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Interwiev mit Josef Matulka, Capgemini


Was IT-Governance für das IT-Management in der Praxis bedeutet - Inhaltlich geht es um die Steuerung der IT aus Geschäftssicht
Josef Matulka, COO von Capgemini, spricht über die Auswirkungen SOX und Basel II auf die IT

(28.11.06) - Im Umfeld von SOX und Basel II werden IT-Prozesse zu einem wichtigen Kriterium für die Bewertung von Unternehmen. Michael Ghezzo, Geschäftsführer von Conex, spricht mit Josef Matulka, COO von Capgemini, über die Auswirkungen auf die IT und was IT-Governance für das IT-Management in der Praxis bedeutet.

Michael Ghezzo: IT-Governance ist für so manchen IT-Leiter noch schwer greifbar - Was versteckt sich hinter dem aktuellen Hype tatsächlich?
Josef Matulka:
Inhaltlich geht es um die Steuerung der IT aus Geschäftssicht. Das Thema ist alles andere als neu, neu ist jedoch vielleicht, dass das Thema zunehmend konsequenter und professioneller angegangen wird. Statt lediglich von "Business-IT-Alignment" zu sprechen und dieses Anliegen ab und zu im Rahmen von IT-Strategieprojekten zu beleuchten, wird es nunmehr konsequent durch Schaffung entsprechender Gremien und Prozesse sowie den Einsatz entsprechender Werkzeuge institutionalisiert.

Ghezzo: Die Umsetzung von IT-Governance wird von vielen Unternehmen auf die lange Bank geschoben - Warum?
Matulka:
Planung und Steuerung sind nicht gerade die traditionelle Leidenschaft und Stärke der IT-Abteilungen und die Kommunikation zwischen IT und Fachbereichen ist immer noch durch viele Missverständnisse und Vorurteile geprägt. So bietet es sich an, operativ etwas "weiterzubringen", statt sich dem unternehmensweiten Management der IT zu widmen. Die IT-Manager befinden sich da übrigens durchaus in guter Gesellschaft. Eine von der BA-CA in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass ein Drittel der größeren österreichischen Unternehmen (Jahresumsatz größer 3 Mio. Euro) keine Planung betreibt. Da braucht man dann die Frage nach der Steuerung gar nicht mehr zu stellen.

Ghezzo: Was bedeutet denn IT-Governance in der Praxis? Wie hoch ist der damit verbundene organisatorische und technische Aufwand tatsächlich?
Matulka:
In der Praxis geht es um das sinnvolle Leben von Prozessen, deren Zweck von allen verstanden wird. Das kann in kleinen Unternehmen ein regelmäßiger Tagesordnungspunkt in der Geschäftsleitungssitzung sein. In großen Unternehmen wird es wohl im Regelfall ohne eigenes IT-Steuerungsgremium und eine Reihe von Prozessen für die IT-Governance nicht gehen. Ohne entsprechend eingeplanten Zeitaufwand ist eine Umsetzung in beiden Fällen nicht möglich. Das gilt aber generell für den gesamten Management-Prozess, von dem IT-Governance ein integraler Bestandteil ist.

Ghezzo: Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Matulka:
Wir reden hier jedenfalls von einstelligen Prozentsätzen der gesamten IT-Kosten, selbst wenn man die Definition von IT-Governance sehr weit fasst.

Ghezzo: Es gibt zahlreiche Tools für IT-Governance - Was leisten diese denn wirklich?
Matulka:
Tools unterstützen organisatorische Prozesse. Mit Hilfe von IT-Governance-Tools kann man einerseits Prozesse effizienter durchführen (z.B. Projektplanung und Zeiterfassung), anderseits sind gewisse Prozesse ohne Tool-Unterstützung in größeren Unternehmen de facto gar nicht möglich. Wer jemals versucht hat, aktives (Projekt-) Portfoliomanagement zu betreiben und dabei unterschiedlichen Szenarien ohne adäquate Toolunterstützung miteinander zu vergleichen, der weiß wovon ich spreche. (Conex: ra)


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