Einsatz von KI birgt auch Risiken


Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt
Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit



Die Deutsche Bundesregierung erkennt in der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) ein "vielfältiges und beträchtliches" Potenzial für Beschäftigte und den Arbeitsmarkt. KI könne die Produktivität von Beschäftigten steigern und diese bei ihren Tätigkeiten entlasten. Das schreibt die Regierung in einer Antwort (20/10198) auf eine Kleine Anfrage (20/10030) der CDU/CSU-Fraktion.

Erste Studien zu generativer KI würden zudem zeigen, dass diese die menschliche Arbeit eher unterstützt als ersetzt, und dass die Ungleichheit zwischen unterschiedlichen Qualifikationsniveaus reduziert werden kann, da Beschäftigte mit geringen Fähigkeiten besonders von der Technologienutzung profitieren. Aus Sicht der Bundesregierung kann der Fortschritt der KI auch viele Chancen für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit sich bringen. So könnten etwa KI-gestützte Assistenzsysteme körperliche Beeinträchtigungen ausgleichen und bei sogenannten Lernbehinderungen Hilfestellung leisten.

Gleichwohl berge der Einsatz von KI auch Risiken, denen früh entgegengesteuert werden müsse, führt die Regierung weiter aus. So könne der Einsatz von KI zu verstärkten Eingriffen in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung Beschäftigter, insbesondere zu einem erhöhten Überwachungsdruck führen. "KI kann beim Einsatz im Rahmen von algorithmischem Management zu einer höheren Arbeitsintensität und mehr Stress oder einer Abwertung von Tätigkeiten führen." Wichtig sei deshalb, so die Bundesregierung, eine aktive und soziale Gestaltung der digitalen Transformation durch einen klaren Rechtsrahmen und durch die Befähigung von Beschäftigten, Interessenvertretungen und Arbeitgebern zu einem sicheren und menschenzentrierten Umgang mit KI. "Eine hohe Bedeutung kommt der Stärkung der Rechte der Betriebs- und Personalräte beim Einsatz von KI-Systemen zu", heißt es in der Antwort weiter.

Vorbemerkung der Fragesteller
Die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (KI) nimmt laufend zu. Aktuell arbeiten die Europäische Union, der Bund und die Länder an unterschiedlichen KI-Verordnungen, Strategien und Maßnahmenplänen, mit dem Ziel, jetzt schon wichtige Weichenstellungen für die Zukunft auf den Weg zu bringen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation voranzutreiben. Experten sind sich einig, dass KI die Zukunft der Arbeit, die Beschäftigung und unseren Sozialstaat nachhaltig verändern wird, weshalb sich die Politik schon heute auf die Auswirkungen des Einsatzes von KI einstellen müsse. So hat kürzlich auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesichts der rapiden Entwicklung von KI eine verstärkte Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich angemahnt.

Um sicherzustellen, dass das volle Potenzial von KI und Robotik ausgeschöpft werden kann und die Qualifikationen der Arbeitnehmer den zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen, betonte die OECD am Montag, dem 6. November 2023, in Paris die Notwendigkeit der Stärkung von Bildung und lebenslangem Lernen. Die OECD stellte jedoch fest, dass die Geschwindigkeit des ökologischen und digitalen Wandels derzeit das Tempo der Veränderungen in der Bildungs- und Qualifikationspolitik übersteigt, woraus sich ein politischer Auftrag für die Gesetzgeber ableiten lässt. Die Fähigkeit, schnell auf neue Trends und Bedürfnisse in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren, ist entscheidend, um nicht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Deshalb ist es von großer Bedeutung, schon heute nötige Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildung zu tätigen, um eine widerstandsfähige ökologische und digitale Transformation zu ermöglichen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beschäftigt sich spätestens seit 2018 durch die gegründete Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft mit der Digitalisierung der Arbeitsgesellschaft und KI. Im Fokus stehen dabei die Gestaltung von technologiebedingten Veränderungen in der Arbeitswelt, die Sicherung von Beschäftigung, die
Modernisierung der Arbeits- und Sozialverwaltung durch einen menschenzentrierten Einsatz von KI sowie der Verbreitung von KI in der Zivilgesellschaft. Darüber hinaus wurde 2020 das KI-Observatorium als Teil der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft gegründet und ist dabei insbesondere für die Beobachtung, Weiterentwicklung und partizipative Gestaltung von KI in der Gesellschaft und im Arbeits- und Wirtschaftsleben zuständig. Darüber hinaus hat das BMAS gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut im Herbst 2023 die KI-Studios gestartet, wodurch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben sollen, mehr über den möglichen Einsatz von KI im Betrieb zu erfahren. Aufgrund des erwarteten Einflusses von KI auf die Arbeitswelt, die Beschäftigung und damit den Sozialstaat stellen sich die folgenden Fragen.
(Deutscher Bundestag: ra)

eingetragen: 22.02.24
Newsletterlauf: 07.05.24


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Bundestag, Bundesregierung, Bundesrat

  • Sorgfaltspflichten für Online-Dienste

    Bei einer öffentlichen Anhörung des Digitalausschusses ist das von der Bundesregierung geplante Digitale-Dienste-Gesetz (20/10031) zur Umsetzung des Digital Services Act (DSA) auf nationaler Ebene von den geladenen Sachverständigen überwiegend begrüßt worden. Moderate Kritik wurde an einzelnen Punkten des Entwurfs zur Umsetzung laut.

  • Einsatz von KI birgt auch Risiken

    Die Deutsche Bundesregierung erkennt in der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) ein "vielfältiges und beträchtliches" Potenzial für Beschäftigte und den Arbeitsmarkt. KI könne die Produktivität von Beschäftigten steigern und diese bei ihren Tätigkeiten entlasten.

  • EU-Plastikabgabe weiter in Abstimmung

    Die Deutsche Bundesregierung befindet sich momentan noch in der Abstimmung hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung der nationalen Umlegung der EU-Plastikabgabe. Verschiedene Optionen würden geprüft.

  • Bedeutung gemeinwohlorientierter Unternehmen

    Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Franziska Brantner (Bündnis 90/Die Grünen), hat bei der Aussprache zur Unterrichtung des Bundestages zur Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen im Wirtschaftsausschuss die Bedeutung des Programms betont.

  • Mehr Recycling-Anreize

    In seiner derzeitigen Form hat Paragraf 21 des Verpackungsgesetzes aus Sicht der Bundesregierung für die Hersteller systembeteiligungspflichtiger Verpackungen bereits ein wichtiges Signal in Richtung des ökologischen Verpackungsdesigns gesetzt.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen