Vor- und Nachteile neuer Gen-Verfahren


Neue Verfahren in der Humanmedizin können Chancen zur Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln zur Heilung von bisher unheilbaren Krankheiten bieten
Auch sei die Bedeutung zur Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln für landwirtschaftliche Nutztiere ebenfalls als hoch einzuschätzen



Neue Gentechnikverfahren werden in allen Bereichen der molekularbiologischen Forschung von großer Bedeutung sein, weil neue Möglichkeiten zum Beispiel für die Aufklärung von Genfunktionen, für die mikrobielle Biotechnologie oder für die Pflanzenzüchtung und Tierzucht eröffnet werden. Das geht aus einer Antwort der Deutschen Bundesregierung (18/10301) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Umgang mit neuen Gentechnikverfahren (18/10138) hervor. Als neue Gentechnikverfahren oder neue Gentechnologien bezeichnen die Grünen das Genome Editing-Verfahren, zu denen unter anderem CRISPR/cas9, ODM, TALEN und ZFN zählen. Des Weiteren werden Cisgenesis und Intragenesis, Grafting, Agroinfiltration, RNA-dependent DNA methylation (RdDM) und Reverse Breeding dazu gerechnet.

In der Antwort heißt es dazu weiter, dass die neuen Verfahren in der Humanmedizin Chancen zur Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln zur Heilung von bisher unheilbaren Krankheiten bieten. Auch sei die Bedeutung zur Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln für landwirtschaftliche Nutztiere ebenfalls als hoch einzuschätzen.

Neue Züchtungstechniken könnten bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzen beispielsweise zur Entwicklung von mehltauresistenten Kartoffeln und Weizen sowie Feuerbrand resistenten Apfelbäumen beitragen. Ein besonderer Vorteil wird außerdem in der Schnelligkeit der neuen Verfahren gesehen, mit der in Zukunft Pflanzenkrankheiten wie der Weizenschwarzrost bekämpft werden könnten, der die Getreideproduktion weltweit gefährde. Auch könnte die Resistenzzüchtung profitieren, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu senken. Die vergleichsweise einfache Handhabung sowie hohe Zeit- und Kosteneffizienz erhöhe zudem die Chance, dass auch kleinere Züchtungsunternehmen die neuen Technologien nutzen können.

Kritisch gesehen werden hingegen mögliche Anwendungsbereiche wie die Keimbahnintervention am Menschen, bei der die Veränderung des Genoms an die Nachkommen weitergegeben wird. Dazu heißt es, dass diese Anwendung nach derzeitigem Stand der internationalen Diskussion in der Wissenschaftsgemeinschaft als nicht vertretbar angesehen werde.

"In Deutschland sind Keimbahninterventionen nach dem Embryonenschutzgesetz verboten", stellt die Regierung dazu fest. Bei landwirtschaftlichen Nutztieren und Haustieren könnten zudem Umweltrisiken bei einer Freisetzung entstehen. Weil sich landwirtschaftliche Nutztiere und Wildtiere in der Regel nicht verpaaren würden, sei die Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Verbreitung von veränderten Erbinformationen jedoch gering. Wenn mit neuen Gentechnikverfahren erzeugte Organismen als gentechnisch verändert einzustufen sind, komme für diese die Risikobewertung, die das Gentechnikrecht biete, zur Anwendung. Grundsätzlich sei festzustellen, dass aufgrund der rasanten Entwicklung und der geringen Erfahrungen zu möglichen Risiken der Anwendung von neuen Gentechnikverfahren Forschungsbedarf bestehe. (Deutscher Bundesregierung: ra)

eingetragen: 23.11.16
Home & Newsletterlauf: 12.12.16


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Bundestag, Bundesregierung, Bundesrat

  • Klarstellung zur Betriebsratsvergütung

    Die von der Bundesregierung angestrebte gesetzliche Klarstellung zur Betriebsratsvergütung durch eine Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes (20/9469) wird von Sachverständigen begrüßt. Sowohl Arbeitgebervertreter als auch Gewerkschaftsvertreter bewerteten die Anpassung als sinnvoll, teils auch als zwingend. Hintergrund der Neuregelung ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 10. Januar 2023 zur Frage der Untreue bei Verstößen gegen das betriebsverfassungsrechtliche Begünstigungsverbot, das in der Praxis vermehrt zu Rechtsunsicherheiten bei der Anwendung der Grundsätze zur Betriebsratsvergütung geführt hat.

  • Entwicklung von Analysemethoden

    Als eine Maßnahme zur Stärkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit hat die Bundesregierung am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein nationales Referenzlaboratorium (NRL) für Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen eingerichtet.

  • AfD-Fraktion fordert Ende des Green Deals der EU

    Die AfD-Fraktion spricht sich dafür aus, die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen nur zu teilen, "wenn sie nationalstaatliche Interessen fördern". Außerdem soll die Bundesregierung im Rahmen der Europäischen Union darauf hinwirken, den Green Deal zu beenden, fordert die Fraktion in einem Antrag.

  • Unzulässige Interessenwahrnehmung bald strafbar

    Abgeordnete, die das Prestige ihres Mandates nutzen, um gegen Bezahlung für Dritte Einfluss auf etwa Bundesministerien auszuüben, sollen sich künftig strafbar machen. Das sieht der im Rechtsausschuss beschlossene Gesetzentwurf zur "Strafbarkeit der unzulässigen Interessenwahrnehmung" vor.

  • Neues Gesetz: Aufsicht über Märkte für Kryptowerte

    Das Finanzmarktdigitalisierungsgesetz (20/10280) hat mit einigen Detail-Änderungen den Finanzausschuss des Bundestags passiert. Für den Gesetzentwurf stimmten die Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP sowie vonseiten der Opposition die CDU/CSU-Fraktion. Die AfD-Fraktion und die Gruppe Die Linke enthielten sich. Die Gruppe BSW war nicht anwesend. Das Gesetz dient vor allem dazu, EU-Recht national umzusetzen.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen