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Prüfung des Risikofrüherkennungssystems


StaRUG, IDW PS 340 und DIIR-Revisionsstandard Nr. 2
Lücken der Abschlussprüfung und Implikationen für die Interne Revision



Von Prof. Dr. Werner Gleißner

Die Vorstände vieler Unternehmen sind im Bereich Risikomanagement primär bemüht, dass der Abschlussprüfer bei einer Prüfung orientiert am neuen IDW PS 340 n. F. (2020) keine schwerwiegenden Mängel feststellt und der Bestätigungsvermerk im Jahresabschluss nicht eingeschränkt wird. Viele Vorstände schließen aus einer bestandenen Prüfung nach IDW PS 340, dass damit die gesetzlichen Anforderungen an das Risikomanagement erfüllt seien. Aus dem Hinweis des Instituts der deutschen Wirtschaftsprüfer (IDW), demzufolge Jahresabschlüsse erst ab 2021 nach den präzisierten Anforderungen des IDW PS 340 n. F. (2020) geprüft werden müssen, wird zudem abgeleitet, dass die neuen Anforderungen, zum Beispiel zu Risikoaggregation und Risikotragfähigkeit, erst ab 2021 verbindlich seien. Beide Einschätzungen sind falsch, was nachfolgend erläutert wird.

Eine Prüfung des Risikofrüherkennungssystems nach IDW PS 340 ist kein (wissenschaftliches) Gutachten im Hinblick auf die Erfüllung von gesetzlichen Anforderungen an das Risikomanagement und keine Garantie des Abschlussprüfers, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.

Der Abschlussprüfer hat eine Vielzahl von Spielräumen bei der Prüfung und kann wichtige Aspekte, zum Beispiel zur Methode der Risikoaggregation, auslassen oder nur kursorisch prüfen. Entsprechend zeigen auch empirische Studien regelmäßig, dass gesetzliche Mindestanforderungen in den Unternehmen nicht erfüllt sind.


Dieser Beitrag aus der Zeitschrift für Interne Revision (ZIR) (Ausgabe 4, 2021, Seite 173 bis 177) wurde von der Redaktion von Compliance-Magazin.de gekürzt.
In voller Länge können Sie ihn und weitere hier nicht veröffentliche Artikel im ZIR lesen.


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Im Überblick

Zeitschrift Interne Revision (ZIR)

  • Best Practices für Maßnahmenvereinbarung

    Täglich treffen wir als Prüfende in unseren Prüfungen Feststellungen und formulieren dazu Maßnahmen. Idealerweise sind unsere Feststellungen und Maßnahmen einvernehmlich vereinbart und abgestimmt. Eingeholt von der Wirklichkeit treffen wir auf langwierige Diskussionen mit dem Fachbereich, mühevoll errungene Kompromisse und nicht erledigte Maßnahmen in unserem Follow-up.

  • Risiken durch Fördervereine

    Die Anlässe von Fördervereinsgründungen im Krankenhausumfeld sind vielfältig. Zentrale Ziele sind im Allgemeinen die Verbesserung der Patientenversorgung, die Förderung der Forschung und die Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Diese Ziele können durch die Bereitstellung von materiellen und immateriellen Zuwendungen erreicht werden. Personen, wie zum Beispiel ehemalige Patienten und Prominente sowie Unternehmen können durch Spenden die Arbeit eines Fördervereins unterstützen und damit zur Erreichung der Ziele beitragen. Somit können Unterstützungen durch Fördervereine eine Ergänzung zur regulären Krankenhausfinanzierung darstellen.

  • Auslagerung von Revisionsleistungen

    Die Interne Revision gilt nicht nur in der Praxis als wichtiger Baustein einer funktionierenden Corporate Governance, sondern findet auch in der Forschung immer mehr Beachtung. In diesem Beitrag liefern wir einen Überblick über eine kürzlich veröffentlichte Studie von Abdul Wahab et al. (2021) zu den Konsequenzen der Auslagerung von Revisionsleistungen aus Sicht der Wirtschaftsprüfung. Die Autoren finden darin heraus, dass Wirtschaftsprüfer weniger Prüfungshonorare verlangen, wenn Revisionsleistungen im Unternehmen durch externe Dienstleister erbracht werden.

  • Der Mehrwert der Internen Revision

    Das DIIR - Deutsches Institut für Interne Revision e. V. richtete 2011 an der Universität Duisburg-Essen eine Stiftungsprofessur "Interne Revision und Corporate Governance" ein. Hierdurch sollten einerseits im Rahmen von nationalen und internationalen Forschungsprojekten neue Erkenntnisse zur Internen Revision geliefert werden und andererseits durch praxisnahe Wissensvermittlung Studierenden der spätere Berufseinstieg in die Interne Revision ermöglicht werden. Zehn Jahre später ist der Lehrstuhl unter Prof. Dr. Marc Eulerich international als größter Forschungscluster zur Internen Revision bekannt und führt als deutschlandweit einziger Lehrstuhl für Interne Revision jährlich Hunderte Studierende an den Beruf der Internen Revision heran. Anlässlich dieses Jubiläums wird in diesem Beitrag die Arbeit der vergangenen zehn Jahre am Lehrstuhl für Interne Revision vorgestellt.

  • Risiken im Nachhaltigkeitskontext

    Die Begrifflichkeiten Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility oder ESG stehen vereinfacht gesprochen für eine Stakeholder-orientierte Unternehmensführung, in der neben der finanziellen Leistungsfähigkeit auch die nicht-finanzielle Performance betrachtet wird. Die Interne Revision kann in diesem Kontext einen Mehrwert durch die Erbringung von objektiven und unabhängigen Prüfungs- und Beratungsdienstleitungen erbringen. Der vorliegende Beitrag betrachtet vor diesem Hintergrund das Engagement der Internen Revision im Themengebiet der Nachhaltigkeit auf Basis einer Befragung von 91 Internen Revisoren im deutschsprachigen Raum und versucht so, neue Einblicke in die gelebte Praxis der Revision zu geben.

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