- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sechs Monate EU-Datenschutz-Grundverordnung


Über die Hälfte der deutschen Verbraucher erwägt juristische Schritte gegen Firmen im Falle einer Datenschutzverletzung
Umfrage hat ergeben, dass deutlich mehr als die Hälfte der Befragten im Falle einer Datenschutzverletzung den Anbieter wechseln würde

- Anzeigen -





Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO/GDPR) ist sechs Monate alt. Nach einer aktuellen Umfrage sehen 84 Prozent der befragten Unternehmen sich in Einklang mit den Anforderungen der DSGVO während demgegenüber 36 Prozent der befragten Verbraucher erhebliche Zweifel an der Compliance von Unternehmen haben. Thales, Unternehmen im Bereich kritischer Informationssysteme sowie Cybersicherheit und Datenschutz, hat herausgefunden, dass sechs Monate nach dem Wirksamwerden der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO/GDPR) über ein Drittel der in Deutschland befragten Konsumenten (36 Prozent) Zweifel haben, dass die Unternehmen mit denen sie es zu tun haben tatsächlich den Vorgaben der DSGVO entsprechen. Darüber hinaus räumten 16 Prozent der befragten Firmen ein, nicht rechtzeitig zum Stichtag am 28. Mai 2018 vorbereitet gewesen zu sein.

Die Umfrage hat weiterhin ergeben, dass deutlich mehr als die Hälfte der Befragten im Falle einer Datenschutzverletzung den Anbieter wechseln würde, und 35 Prozent gaben an, dass sich bei einer Datenschutzverletzung unter der DSGVO ihre Wahrnehmung eines Unternehmens definitiv zum Negativen hin verändern würde. Über die Hälfte der in Deutschland befragten Verbraucher (53 Prozent) ziehen zudem juristische Schritte gegen ein Unternehmen in Betracht, wenn es nicht in der Lage sein sollte ihre persönlichen Daten gemäß den Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung zu schützen. Auffallend ist allerdings, dass sich die grundsätzliche Einschätzung von 70 Prozent der Befragten zum Datenschutz in Unternehmen seit dem Inkrafttreten der DSGVO nicht geändert hat.

Und noch immer sagen 9 Prozent der befragten Verbraucher von sich, bisher nichts von der DSGVO gehört zu haben. Dieser vergleichsweise niedrigen Zahl steht allerdings rund ein Viertel der Befragten (25 Prozent) gegenüber, die sich nicht in der Lage sehen die DSGVO auch nur annähernd zu erklären.

Vorbereitet oder nicht
Angesichts der von Verbrauchern ausgesprochenen Bedenken wurde auch die Geschäftsführungsebene der ausgewählten Unternehmen befragt, ob ihre Firma rechtzeitig zum Stichtag am 28. Mai 2018 auf das Wirksamwerden der DSGVO vorbereitet gewesen ist. Die überwiegende Mehrzahl der befragten Unternehmen (84 Prozent) beantwortete diese Frage positiv, 11 Prozent fühlten sich zumindest einigermaßen vorbereitet. Dabei sind die Unternehmen der Fertigungsindustrie besonders gut präpariert. Sie weisen mit 91 Prozent den mit Abstand höchsten Prozentsatz derjenigen auf, die sich im Einklang mit den Anforderungen der DSGVO sehen. Der Einzelhandel folgt erst mit deutlichem Abstand. Hier sind es 78 Prozent, die zum Stichtag ausreichend vorbereitet waren.

Seit die DSGVO am 25. Mai 2018 wirksam geworden ist hat bereits knapp die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen (49 Prozent) den zuständigen Datenschutzbeauftragten informieren müssen, um den Schweregrad einer Datenschutzverletzung zu überprüfen. 21 Prozent der deutschen Unternehmen mussten bereits eine Datenschutzverletzung öffentlich machen und wurden infolgedessen mit einer Strafe belegt oder haben sich disziplinarischen Maßnahmen unterziehen müssen.

Kai Zobel, Regional Directorbei Thales eSecurity, sagte:
"Knapp die Hälfte aller Unternehmen haben sich bereits innerhalb der ersten sechs Monate seit dem Wirksamwerden der DSGVO an den zuständigen Datenschutzbeauftragten des Landes oder Bundes gewandt. Da kann es kaum verwundern, dass Konsumenten nicht allzu viel Vertrauen in Firmen haben, wenn es um den Schutz und die Vertraulichkeit persönlicher Daten geht. Es vergeht praktisch kein Tag, ohne dass wir neuerlich von einer Datenschutzverletzung erfahren, nicht selten aus den Schlagzeilen. Das macht es bei allem guten Willen so gut wie unmöglich anzunehmen, dass Verbraucherdaten in wirklich guten Händen sind. Unternehmen bekommen das ganz unmittelbar zu spüren, wenn sie nämlich das Vertrauen ihrer Kunden verlieren. Denn die zögern nicht eine bekannt gewordene Datenschutzverletzung zum Anlass zu nehmen den Anbieter zu wechseln. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung hat die Rechte der Verbraucher deutlich gestärkt. Jetzt ist es angesichts der veränderten Umstände an den Unternehmen zu demonstrieren, dass sie ihre bisherige Herangehensweise an den Datenschutz überdenken. Sie sind in der Bringschuld und müssen sicherstellen, dass sie die neuen Compliance-Anforderungen erfüllen und die Beziehung zu ihren Kunden umfassender definieren als bisher."

Sie kostet - die DSGVO
Ein großes Thema im Vorfeld der DSGVO waren die damit für Unternehmen verbundenen potenziellen Kosten. So haben von den deutschen Unternehmen mehr als die Hälfte über 10.000 Euro investiert um fit für die DSGVO zu sein, 49 Prozent haben weniger als 10.000 Euro investiert. Allerdings klafft die Schere bei den aufgewendeten Budgets weit auseinander. Am anderen Ende der Skala stehen nämlich stolze 16 Prozent der Unternehmen, die zwischen 500.000und 1 Million Euro ausgegeben haben um den neuen Regularien zu entsprechen. Das entspricht durchschnittlichen Ausgaben von 201.653 Euro.

Neben den finanziellen Aufwendungen hat die Datenschutz-Grundverordnung insbesondere bei den sicherheitsaffinen Deutschen die Art und Weise verändert wie sie mit Vertrags- und Geschäftspartnern interagieren. 38 Prozent der befragten Unternehmen gaben an den Teil ihrer Sicherheitsrichtlinien komplett verändert zu haben, der externe Dritte wie Vertrags- und Geschäftspartner betrifft, weitere 24 Prozent haben ihre Richtlinien wenigstens teilweise geändert.

Aus Sicht der Geschäftsführung
Die Datenschutz-Grundverordnung hat dafür gesorgt, dass Unternehmen ihre Beziehung zu externen Partnern überdenken müssen um den neuen Richtlinien zu genügen. Die aktuelle Datenschutzgesetzgebung hat aber noch eine Reihe weiterer Auswirkungen auf Firmen, und nicht alle sind positiv. Die EU-DSGVO wurde entwickelt um Datenschutz und Datenverarbeitung besser als bisher zu kontrollieren. Trotzdem beklagen 41 Prozent der befragten Geschäftsführer, CIOs und CISOs, dass mit der Einführung der neuen Gesetzgebung die Komplexität weiter zugenommen habe.

Und vielleicht noch erschreckender: rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) geht sogar davon aus, dass das Risiko für eine Datenschutzverletzung mit der DSGVO eher noch steigt, 20 Prozent der Befragten schließlich befürchten negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Trotz aller Unkenrufe glauben aber immerhin 22 Prozent der Befragten, dass sich die DSGVO positiv auf Innovationen innerhalb ihres Unternehmens auswirkt.
(Thales eSecurity: ra)

eingetragen: 04.12.18
Newsletterlauf: 10.01.19

Thales: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Studien

  • DSGVO: Verschärfte Kontrollen angekündigt

    Auch ein Jahr nach Ende der Übergangsfrist haben deutsche Unternehmen noch einiges zu tun, um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) vollständig zu erfüllen. Laut einer aktuellen Umfrage von TÜV SÜD sagt rund ein Drittel der Befragten, dass ihr Unternehmen die erforderlichen Maßnahmen nur teilweise (29 Prozent) oder gar nicht (6 Prozent) umgesetzt hat. "Trotz erster Bußgelder ist die anfangs befürchtete breite Abmahnwelle bisher ausgeblieben. Doch inzwischen haben die Aufsichtsbehörden einzelner Bundesländer wie z.B. Baden-Württemberg verschärfte Kontrollen angekündigt", sagt Andreas Rübsam, Director Data Protection der TÜV SÜD Sec-IT GmbH. "Die gute Nachricht: Auch wenn man in seinem Unternehmen noch zu wenig oder gar nichts getan hat, ist es nie zu spät, damit anzufangen. Man sollte sich zumindest einen externen Berater holen." Genau das haben laut Umfrage bereits einige Unternehmen ganz (34 Prozent) oder teilweise (24 Prozent) getan, um sich fit für die EU-DSGVO zu machen.

  • Datenschutz: Fokus der Compliance-Verantwortlichen

    Die Professionalisierung der Compliance-Arbeit in deutschen Unternehmen schreitet voran. Allerdings werden relevante Risiken weiterhin unterschätzt. Die nachlassende Unterstützung bei Compliance-Themen durch das Management bereitet den Compliance-Verantwortlichen in Unternehmen Sorge. Die Digitalisierung kommt hingegen auch in den Compliance-Abteilungen deutscher Unternehmen an und wird dort überwiegend als Chance wahrgenommen, die Compliance zu verbessern. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen, branchenübergreifenden Studie "CMS Compliance-Barometer", die von der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland im Jahr 2018 zum vierten Mal erhoben wurde. Der CMS Compliance-Index, der angibt, wie stark Compliance in Großunternehmen implementiert ist, hat sich in diesem Jahr auf einem hohen Wert von 67,1 von möglichen 100 Zählern stabil gehalten.

  • Schuldenreduzierung und stärkerer Kundenfokus

    Droht der deutschen Wirtschaft das Ende der fetten Jahre? Laut aktuellem CFO Survey von Deloitte, dem Stimmungsbarometer der Finanzvorstände, geht der Trend in diese Richtung. Zwar wird die wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr positiv beurteilt - Drei Viertel der befragten CFOs bewerten die Lage in Deutschland als gut oder sehr gut, zwei Drittel teilen diese Ansicht für die USA. Allerdings wandelt sich das Bild, wenn es um die Aussichten der kommenden 12 Monate geht. 31 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der Konjunktur, nur 19 Prozent mit einer Verbesserung. Rund ein Drittel erwartet gar eine Rezession hierzulande. Die konjunkturelle Skepsis überträgt sich auch auf die Unternehmensebene: Lediglich sechs Prozent der Befragten planen Neueinstellungen - bei der Befragung vor einem Jahr waren es 31 Prozent. Ein deutliches Minus gibt es auch bei den geplanten Investitionen: 18 Prozent der Befragten wollen diese steigern (Frühjahr 2018: 47 Prozent).

  • Datenrisikobewertungen bei über 700 Unternehmen

    Der neue Datenrisiko-Report von Varonis Systems zeigt erneut ein alarmierendes Ausmaß an Exposition interner und sensibler Dateien innerhalb von Unternehmen - auch nach Inkrafttreten der DSGVO. So sind durchschnittlich 22 Prozent der Ordner eines Unternehmens für jeden Mitarbeiter zugänglich, in jedem zweiten Unternehmen (53 Prozent) können alle Mitarbeiter auf mehr als 1.000 sensible Dateien zugreifen und bei fast ebenso vielen (51 Prozent) unterliegen mehr als 100.000 Ordner keiner Zugriffsbeschränkung. Für den diesjährigen Report wurden mehr als 54 Milliarden Dateien - rund zehn Mal mehr als im letzten Bericht - im Rahmen von Datenrisikobewertungen bei über 700 Unternehmen aus rund 30 Branchen und mehr als 30 Ländern analysiert.

  • Datenschutzproblem hat keine Priorität

    Eine Analyse von Symantec zeigt: Zwei von drei Hotel-Webseiten sichern Buchungsdetails sowie persönlichen Daten ihrer Gäste nicht ausreichend, sodass diese von Dritten eingesehen werden können. Daher überrascht es nicht, dass 80 Prozent der deutschen Verbraucher zunehmend um ihre Privatsphäre besorgt sind. Dies geht aus dem aktuellen Norton LifeLock Cyber Safety Insights Report 2018 von Norton by Symantec hervor. Angesichts des jetzt bekannt gewordenen Datenschutzrisikos auf Hotel-Webseiten ist diese Sorge nicht gänzlich unbegründet und könnte die Vorfreude auf den kommenden Sommerurlaub trüben.