Sie sind hier: Home » Recht » Deutschland » Standards und Regeln

Smart Grid soll sicherer werden


IEEE C37.239 Comfede Standard" für mehr Sicherheit und Verlässlichkeit intelligenter Netze
Interoperabilitäts-Standard für "Common Format for Event Data Exchange" unterstützt Energieversorger bei der Analyse und Simulation von Betriebsstörungen bei Geräten und Komponenten unterschiedlichster Hersteller


(14.02.11) - IEEE kündigte den neuen IEEE C37.239-Standard an, der ein einheitliches Format für den Austausch von Event-Daten, kurz Comfede (Common Format for Event Data Exchange) zwischen Energiesystemen definiert. Der neue Standard unterstützt Energieversorger dabei, Event-Daten von Geräten und Komponenten unterschiedlichster Hersteller effizient zu integrieren und zu analysieren. Auf diese Weise verbessert der neue Standard die Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit des Smart Grid in erheblichem Maße.

Bislang wiesen die Daten, die bei der Übertragung, Erzeugung, Distribution und Nutzung von elektrischer Energie gesammelt wurden, eine Vielzahl unterschiedlicher proprietärer Formate auf. Der IEEE C37.239 Standard definiert ein einfach interpretierbares, XML-basiertes Format für Dateien, die Event-Daten enthalten, beispielsweise Event-Abfolgen oder Fehleranalyse-Reports, die aus den Energiesystemen erhoben werden. Dieses einheitliche Format ermöglicht den reibungslosen Austausch solcher Daten zwischen Relais-Technikern, Bedienungs- und Maintenance-Personal. Auch die Nutzer eines proprietären Systems können so die digitalen Daten anderer Systeme nutzen.

"Auf diese Weise kann IEEE C37.239 Energieversorger dabei unterstützen, die Analyse, Testverfahren, Evaluation und Simulation von Energiesystemen und entsprechenden Schutzsystemen bei Fehlern im System und bei Störfällen zu optimieren und zu automatisieren. Die Informationen über entsprechende Systemanpassungen erhöhen somit die Netzstabilität", kommentiert Pierre Martin, Vize-Vorsitzender der IEEE PSRC-Arbeitsgruppe (Power System Relaying Committee) H16, die den IEEE C37.239-Standard entwickelt hat. "Das neue Comfede-Standard-Format kann außerdem auch Aufzeichnungen, bzw. Datensätze verarbeiten, die von Geräten erhoben wurden, die den IEC 61850-Standard erfüllen. Der IEEE C37.239 Standard ist als allgemein gültiges Format angelegt, das ausgeweitet und für weitere Anwendungsgebiete, wie die Zustandsüberwachung von Messgeräten und Ausrüstung aus verschiedensten Bereichen, genutzt werden kann."

Im August 2009 hat das U.S. National Institute of Standards & Technology (NIST) ein Set von verschiedenen prioritären Aktionsplänen (PAP) zur Entwicklung von Standards erstellt, die für die Einrichtung eines dialogfähigen und kompatiblen Smart Grid erforderlich sind. IEEE C37.239 nimmt Bezug auf den Bereich NIST PAP14: "Transmission and Distribution Power Systems Model Mapping".

"IEEE hat sich von Beginn an federführend in der Smart Grid-Bewegung engagiert, und wir haben sehr eng mit NIST zusammen gearbeitet, um die Koordination innerhalb des weltweiten Bezugsystems für Smart Grid Interoperabilitäts-Standards zu erleichtern und Lücken schnell zu schließen", betont Judith Gorman, Managing Director, IEEE Standards Association. "Der Standard IEEE C37.239 demonstriert die Fähigkeit von IEEE, einen sich ankündigenden Bedarf bei der Etablierung des Smart Grid schnell zu erkennen und aktiv und kompetent darauf zu reagieren.“

IEEE verfügt über ein Portfolio von über 100 bereits etablierten und Standards in verschiedenen Entwicklungsstadien, die für den Bereich Smart Grid relevant sind. Darunter sind über 20, die im NIST Framework und der sogenannten "Roadmap for Smart Grid Interoperability Standards" aufgeführt sind.

IEEE C37.239 wurde von der IEEE Power & Energy Society gesponsert. Die Dokumentation des Standards ist nun veröffentlicht und kann unter http://standards.ieee.org/findstds/standard/C37.239-2010.html. (IEEE: ra)

IEEE: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Standards und Regeln

  • Einführung von Smart Grid-Anwendungen

    IEEE, der weltweit größte Verband zur Förderung von Technologien, gibt bekannt, dass der Standard IEEE P1901.2T-2013 für Niedrigfrequenz-Powerline-Kommunikation (PLC) unter 500 kHz für Smart Grid-Anwendungen erfolgreich die erste Freigaberunde abgeschlossen hat. Nach seiner endgültigen Genehmigung soll der Standard eine neue Generation der PLC-Technologie für Übertragungsfrequenzen von weniger als 500 kHz spezifizieren. Damit ist er für eine Vielzahl existierender sowie neu entstehender Smart Grid-Anwendungen relevant.

  • MES-Kennzahlen eindeutig definiert

    Mit der ISO/DIS 22400-2 steht ab sofort eine internationale, gültige Leitlinie für die Definition, Beschreibung und Interpretation von MES-Kennzahlen zur Verfügung. Die Entwurfsfassung der Norm beinhaltet 34 Key Performance Indicators (KPI) aus den Bereichen Produktion, Qualität, Instandhaltung und Lager/Logistik für Unternehmen aus der diskreten Fertigung, der Prozessindustrie sowie der hybriden Fertigung. Hinzu kommt ein relationales Wirkmodell, das über eine Kennzahlenmatrix und Beziehungsdiagramme die Abhängigkeiten zwischen den KPI und ihren Faktoren untereinander inhaltlich und organisatorisch beschreibt.

  • Netzanbindung dezentraler Energiesysteme

    Die IEEE Standards Association (IEEE-SA) gibt die Freigabe des Standards "1547.4" bekannt. "IEEE 1547.4" bezeichnet einen neuen Leitfaden für die Entwicklung, den Betrieb sowie die Integration dezentraler Energieressourcen und Insellösungen, mit Elektrizitätssystemen.

  • Entscheidung in der Standardisierungspolitik

    Ein aktueller EU-Verordnungsentwurf zur Europäischen Normung sieht eine Sonderregelung für den ITK-Sektor vor. Demnach sollen künftig auch Standards von nicht-staatlich anerkannten Normungsorganisationen in das europäische Normungssystem übernommen werden können. Damit werden öffentliche Ausschreibungen von ITK-Produkten und -Dienstleistungen einfacher und transparenter.

  • Vertrauenswürdige digitale Langzeitspeicherung

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 1. März 2011 auf seiner Homepage die - mit Hilfe einer zusammen mit dem BSI und dem VOI-Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. initiierten Arbeitsgruppe unter Moderation von Herrn Prof. Hackel (Physikalisch-Technische Bundesanstalt - PTB) - grundlegend überarbeitete Version 1.1 der Technischen Richtlinie 03125 "Beweiswerterhaltung kryptographisch signierter Dokumente (TR-ESOR)" – vormals TR-VELS (Vertrauenswürdige elektronische Langzeitspeicherung) veröffentlicht.