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Umweltfreundlichkeit der Lieferkette


Ökologisch verantwortliches Handeln zunehmend wirtschaftlich sinnvoll: Einzelhändler zeigen Engagement für Ressourceneffizienz
"Der Einzelhandel kann sehr von einem größeren Vertrauen der Verbraucher in die Glaubwürdigkeit von Umweltversprechen und -aktionen profitieren"


(09.03.12) - Einzelhändler nehmen bei ihren Geschäftsentscheidungen stärker denn je Rücksicht auf die Umwelt, zeigt der jüngste Bericht des Europäischen Einzelhandelsforums für Nachhaltigkeit. Die Unternehmen im Forum achten vermehrt auf umweltfreundlichere Lieferketten, nachhaltige Vertriebssysteme und die Nutzung erneuerbarer Energien. Dies zeigt, dass ökologisch verantwortliches Handeln zunehmend wirtschaftlich sinnvoll ist und zu den EU-Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch beiträgt.

Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: "Die Einzelhändler sind in einer starken Position, um die Ressourceneffizienz zu erhöhen, denn sie können die Umweltfreundlichkeit ihrer Lieferkette beeinflussen und Veränderungen des Verbraucherverhaltens anregen. Die Umweltverpflichtungen, die die Mitglieder des Einzelhandelsforums eingegangen sind, haben gezeigt, was möglich ist, und ich würde gerne sehen, dass diese positiven Erfahrungen durch eine breiter angelegte allgemeine Anwendung solcher nachhaltiger Verfahren weiter verbreitet werden. Der Einzelhandel kann sehr von einem größeren Vertrauen der Verbraucher in die Glaubwürdigkeit von Umweltversprechen und -aktionen profitieren, und ich wünsche dem Einzelhandelforum viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Instrumente, die dies möglich machen."

Die Einzelhändler in dem Forum haben sich verpflichtet, spezifische Umweltaktionen durchzuführen, um zu nachhaltigem Verbrauch und Ressourceneffizienz beizutragen. Seit das Forum im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde, wurden die Ziele und Leistungen seiner Mitglieder im jährlichen Abstand überprüft. Im jüngsten Kontrollbericht werden 390 Umweltverpflichtungen in drei Kategorien ("Was wir verkaufen", "Wie wir verkaufen" und "Kommunikation") bis 2010 beschrieben; das sind 100 mehr als im Jahr 2009.

Eine Reihe von Erfolgen durch bewährte Verfahren werden in dem Bericht hervorgehoben. So hat die Metro-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) in Entwicklungs- und Schwellenländern ein Schulungsprogramm für Zulieferer eingeführt, um die Nachhaltigkeit der Lieferkette zu fördern. Die Auchan-Gruppe hat nahezu 10.000 t Verpackungsmaterial eingespart und die Mercadona-Supermarktkette hat den Verbrauch von Einwegplastiktaschen in 150 Märkten um 80 Prozent reduziert. Tesco Großbritannien hat sein Ziel, keine Abfälle zu den Deponien zu schicken, erreicht. Unterdessen hat die Inditex-Gruppe den durchschnittlichen Stromverbrauch in 840 Läden um 42 Prozent verringert. Weitere Beispiele der von spezifischen Einzelhändlern eingegangenen Verpflichtungen sind im Bericht zu finden.

Der Bericht zeigt außerdem, dass die Verpflichtungen zunehmend die Empfehlungen und bewährten Verfahren aus den Themenpapieren des Einzelhandelsforums zu nachhaltigem Holz, Umweltzeichen, Energieeffizienz und CO2-Fußabdruck von Geschäften, Informationen zum ökologischen Lebenszyklus von Produkten, Informationen für Verbraucher, Verpackung, Transport und Logistik reflektieren.

Hintergrund
Das Einzelhandelsforum wurde im März 2009 als freiwillige multilaterale Plattform eingerichtet. Die Mitgliedschaft steht allen Einzelhändlern, die sich dem Umweltaktionsprogramm des Europäischen Einzelhandels (REAP) anschließen, sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen offen.

Es wurde geschaffen, um den Dialog zwischen der Europäischen Kommission, Einzelhändlern und wichtigen Akteuren zu erleichtern und ein besseres Verständnis für die praktischen Maßnahmen zur Förderung von nachhaltigem Verbrauch zu erzeugen. Als Teil der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum steht im Mittelpunkt der Politik für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch, unseren Bedarf nach Wachstum und Verbrauch so zu decken, dass wir künftigen Generationen nichts vorenthalten.

Die Politik für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch leistet auch einen Beitrag zur Leitinitiative zur Ressourceneffizienz im Rahmen von Europa 2020, indem die übergeordneten Ziele der Politik für Ressourceneffizienz (Entkopplung des Wirtschaftswachstums von Ressourcenverbrauch und Umweltschädigung) auf die Mikroebene heruntergebrochen werden, so dass einzelne Wirtschaftsakteure angetrieben werden, die höchste wirtschaftlich mögliche Umweltverträglichkeit zu erreichen.

Gegenwärtig erzeugt der Einzelhandel 13 Prozent des europäischen BIP. Die Sektoren Nahrungsmittel und Getränke, Wohnungsbau und Mobilität sind unterdessen für rund 70-80 Prozent der negativen Umweltauswirkungen des Verbrauchs verantwortlich. Da Einzelhändler in allen drei Bereichen tätig sind, kann die Verbesserung der Nachhaltigkeit durch Handeln auf Einzelhändlerseite erheblichen Nutzen für die Umwelt bringen.

Siehe auch:
Das Einzelhandelsforum: http://ec.europa.eu/environment/industry/retail/index_en.htm
(Europäische Kommission: ra)


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