Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Gravierende finanzielle und rechtliche Folgen


Mangelnde IT-Sicherheit: Unternehmen unterschätzen rechtliche Konsequenzen
In vielen Firmen wird die wachsende Bedrohung durch organisierte Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage ebenso unterschätzt wie die Zunahme der internen Risiken

(21.04.15) - Deutsche Firmen unterschätzen oftmals die wachsende Bedrohung durch organisierte Cyberkriminalität und durch Wirtschaftsspionage. Gleiches gilt für Risiken, die durch die eigenen Mitarbeiter – bewusst oder unbewusst – hervorgerufen werden. Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nifis Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. spricht in diesem Zusammenhang von "gravierenden finanziellen und rechtlichen Folgen". Dazu zählt der IT-Rechtsexperte hohe, durch Schäden verursachte Kosten, Bußgelder, unzureichenden Versicherungsschutz, Vertragsstrafen sowie die persönliche Haftung – in Ausnahmefällen auch von einzelnen Mitarbeitern. Um externen als auch internen Gefahren besser vorzubeugen, empfiehlt der Nifis-Vorsitzende einen Mix aus betrieblichen Vereinbarungen, IT-Sicherheitslösungen und der Sensibilisierung von Mitarbeitern. Dies beinhaltet unter anderen eine moderne IT-Infrastruktur, konsequente Zugriffsberechtigungen, Schulungen und Regeln im Umgang mit externen IT-Anwendungen.

Lesen Sie zum Thema "IT-Sicherheit" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

"Diese Fehleinschätzung der Firmen führt teilweise zu immensen finanziellen Kosten, die durch den Verlust von Daten, den Wiederherstellungsaufwand, zusätzliche Arbeitszeit sowie durch Verdienst- und Umsatzausfälle entstehen", betont Lapp. Laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) verursacht Wirtschaftsspionage jährlich allein hierzulande einen Schaden von 100 Milliarden Euro. Zudem drohen Vertragsstrafen bei Verstößen gegen Geheimhaltungsklauseln, Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeldforderungen bei missbräuchlicher Verwendung personenbezogener Daten sowie Bußgelder bei Verstößen gegen datenschutzrechtliche oder andere Verpflichtungen. Die Regelungen zur persönlichen Haftung gelten nicht nur für Aktiengesellschaften, sondern auch für sämtliche Unternehmensformen. Wenn verantwortliche Mitarbeiter, wie der IT-Leiter, die Grundregeln für eine angemessene IT-Sicherheit ignorieren, können auch sie persönlich haftend gemacht werden.

Interne Risiken: Sensibilisierung und klare Regeln
Neben Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage steigt auch die Bedeutung von internen Risiken. Neben Datenklau und -missbrauch sind dies laut Lapp vor allem alle externen Anwendungen, die nicht im Rahmen der unternehmenseigenen IT-Sicherheit abgedeckt werden. Dazu zählt der IT-Rechtsexperte die immer mehr an Bedeutung gewinnenden sozialen Netzwerke und Cloud-Angebote wie Dropbox oder Microsoft Office 365. "Auch der BYOD-Trend birgt Gefahren. Erfolgt das mobile Arbeiten mit Smartphone oder Tablet über ein öffentliches W-LAN, so besteht das Risiko des Mithörens bzw. Mitlesens", warnt Lapp. "Beim sogenannten Juice Jacking manipulieren Hacker fremde Ladestationen und können beim Aufladen der Smartphones via USB-Kabel unbemerkt Daten vom Smartphone kopieren." Um sich nicht einem erhöhten Sicherheitsrisiko durch Cyberattacken auszusetzen, müssen Unternehmen klare Regeln beim Einsatz von Bring Your Own Device (BYOD), von Cloudangeboten und bei der Nutzung sozialer Netzwerke (privat/betrieblich) aufstellen und die Mitarbeiter zur Einhaltung dieser sensibilisieren. (Nifis: ra)

Nifis: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Invests

  • Google verbannt "3rd Party Cookies" in 2024

    Nutzer sorgen sich schon lange darum, was mit ihren Spuren im Netz geschieht. Das Internet soll auch daher jetzt datenschutzfreundlicher werden. Dafür stehen nicht nur Regeln wie die DSVGO, sondern auch die Ankündigung, dass Google Cookies von Marketingdienstleistern ("3rd Party Cookies") 2024 aus dem Chrome-Browser verbannt. Das Online-Marketing wird also in Zukunft anders funktionieren. Wie können sich Unternehmen darauf vorbereiten? Diese drei Aspekte sollten Sie auf der Rechnung haben.

  • LkSG: Aus der Pflicht eine Kür machen

    Das Lieferkettengesetz zwingt zurzeit viele Unternehmen sich systematisch mit ihren Lieferketten und ihrem Lieferantenmanagement zu befassen. Dies ist zunächst zwar eine lästige Pflicht; doch darin ruht auch die Chance, im Markt ein nachhaltiges Profil zu zeigen.

  • CMS als wichtigen Pfeiler installieren

    In Einrichtungen auf kommunaler Ebene ist Compliance essenziell - insbesondere was die Informationssicherheit anbetrifft. Ihre Notwendigkeit wird auch in kleineren kommunalen Verwaltungen zunehmend erkannt. Compliance soll die Einhaltung von Regeln gewährleisten sowie Verstößen vorbeugen oder diese verhindern.

  • Pharming: Betrüger erobern Kreditkartendaten

    Sieht die Internetseite, die Sie aufgerufen haben, etwas anders aus als sonst? Wird Ihnen beim Internetshopping ein so unglaublich günstiges Angebot gemacht, dass Sie es kaum glauben können? Wenn dies der Fall ist, sollten Sie stutzig werden; möglicherweise laufen Sie Gefahr, der Betrugsmethode mit dem Namen "Pharming" zum Opfer zu fallen.

  • Lieferkettengesetz (LkSG) wird Pflicht

    Das Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Welche Unternehmen wann betroffen sind und wie in den nächsten Monaten noch gesetzeskonforme Prozesse aufgebaut werden können, erklärt der Jurist Michal Kacperek, EDI Consultant bei Comarch.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen