E-Rechnung: Die deutsche Verwaltung als Treiber


Marktstudie zur E-Rechnung: Während jahrelang die Privatwirtschaft als wichtigster Motor für die Verbreitung der elektronischen Rechnung galt, stellt eine Studie nun öffentlichen Sektor als entscheidend für die Verbreitung der E-Rechnung heraus
So verpflichtet das E-Rechnungs-Gesetz des Bundes aus dem April 2017 öffentliche Einrichtungen bis spätestens Ende 2019 (oberste Bundesverwaltungen bereits bis Ende 2018) zum Empfang und zur Verarbeitung elektronischer Rechnungen



Mach präsentiert in Zusammenarbeit mit dem renommierten Marktanalysten Bruno Koch von Billentis die neuesten Marktzahlen und Erhebungen zur elektronischen Rechnungsbearbeitung in Europa. Laut der Studie steht die E-Rechnung im Zeichen großer Marktveränderungen. Der öffentliche Sektor gilt dabei als entscheidender Treiber. "Neue Technologien erlauben inzwischen, alte Lösungen und Prozesse durch völlig neue Ansätze abzulösen und einen Quantensprung zu vollziehen", so beschreibt Billentis in der Studie die Auswirkungen mächtiger Marktveränderungen, die öffentlichen Einrichtungen in den nächsten Jahren bevorstehen. Gleichzeitig wird die Entwicklung und Anwendung einer gesamtheitlichen Strategie für die Automatisierung der Geschäftsprozesse als vorteilhaft herausgestellt.

Besonders im Fokus steht die Rechnungsverarbeitung: "Die E-Rechnung und die damit verbundene Prozessautomatisierung könnte die Antwort sein auf die heutigen Herausforderungen im stetig wechselnden Marktumfeld. Sie ist die Schlüsselkomponente, um Kosten deutlich zu senken, das Working Capital zu verbessern und die Kosten elastischer zu gestalten." Billentis schätzt, dass 2017 in Deutschland voraussichtlich über ein Viertel aller Rechnungen elektronisch ausgetauscht wird, während ab 2019 mit einer überdurchschnittlich starken Beschleunigung zu rechnen ist.

"Eine wichtige Erkenntnis ist, dass der Hebel durch die Automatisierung des Prozesses und nicht durch die Schaffung einer technischen Schnittstelle entsteht. Denn digitale Wertschöpfung entsteht vor allem dann, wenn Prozesse automatisiert werden können, wie zum Beispiel die Rechnungsprüfung und der automatisierte Abgleich mit der Bestellung. Durch die Automatisierung entstehen mehr zeitliche Freiräume, z. B. um die Beratungsleistung für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Die E-Rechnung ist damit aus meiner Sicht digitale Wertschöpfung par excellence", sagt Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der Mach AG.

In Zahlen ausgedrückt: Elektronische und automatisierte Rechnungsverarbeitungsprozesse führen laut der Studie zu Kosteneinsparungen von 60 – 80 Prozent im Vergleich zu Papierprozessen. Deutschlandweit sind dies 6,5 Milliarden Euro jährlich. Reine E-Rechnungsdienstleistungen würden jedoch laut Billentis zukünftig nicht mehr genügen: "Die Unterstützung von weiteren Dokumenten, Geschäftsprozessen und Mehrwertdienstleistungen wird zunehmend substanziell." Zusätzlich würden in Zukunft neue Technologien, wie Künstliche Intelligenz, robotergesteuerte Lösungen, maschinelles Lernen, fortschrittliche Analysen, Blockchain-Technologien und das Internet der Dinge helfen, einen noch höheren Automatisierungsgrad zu erreichen, um damit das Kostensenkungspotenzial maximal auszuschöpfen.

Während jahrelang die Privatwirtschaft als wichtigster Motor für die Verbreitung der elektronischen Rechnung galt, stellt die Studie heute den öffentlichen Sektor als entscheidend für die Verbreitung der E-Rechnung heraus. Regierungen würden mit ihren gesetzlichen Vorgaben die Privatindustrie sogar als treibende Kraft ersetzen. So verpflichtet das E-Rechnungs-Gesetz des Bundes aus dem April 2017 öffentliche Einrichtungen bis spätestens Ende 2019 (oberste Bundesverwaltungen bereits bis Ende 2018) zum Empfang und zur Verarbeitung elektronischer Rechnungen. Zudem setzte die E-Rechnungsverordnung des Bundes zuletzt einheitliche Standards, klare Fristen und einen verbindlichen Zwang für Lieferanten, spätestens ab November 2020 Rechnungen nur noch elektronisch zu stellen.

"Auch wenn die Herausforderungen der deutschen öffentlichen Verwaltung durch den demografischen Wandel, Aufgabenflut und Mittelknappheit vielfältig sind: Die vorliegende Studie dokumentiert in beeindruckender Weise, warum sich Verwaltungen genau deswegen mit der E-Rechnung beschäftigen sollten", fasst Rolf Sahre die Ergebnisse der Studie zusammen. (Mach: ra)

eingetragen: 24.10.17
Home & Newsletterlauf: 24.11.17

Mach: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Studien

  • Risikominderung mit Versicherung

    Fast 80 Prozent der Unternehmen, die eine Cyberversicherung abgeschlossen haben, haben bei ihrem Versicherer bereits Ansprüche geltend gemacht, mehr als die Hälfte davon mehrfach. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Delinea, dem Spezialisten für Privileged-Access-Management-Lösungen (PAM) für nahtlose Sicherheit. Infolgedessen ziehen sich Versicherungsunternehmen vermehrt von der Deckung kritischer Risiken zurück.

  • Auch Social-Media-Plattformen in der Verantwortung

    Sie verunsichern, sie verwirren und sie beeinflussen: Gezielt gestreute, manipulative Falschmeldungen, kurz Fake News, gefährden den gesellschaftlichen Frieden. Nicht immer sind sie einfach zu erkennen, einmal veröffentlicht, verbreiten sie sich im Internet schnell weiter und sind schwer einzufangen. Die Mehrheit der Befragten in Deutschland (59 Prozent) fordert, dass Regierung und Behörden mehr tun müssen, um die Verbreitung von Fake News zu verhindern.

  • Betrugsschutz bleibt auf der Strecke

    Keinen Grund zur Entwarnung gibt die European Fraud Map 2021, die der führende Analytiksoftware-Anbieter Fico auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Euromonitor International, Consumer Finance 2022 Edition erstellt hat. Die Umfrage zeigt, dass Kreditkartenbetrug in vielen der untersuchten 18 Länder von 2020 auf 2021 schlimmer geworden ist.

  • Patientendaten in Gesundheitseinrichtungen

    Laut einer aktuellen Studie von Soti mit dem Titel "Eine entscheidende Investition: Am Puls der Technologie im Gesundheitswesen" haben 91 Prozent der Gesundheitseinrichtungen in Deutschland (70 Prozent weltweit) seit dem Jahr 2020 mindestens einen Datenschutzvorfall erlitten. Dennoch sind 83 Prozent der Befragten (76 Prozent weltweit) der Meinung, eine vollständige Digitalisierung von Patientenakten könne die Datensicherheit verbessern und die Gefahr von Datenverlusten verringern.

  • Ehemalige Mitarbeiter ein Cybersicherheitsrisiko

    Ehemalige Mitarbeiter können ein zusätzliches IT-Sicherheitsrisiko für den Mittelstand in Deutschland darstellen, wie der aktuelle "Kaspersky SMB Cyber Resilience Report" zeigt. Denn nur 41 Prozent aller befragten Unternehmensverantwortlichen können ausschließen, dass ehemalige Mitarbeiter noch Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Unternehmensdaten haben, und nur 46 Prozent sind sich sicher, dass Ex-Mitarbeiter die Accounts im Unternehmen auch wirklich nicht mehr nutzen können.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen