- Anzeige -

Sie sind hier: Home » Markt » Hinweise & Tipps

Banken müssen mehr tun in Sachen Risikovorsorge


Am 1. Januar 2018 tritt der IFRS-9-Standard für finanzielle Vermögenswerte in Kraft
Der IFRS 9 entstand aus einer umfassenden Reformierung des IAS 39 (International Accounting Standards)



Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 wurde durch Hypothekenkredite an Kunden mit schlechter Bonität ausgelöst. Zehn Jahre später tritt nun mit dem IFRS 9 ein neuer Standard in Kraft, der ersonnen wurde, um künftig ähnliche Katastrophen zu verhindern. Ab 1. Januar 2018 müssen Banken ihre Finanzinstrumente nach diesem neuen Standard klassifizieren und bewerten. In Kombination mit anderen gesetzlichen Anpassungen steigen die Offenlegungspflichten in qualitativer und quantitativer Hinsicht. "Das ist ein Cocktail an verschärfter Regulatorik, der die Kreditinstitute vor große Herausforderungen stellt", so Stefan Steinhoff, Partner der TME AG, einer Frankfurter Unternehmensberatung für Financial Services.

Der IFRS 9 entstand aus einer umfassenden Reformierung des IAS 39 (International Accounting Standards). Um dessen Schwachpunkte auszumerzen, wird nun die Wertminderung eines Kredites anhand des zu erwartenden Ausfalls und Cashflows ermittelt. "Man schaut also in die Zukunft und bilanziert einen Kreditausfall nicht wie früher erst dann, wenn er bereits eingetreten ist", sagt Christian Behrens, Senior Consultant der TME AG, der zusammen mit Steinhoff das Whitepaper des TME Instituts zum Thema IFRS 9 verfasst hat. Aufgrund der Komplexität der Materie ist der neue Standard in drei Phasen eingeteilt: Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, die Bestimmung der Wertminderung und der sich daraus ergebenden Risikovorsorge sowie die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.

Parallel zum IFRS 9 regelt der überarbeitete IFRS 7 die Angabepflichten. Während einer Übergangszeit von IAS 39 auf IFRS 9 sollen die Risikoangaben stufenweise angepasst werden. Ein mit dem IFRS 7 konformer Konzernabschluss ist erstmalig am 31. März 2018 zu erstellen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Ausfallrisiko und dessen Steuerung liegt. Neu veröffentlicht werden muss beispielsweise eine Überleitungsrechnung, die die Entwicklung des Risikovorsorgebestands vom Jahresanfangs- auf den Jahresendbestand darstellt. Auch die bestehenden Angaben zum Kreditrisiko werden durch die Einführung des IFRS 9 erheblich überarbeitet.

Kreditinstitute sollten sich schnellstmöglich mit ihrem Datenhaushalt befassen, betont Steinhoff, und dabei sowohl dessen Qualität und Vollständigkeit als auch die zeitliche Verfügbarkeit analysieren. Nur so werde man in der Lage sein, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Die TME AG hat die Risikovorsorgeentwicklung unter IFRS 9 einiger Institute analysiert und geht von einem Anstieg zwischen 20 bis 60 Prozent aus. "Das ist natürlich ein Punkt, der gewissenhafter und rechtzeitiger Vorbereitung bedarf. Wer schnell handelt, der ist auf der sicheren Seite", so Steinhoff. (TME Institut: ra)

eingetragen: 23.11.17
Home & Newsletterlauf: 20.12.17

TME Institut: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Auswirkungen von Cyberangriffen minimieren

    Die russische Offensive begann im digitalen Raum bereits einige Zeit vor dem Einmarsch in die Ukraine. "Während Cyberangriffe auf militärische Zielsysteme, Behörden und Institutionen bereits seit längerem stattfinden, spielte der digitale Raum in den ersten Tagen des russischen Angriffskriegs nur eine nachgelagerte Rolle. Mit zunehmender Kriegsdauer könnte sich dies wieder ändern, und das kann unmittelbare Konsequenzen für Deutschland und seine Wirtschaft haben. Denn die Distanzen im digitalen Raum sind kurz und die Grenzen nicht so klar, wie sie sein müssten", erklärt Bitkom-Sicherheitsexperte Sebastian Artz. "Es gibt keinen Grund zur Panik, aber mit dem Angriffskrieg Russlands ist auch im deutschen Cyberraum volle Aufmerksamkeit und größtmögliche Wachsamkeit aller Unternehmen, Organisationen und staatlichen Stellen geboten."

  • Risikoentscheidungen zu Klima- oder Cybergefahren

    Politische Unsicherheiten, Naturgefahren, aber - allen voran - Verluste, die aus ESG -Verpflichtungen erwachsen, werden die Risikomanager in deutschen Unternehmen nächstes Jahr beschäftigen. Zu diesem Schluss kommt der international tätige Versicherungsmakler WTW und mahnt Unternehmen, ihr Risikomanagement grundlegend zu verändern: "Es kommen zu viele neue, bisher unbekannte Risiken auf Organisationen zu, als dass man weiterhin ‚Risikomanagement im Rückspiegel' betreiben könnte", erklärt Mathias Pahl Head of Corporate Risk & Broking bei WTW. "Risikoentscheidungen zu Klima- oder Cybergefahren können nicht auf Vergangenheitswerten basieren - die sogenannten ‚Emerging Risks' zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch fehlende historische Daten kaum oder nur schwer zu bewerten sind."

  • Handling von Umweltregularien

    Im Tagesgeschäft der Elektronik spielen Umweltregularien eine immer wichtigere Rolle und stellen nicht nur die Distribution sondern auch andere Unternehmen entlang der Supply Chain vor Herausforderungen. Um das Handling zu vereinfachen, werden verschiedene Aufgaben wie die Beschaffung von Umweltbescheinigungen gerne an Drittfirmen ausgelagert. Allerdings gibt es hier Fallstricke, so dass der FBDi empfiehlt, besondere Beachtung auf nachfolgende Punkte zu legen.

  • Sicherheitsbewusstsein der Angestellten

    Cyberkriminelle attackieren mit Phishing-Kampagnen verstärkt Cloud-Angebote wie Office 365. Ein kompromittiertes Konto ist für sie Gold wert, denn damit können sie nicht nur E-Mails lesen, sondern auch auf verbundene Dienste zugreifen - und weitere Angriffe starten. NTT Ltd., ein führendes, weltweit tätiges IT-Dienstleistungsunternehmen, erklärt, wie Unternehmen auf die Bedrohung durch Phishing reagieren sollten.

  • HR: Compliance-Anforderungen im Griff

    Bei der Suche nach fähigen Mitarbeitern spielt die Nationalität immer weniger eine Rolle. Belegschaften werden zunehmend internationaler und arbeiten über verschiedene Standorte und Ländergrenzen hinweg. Für die Personalverantwortlichen international agierender Unternehmen ergeben sich daraus eine Reihe von Herausforderungen. Compliance-Bestimmungen im Bereich HR und Workforce-Management unterscheiden sich oft deutlich von Ort zu Ort und können sich auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten ändern. Die Einhaltung dieser Vorgaben hängt von der Fähigkeit einer Organisation ab, schnell auf Änderungen an bestehenden Gesetzen und Vorschriften zu reagieren - oder sie sogar zu antizipieren - um dann entsprechende Maßnahmen und Anpassungen umzusetzen. HCM-Experte SumTotal zeigt auf, wie die Priorisierung von fünf strategischen Ansatzpunkten dabei hilft, das Management komplexer internationaler Compliance-Anforderungen in den Griff zu bekommen.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen