- Anzeigen -

Verbreitung der elektronischen Rechnung


E-Invoicing geht mit EU-Verordnung in neue Runde: Auch Deutschland zählt zu Problemländern
Nach den vordringlichen Herausforderungen für die Rechnungsprozesse gefragt, stehen die Einhaltung von Steuer- und Umsatzsteuervorschriften bei 63 Prozent an erster Stelle

- Anzeigen -





Wenn die neue EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnung im Herbst in Kraft tritt, müssen einige Unternehmen nachbessern. Auch Deutschland gehört zu den Ländern, in denen Firmen bei Invoicing am häufigsten mit Compliance-Problemen kämpfen. Den Status-Quo zeigen zwei neue Studien, darunter eine internationale Erhebung sowie eine Studie zu E-Invoicing bei Deutschlands Top-700-Unternehmen von Comarch und Fraunhofer, welche im Mai im Porsche Museum in Stuttgart im Detail vorgestellt wird.

Ab 27. November 2018 gilt die "Europäische Norm für die elektronische Rechnungsstellung" auch in Deutschland für Bundesministerien und Verfassungsorgane. Ein Jahr später werden alle weiteren öffentlichen Auftraggeber des Bundes die elektronische Rechnung von ihren Geschäftspartnern verlangen. Die erwarteten Einsparungen werden auf vier bis neun Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Davon betroffen sind alle Unternehmen, welche bereits jetzt mit dem Bund Rechnungen austauschen oder sich an zukünftigen Ausschreibungen beteiligen wollen. Damit erhält die Digitalisierung des Rechnungswesens EU-weit einen neuen Schub.

Angesichts dieser länderübergreifenden Entwicklung haben Comarch und Sharedserviceslink in einer Studie internationale Unternehmen nach den Ländern und Regionen gefragt, wo sie mit den größten Herausforderungen für das Rechnungswesen kämpfen. Neben den USA und China werden hier vor allem EU-Länder genannt, darunter auch Deutschland an vorderer Stelle. Alle teilnehmenden Unternehmen waren in der Regel sehr groß, rund 80 Prozent der Befragten gaben ein jährliches Rechnungsvolumen von über 100.000 an.

Ziel der Studie war es, die größten Herausforderungen in den Bereichen Fakturierung, Inhalt, Archivierung und Schutz sensibler Daten zu ermitteln. 58 Prozent der Unternehmen waren in Europa, 31 Prozent in Nordamerika und der Rest in Afrika, Asien und Lateinamerika angesiedelt. Die Vielzahl geografischer Standorte, Branchen und die Menge der bearbeiteten Rechnungen zeigen länderübergreifend die Herausforderungen und Chancen digitaler Rechnungs-Workflows. Befragt wurden P2P- und Finanzfachleute, die unter anderem für die größten Unternehmen in den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen, Lebensmittelindustrie, Mode und Verkehr tätig sind.

Nach den vordringlichen Herausforderungen für die Rechnungsprozesse gefragt, stehen die Einhaltung von Steuer- und Umsatzsteuervorschriften bei 63 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Problemen mit der Integrität von Rechnungsinhalten, welche 54 Prozent nennen. Schließlich kann die Nichteinhaltung dieser Formalitäten im schlimmsten Fall zusätzliche Kosten und ein erhöhtes Haftungsrisiko für das Unternehmen zur Folge haben. Jedes fünfte Unternehmen kämpft darum, Archivierungsregeln einzuhalten (22 Prozent) und sensible Daten zu schützen (21 Prozent). Im Falle von Sicherheitsverletzung, Datenverlust oder unzureichender Archivierung wichtiger Daten eines Unternehmens kann dies nicht nur Geldstrafen, sondern sogar einen ernsthaften Reputations- und Vertrauensverlusten nach sich ziehen.

Folglich suchen 96 Prozent der Befragten nach Möglichkeiten, die Compliance in ihren Organisationen zu verbessern. Die meisten Unternehmen sehen die Lösung ihrer Probleme darin, aktuelle Prozesse und Richtlinien zu verbessern (72 Prozent) und die manuelle Rechnungsverarbeitung zu reduzieren (70 Prozent). Diese beiden Probleme haben einen großen Einfluss auf den Workflow in einem Unternehmen. Wenn Mitarbeiter alle Rechnungen manuell verwalten müssen, besteht eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, dass menschliche Fehler auftreten. Zudem setzen die Firmen auf die Entwicklung der Qualität von Stammdaten (64 Prozent) und Investitionen in Rechnungsautomatisierungstechnologien (63 Prozent). Statt auf die Suche nach neuen Lösungen konzentrieren sich 44 Prozent der Befragten darauf, sicherzustellen, dass die aktuell von ihnen eingesetzte Technologie alle rechtlichen Anforderungen erfüllt.

80 Prozent der befragten Unternehmen bezifferten ihr Rechnungsvolumen zwischen 100.000 und über einer Million Rechnungen pro Jahr. Dennoch erhalten die meisten dieser Organisationen den Großteil ihrer Rechnungen im Papierformat / gescannt (77 Prozent, mittleres und hohes Volumen zusammen gezählt) oder als manuell eingegebene E-Mail / PDF (68 Prozent, mittleres und hohes Volumen zusammen gezählt). Berücksichtigt man die Anzahl der Rechnungen, bedeutet dies nicht nur eine massive Arbeitsbelastung für die verantwortlichen Mitarbeiter, sondern erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit erheblich. Weiterhin empfangen die Unternehmen Rechnungen via E-Invoicing-Netzwerk, Papier und EDI.
(Comarch: ra)

eingetragen: 19.05.18
Newsletterlauf: 18.06.18

Comarch Software und Beratung: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Studien

  • Ist Versicherungsbetrug einfach?

    Etwa jeder elfte Versicherungsnehmer hat seine Versicherung betrogen. Hochgerechnet haben etwa 2,4 Millionen Versicherungsnehmer (9 Prozent) nach eigener Aussage schon mal bewusst Falschangaben bei einem "Versicherungsfall" gemacht. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie der Creditreform Boniversum GmbH "Versicherungen - Schadensfälle und Falschangaben". 78 Prozent der Verbraucher sind zudem der Meinung, dass bewusste Falschangaben bei Schadensfällen reduziert oder verhindert werden könnten, wenn die Versicherungen die Schadensfreiheit der Verbraucher belohnen würden. Die Deutschen sind versicherungsbewusst: Rund 93 Prozent der Verbraucher haben derzeit Versicherungen in den Sparten Hausrat, Wohngebäude, Privathaftpflicht, KFZ-Haftpflicht oder KFZ-Kasko abgeschlossen. Von den etwa 57 Millionen Versicherungsnehmern haben ca. 26 Millionen mindestens einen Schadensfall in den vergangenen fünf Jahren gemeldet. Dies belegt die aktuelle Boniversum-Umfrage, an der 1.008 Verbraucher (von 18 bis 69 Jahre) teilgenommen haben.

  • Eigenschaften von Aufsichtsräten

    Banken mit einer größeren Diversity des Aufsichtsrats in Bezug auf Geschlecht, Vertretung der Mitarbeiter, Internationalität und Alter verzeichnen laut einer neuen Studie der Cass Business School eine höhere und stabilere Leistung. In einem Artikel mit dem Titel The performance effects of board heterogeneity: What works for EU banks? haben Forscherinnen die Auswirkung der Durchmischung in den Aufsichtsräten auf die Leistung von Banken in der EU zwischen 2007 und 2015 studiert, d. h. während und nach der weltweiten Finanzkrise. Dabei haben sie die typischen Eigenschaften von Aufsichtsräten (Art, Dauer des Mandats, Größe des Aufsichtsrats und Alter der Mitglieder) sowie deren Merkmale von Diversity untersucht (geschlechtliche Durchmischung, Vertretung der Mitarbeiter, Internationalität und unterschiedliche Altersstufen). Daneben machen sie Vorschläge für einen Diversity-Index, der die verschiedenen Kriterien berücksichtigt.

  • Das Audit-Kerngeschäft unterliegt starkem Wandel

    Schon seit geraumer Zeit wird das Portfolio der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften (WP) durch diverse Marktentwicklungen beeinflusst. Themen wie Business Analytics und Big Data spielen ebenso eine zentrale Rolle wie IT Audit, Legal Tech und Prop Tech. Aber auch Diversifizierungen, interdisziplinäre Ansätze und neue Themenfelder der Mandanten sowie die Weiterentwicklung von Produkten und Leistungen führen zu Veränderungen innerhalb des Leistungsspektrums der WP-Gesellschaften. Das zeigt die neue Lünendonk-Studie "Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland", die ab sofort erhältlich ist.

  • Behörden speichern die meisten Bilder

    Firmen investieren viel Aufwand und Zeit dafür, ihre Daten zu pflegen und zu sichern. Dennoch sind 42 Prozent der Datenbestände bei den meisten Unternehmen entweder verstaubt (Datei wurde in drei Jahren kein einziges Mal modifiziert) oder uralt (Datei wurden in sieben Jahren kein einziges Mal verändert). Das zeigen Analysten von Veritas Technologies. Die Menge der Daten wächst jährlich um 49 Prozent. Gleichzeitig nimmt die Dateigröße pro Jahr um durchschnittlich 23 Prozent zu. Zusätzlich zu dieser Datenflut müssen Firmen die verschärften Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen. Sie räumt Verbrauchern unter anderem das Privileg ein, ihre personenbezogenen Daten bei Firmen komplett löschen zu lassen oder von Unternehmen eine genaue Aufstellung dieser Daten zu verlangen. Unternehmen sollten dann in der Lage sein, auch die verstaubten und uralten Daten zu durchleuchten und zu kategorisieren, um darin personenbezogene Daten aufzuspüren.

  • Cyberkriminelle profitieren von Datenpannen

    Pindrop hat ihren " Pindrop Voice Intelligence Report 2018" veröffentlicht. Wie die globale Untersuchung zeigt, hat die Zahl der Betrugsdelikte via Telefon stark zugenommen und ist weiter im Steigen begriffen. Die Gesamt-Betrugsrate im Sprachkanal ist von 2016 (ein Betrug pro 937 Anrufe) bis 2017 (einer von 638 Anrufen) um 47 Prozent gestiegen. Der Aufwärtstrend vom Vorjahr - mit einer Zunahme von 113 Prozent - setzt sich also weiter fort. In den letzten vier Jahren hat sich die Betrugsrate um mehr als 350 Prozent erhöht, und es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung. Hinter diesem Anstieg stehen insbesondere zwei Gründe. Erstens trägt die Häufung von Datenlecks zu dem Problem bei, was auch nicht verwundert, da sich die Cyberkriminalität mittlerweile zu einer 1,2 Millionen Euro schweren Industrie entwickelt hat.