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Datenschutzpraxis bei der Deutschen Telekom

Die Datenschützer der Deutschen Telekom sind in alle Geschäftsprozesse bis hin zur finalen Produktgestaltung und -einführung einbezogen
Jährlich führt die Deutsche Telekom ein konzernübergreifendes Datenschutz-Audit bis auf Mitarbeiterebene durch - Mitarbeiter erhalten ausschließlich Zugriff auf die Daten, die sie für ihre Aufgaben benötigen

Deutsche Telekom

will Vertrauen zurückgewinnen, Bild: Deutsche Telekom

(10.06.08) – Die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom hat Spuren hinterlassen: Das Vertrauen der Kunden in die Fähigkeit und den Willen der Telekom, Kundendaten wirkungsvoll zu schützen, hat erheblichen Schaden genommen. Nachfolgend erklärt die Deutsche Telekom wie in ihrem Unternehmen die Datenschutzpraxis abläuft.

Aufgabe des Datenschutzes bei der Telekom ist es, die rechtlichen Grundlagen für die Datenverarbeitung nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und des Telekommunikationsgesetzes zu prüfen und die Daten gegen unbefugten Gebrauch durch die geeigneten technisch-organisatorischen Maßnahmen zu sichern.

Der Kunde kann entscheiden: Die gesetzlichen Vorgaben geben der Deutschen Telekom die Möglichkeit, den Kunden über die Verwendung seiner Daten zu bestimmten Zwecken selbst entscheiden zu lassen. So ist der Wille des Kunden maßgeblich bei der Veröffentlichung seiner Daten: von der Möglichkeit der Rufnummernunterdrückung bis hin zu der Entscheidung, ob Name und Nummer im Telefonbuch abgedruckt werden oder nicht. Für die Erfüllung des Vertrages speichert die Deutsche Telekom die Kundendaten, die hierfür notwendig sind, z.B. Adressdaten. Dies ist gesetzlich in diesem Umfang vorgesehen. Die Datenschützer der Deutschen Telekom sind in alle Geschäftsprozesse bis hin zur finalen Produktgestaltung und -einführung einbezogen.

Datenschutz ist Service
Mit dem Konzerndatenschutz erfüllt die Telekom aber nicht nur gesetzliche Erfordernisse. Datenschutz ist Qualitätsmerkmal der Produkte und Services. Der professionelle, sorgfältige Umgang mit personenbezogenen Daten ist ein wichtiger Beitrag zur Kundenzufriedenheit. Der Deutschen Telekom ist höchstmögliche Transparenz in Bezug auf den Umgang mit Kundendaten ein ernstes Anliegen. Zur Sensibilisierung im Umgang mit den Kundendaten stehen allen Mitarbeitern der Deutschen Telekom Online-Schulungen zum Datenschutz zur Verfügung, die jährlich absolviert werden.

Datenschutzpraxis auf drei Ebenen

1. Personell
>> Mitarbeiterschulungen, Seminare, Online-Schulungen
>> Regelmäßige Verpflichtung aller Mitarbeiter auf den Datenschutz
>> Regelmäßige Datenschutz-Audits zur Erfolgskontrolle
Juristen, Ingenieure und Techniker im Konzerndatenschutz stellen Schutz der Kundendaten sicher

2. Organisatorisch
>> Transparenz im Umgang mit Kundendaten (Bearbeitung von Auskunftsersuchen)
>> datenschutz@telekom.de als Eingangstor für Kundenanfragen
>> Need-to-know-Prinzip - Rollenverständnis bei der Nutzung von Daten: Mitarbeiter erhalten ausschließlich Zugriff auf die Daten, die sie für ihre Aufgaben benötigen
>> Anwendungsbezogene Datennutzung (Betriebskräfte, Administratoren, Kundenservice)
>> Sicherheitsüberprüfung der Mitarbeiter
>> Datenschutzrechtliche Begleitung (aus Kundensicht) bei der Entwicklung neuer Produkte, Leistungen und ihrer Weiterentwicklung
>> Handlungskonzepte (Datenschutz- und Datensicherheit) für IV-Anwendungen
>> Unabhängige Stellung des Datenschutzes in der Konzernorganisation; zuständige Aufsichtsbehörden für den Datenschutz in der Telekommunikation sind der Bundesdatenschutzbeauftragte und die Bundesnetzagentur

3. Technisch
>> Hochsicherheitsrechenzentren mit strenger Zutrittsregelung
>> Netzwerkabschottung / Firewalls
>> Systematische Zugriffskontrolle durch Logging und Monitoring

Organisation des Datenschutzes
Die Datenschützer der Deutschen Telekom sind in alle Geschäftsprozesse bis hin zur finalen Produktgestaltung und -einführung einbezogen. Über 40 hauptamtliche Mitarbeiter, zusammen mit mehr als 130 Datenschutzkoordinatoren kümmern sich Tag für Tag um den vertrauensvollen Umgang mit den Kunden- und Mitarbeiterdaten.

Unabhängige Stellung des Datenschutzes in der Konzernorganisation; zuständige Aufsichtsbehörden für den Datenschutz in der Telekommunikation sind der Bundesdatenschutzbeauftragte und die Bundesnetzagentur

Über die gesetzlichen Verantwortlichkeiten hinaus werden alle Mitarbeiter alle zwei Jahre erneut und schriftlich auf das Daten- und Fernmeldegeheimnis verpflichtet. Mitarbeiter in sensiblen Bereichen (Kunden, Sicherheit, Personal) werden darüber hinaus gesondert geschult.

Jährlich führt die Deutsche Telekom ein konzernübergreifendes Datenschutz-Audit bis auf Mitarbeiterebene durch. Dort werden insbesondere Verpflichtungen, Schulungen und Sicherheit der Arbeitsplätze geprüft.

Für alle IT-Systeme ist die Vorlage von schriftlichen Datenschutzkonzepten erforderlich, bevor sie in Betrieb genommen werden dürfen.

Als Rahmenregelung für Datenschutz ist im Konzern seit 2004 ein Privacy Code of Conduct implementiert (sog. Binding Corporate Rules).

Zum 1. Januar 2007 ist die Datenschutzorganisation der hauptamtlichen Mitarbeiter zentralisiert und neu fachlich ausgerichtet worden.

Unabhängige Institutionen bewerten den Datenschutz der Deutschen Telekom z.B. im Rahmen von Nachhaltigkeits-Ratings. Bei SAM (Sustainable Asset Management) hat die Deutsche Telekom im letzten Jahr im Bewertungsbereich Privacy Protection die beste Punktzahl in der Telekommunikationsbranche erreicht (92 von möglichen 100 Punkten).
(Deutsche Telekom: ra)

Die Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom

Der Telekom-Skandal

Alles über die Bespitzelungsaffäre, Bild: Deutsche Telekom AG


16.07.08 - KfW, Datenschutz und Deutsche Telekom AG
Die möglichen datenschutzrechtlichen Verfehlungen der Deutschen Telekom AG, die Gegenstand eines laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens sind, waren nicht Thema des Gesprächs, das die Bundesregierung am 2. Juni 2008 mit führenden Vertretern der Telekommunikationsbranche geführt hat.

16.07.08 - Deutsche Bundesregierung: Telekom-Sicherheit wurde nicht beanstandet
Die Bundesnetzagentur hat nach Auskunft der Bundesregierung die Sicherheitskonzepte der Deutschen Telekom AG zum Schutz des Fernmeldegeheimnisses geprüft und dabei keine wesentlichen Mängel festgestellt.

23.06.08 - Deutsche Telekom: Auch Kunden abgehört?
Nach Erkenntnissen der Wirtschaftswoche und des ZDF soll die Deutsche Telekom nicht nur Aufsichtsräte, eigene Mitarbeiter und Journalisten bespitzelt haben. Unterlagen sollen belegen, dass die Telekom bereits 1996 Telefonate von Kunden aufgezeichnet hat. Würde dies stimmen, hätte die Deutsche Telekom das Fernmeldegeheimnis eindeutig verletzt.

20.06.08 - Update: Deutsche Telekom-Spitzelaffäre
"Wir neigen nicht zu Bauernopfern", sagte der Bonner Oberstaatsanwalt, Friedrich Apostel, dem "Handelsblatt" und verlieh damit gleichzeitig seiner Überzeugung Ausdruck, die Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom vollständig aufklären zu können.

10.06.08 - Datenschutzpraxis bei der Deutschen Telekom
Die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom hat Spuren hinterlassen: Das Vertrauen der Kunden in die Fähigkeit und den Willen der Telekom, Kundendaten wirkungsvoll zu schützen, hat erheblichen Schaden genommen. Nachfolgend erklärt die Deutsche Telekom wie in ihrem Unternehmen die Datenschutzpraxis abläuft.

05.06.08 - Telekom-Bespitzelungsaffäre im Innenausschuss
Der Umgang mit der so genannten Telekom-Bespitzelungsaffäre wurde am 4. Juni im Innenausschuss diskutiert. Dabei erläuterte ein Vertreter des Bundesinnenministeriums (BMI) Ziel und Verlauf des Treffens von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Vertretern der Telekom und der Branchenverbände am Montag.

04.06.08 - Umfrage "Schärfere Gesetze gegen Datenmissbrauch"
Die Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom hat das Vertrauen der Kunden in die Wirtschaft und speziell in die Telekom-Branche stark getrübt. Compliance-Magazin.de möchte von ihren Lesern wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Datenmissbrauch zukünftig zu verhindern.

03.06.08 - Treffen zwischen Schäuble und Obermann
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat wohl Recht behalten. Kurz vor dem Gespräch von Innenminister Wolfgang Schäuble mit der Deutschen Telekom und zwei Branchenverbänden hatte er gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) das geplante Treffen als "reine Schaufensterpolitik" kritisiert.

03.06.08 - Datenschutz: Bitkom warnt vor Schnellschüssen
Schon im Vorfeld des Treffens mit Innenminister Wolfgang Schäuble hat der Bundesverband Bitkom vor Schnellschüssen in der gegenwärtigen Debatte um den Datenschutz in der Telekommunikation gewarnt.

03.06.08 - Datenschutzmängel in der Wirtschaft bekämpfen
Die Frage nach Strafverschärfung bei Datenschutzverletzungen gewinnt angesichts der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom verstärkt an Dynamik. Erneut hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Peter Schaar, eine Erhöhung der Bußgelder für Rechtsverstöße gegen das Datenschutzrecht gefordert.

02.06.08 - Deutsche Telekom beruft externen Sachverständigen
Als Reaktion auf die Bespitzelungsaffäre hat die Deutsche Telekom AG hat am Freitag (30.05.08) den Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof (BGH), Dr. Gerhard Schäfer, als Sachverständigen für die Aufklärung um die Vorwürfe zum Missbrauch von Daten angeworben.

30.05.08 - Bespitzelungsaffäre der Telekom eskaliert
Nun ist es soweit: Die Staatsanwaltschaft Bonn hat am Donnerstag-Vormittag (29. Mai 2008) die Mittlungen in der Telekom-Bespitzelungsaffäre aufgenommen und die Bonner Zentrale der Deutschen Telekom durchsucht.

30.05.08 - Fragen und Antworten zum Telekom-Skandal
Da durch die Bespitzelungsaffäre das Vertrauen der Kunden in die Deutsche Telekom massiv untergraben wurde, sieht sich das Unternehmen gezwungen, öffentlich auf Fragen der Kunden zu antworten – soweit diese nicht die laufenden Untersuchungen beeinträchtigen.

27.05.08 - Deutsche Telekom und Datenschutz
Zu den Berichten über die missbräuchliche Verarbeitung von Telekommunikationsdaten bei der Deutschen Telekom hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit eine Prüfung der Vorgänge eingeleitet.

27.05.08 - Deutsche Telekom arbeitete mit SED-Methoden
Ein beeindruckenden Schritt in Richtung "Vertrauensbildende Maßnahmen zum Zwecke der Kundenbindung" leistete sich offensichtlich die Telekom: Rund anderthalb Jahre (2005 und 2006) lang ließ die Deutsche Telekom eigene Mitarbeiter, Aufsichtsräte und Journalisten bespitzeln, indem sie illegal Telefondaten der Betroffenen auswertete.


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