innovative Softwareunterstützung.

  • Gesetz zum Whistleblower-Schutz

    Zum Ende des Jahres 2021 wird das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz in Kraft treten: Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro müssen verpflichtend Hinweisgebersysteme einführen. Was Arbeitnehmer sowie Unternehmen bei einer Whistleblowing-Plattform beachten sollten, weiß Whistleblowing-Experte Kai Leisering von Business Keeper. EU-Whistleblowing-Richtlinie: Noch sind Whistleblower in Europa und Deutschland nicht ausreichend geschützt: Häufig haben sie für die Meldung eines Missstandes mitunter schwerwiegende Konsequenzen zu befürchten. Das Bundesjustizministerium hat deswegen bis Ende des Jahres Zeit, das deutsche Gesetz zum Whistleblower-Schutz umzusetzen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten bzw. einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro, ab 2023 dann auch Unternehmen mit über 50 Angestellten, staatliche Institutionen und Gemeinden ab einer bestimmten Größe zur Einführung einer Whistleblowing-Plattform.

  • Vermächtnis und Familienbande

    Leere Chefsessel in mittelständischen Betrieben? Vor allem in Familienunternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sehen sich viele Senior-Entrepreneure bei ihrer Suche nach einem Nachfolger mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert. Ein Mangel an geeigneten Kandidaten ist dabei nur einer der Stolpersteine auf dem Weg zum Generationswechsel im Betrieb. "Oft warten Inhaber zu lange damit, ihre Rückzugspläne zu konkretisieren. Bei anderen mangelt es an individuell zugeschnittenen Regelungen", weiß Felix Korten, Rechtsanwalt und Vorstand der Korten Rechtsanwälte AG. Damit sich die Stabsübergabe von der ersten auf die zweite oder sogar dritte Generation nicht zum Spießrutenlauf entwickelt, muss der Machtwechsel gründlich vorbereitet und professionell begleitet werden.

  • Neun Praxistipps zur digitalen Betriebsprüfung

    Eine Steuerprüfung ist immer mit Aufregung verbunden. Geht dann noch das große Suchen los, wird sie zum puren Stress. Damit sich Unternehmen für den Tag X optimal aufstellen, hat der ERP-Hersteller proAlpha neun Praxistipps zusammengestellt. Es gibt schönere Dinge im Leben eines kaufmännischen Leiters als eine digitale Betriebsprüfung. Denn die Menge möglicher Stolpersteine ist enorm. Damit Unternehmen der nächsten Prüfung entspannter entgegensehen können, helfen neun einfache Praxistipps.