Sie sind hier: Home » Recht » Datenschutz und Compliance

Berufsgrundsätze für Datenschutzbeauftragte


Nach über zweijähriger verbandsinterner Ausarbeitung hat der BvD-Vorstand die Berufsgrundsätze für Datenschutzbeauftragte verabschiedet
Vorbei die Zeiten, in denen allein die zwei Gesetzesbegriffe "Fachkunde" und "Zuverlässigkeit" das berufliche Dasein vage beschrieben haben


(13.02.09) - Während Supermärkte, Telefonprovider und nun auch Logistikunternehmen die Politiker unter Zugzwang setzen, um Maßnahmen für besseren Datenschutz zu erfinden, will der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. zeigen, wie es gehen kann: Bestehende Instrumente verbessern und sich selbst weiterentwickeln.

Nach über zweijähriger verbandsinterner Ausarbeitung hat der BvD-Vorstand die Berufsgrundsätze für Datenschutzbeauftragte verabschiedet. Damit liegt nach Ansicht des Verbandes nun zum ersten Mal in Deutschland eine umfassende greifbare Beschreibung des Berufs "Datenschutzbeauftragter" vor - und dies 31 Jahre nach der "Geburt" des Datenschutzbeauftragten im ersten Bundesdatenschutzgesetz.

Die Berufsgrundsätze beschreiben in drei Kapiteln, welche Kenntnisse und Fähigkeiten jemand für die Ausübung der Datenschutzbeauftragtenfunktion haben muss, welche Aufgaben zu erfüllen sind und wie die Tätigkeiten auszuüben sind. Die Berufsgrundsätze geben Antwort auf Fragen, die bislang offen geblieben sind.

Vorbei die Zeiten, in denen allein die zwei Gesetzesbegriffe "Fachkunde" und "Zuverlässigkeit" das berufliche Dasein vage beschrieben haben.

Marco Biewald, stellvertretender Vorsitzender des BvD, sagte: "Statt nur nach neuen Instrumenten im Datenschutz zu rufen, zeigt der BvD, dass man bestehende und in der Vergangenheit bewährte Werkzeuge konsequent verbessern kann – und muss. Datenschutzbeauftragte müssen heute mehr können und komplexere Aufgaben lösen als vor 20 Jahren. Orientierung tut Not. Dem stellt sich der BvD: Wir wollen nicht mitlaufen, sondern führen und setzen mit den Berufsgrundsätzen eine seriöse, sehr konkrete Richtschnur."

Zugleich setzt der BvD nach eigener Ansicht Maßstäbe für den eigenen Berufstand. "Der Aufschrei nach mehr und besserem Datenschutz führt zu einer Flut von Anbietern, die meinen, Datenschutz leisten zu können. Ab heute können Unternehmen, Behörden, Verbände und interessierte Bürger in Deutschland kritisch damit umgehen und die Qualität von Datenschutzbeauftragten zuverlässig hinterfragen", heißt es seitens des Verbandes.

Die Berufsgrundsätze können von Jedermann auf der Webseite des Berufsverbandes abgerufen werden, unter
http://www.bvdnet.de/_media/download/dsb-berufsgrundsaetze.pdf.

Die Mitglieder des Berufsverbandes sollen am 13.03.09 darüber entscheiden, ob aus der Orientierung mehr wird und die Berufsgrundsätze verbindlich werden. Mit ihrer Hilfe soll der eigene Qualitätsanspruch von Datenschutzbeauftragten in der Datenschutzberatung schon jetzt spürbar verbessert werden und einen bundesweiten Vorbildcharakter haben. (BvD: ra)


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Datenschutz und Compliance

  • KI datenschutzkonform einsetzen

    Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (Datenschutzkonferenz) legt eine Orientierungshilfe mit datenschutz-rechtlichen Kriterien für die Auswahl und den datenschutzkonformen Einsatz von KI-Anwendungen vor.

  • Möglichkeit von Geldbußen gegenüber Behörden

    Die Bundesregierung hat im Februar 2024 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) vorgelegt (BT-Drs. 20/10859). Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) hat zu relevanten Punkten des Gesetzentwurfs und zu weitergehendem Regelungsbedarf Stellung genommen.

  • Internet-Nutzer dürfen nicht geschröpft werden

    In einem weiteren offenen Brief wendete sich die Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V. (DVD) gemeinsam mit zwölf Bürgerrechtsorganisationen am 07.03.2024 erneut an die Datenschutzaufsichtsbehörden in der Europäischen Union, um zu verhindern, dass eine datenschutzfreundliche Nutzung des Internets nur noch gegen Bezahlen hoher Gebühren möglich ist.

  • Einstieg in eine anlasslose Massenüberwachung

    Die Verhandlungen zum EU-Verordnungsentwurf zur Bekämpfung des sexuellen Online-Kindesmissbrauchs (CSA-Verordnung) sind in eine entscheidenden Phase. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) und der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDPS) haben anlässlich dessen in einer Gemeinsamen Stellungnahme den EU-Gesetzgeber dazu aufgerufen, die wesentlichen Änderungsvorschläge des Europäischen Parlaments (EP) zu unterstützen.

  • BfDI kritisiert Nachrichtendienstgesetze

    Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Professor Ulrich Kelber, sieht bei den Neuerungen der Gesetze der Nachrichtendienste noch datenschutzrechtliche Mängel.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen