Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Wettbewerb auf dem Markt für Tiefkühlsnacks


Fusionskontrolle: Kommission verweist die Niederlande betreffenden Teil des Joint Ventures der Tiefkühlkostunternehmen Royaan und Ad van Geloven an niederländische Wettbewerbsbehörde und gibt für den übrigen Teil grünes Licht
Die Kommission ist der Auffassung, dass die niederländische Wettbewerbsbehörde am besten in der Lage ist, die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den niederländischen Markt zu beurteilen


(25.01.12) - Die Europäische Kommission hat nach der EU-Fusionskontrollverordnung die Beurteilung des niederländischen Teils der geplanten Zusammenführung der Geschäftstätigkeiten der niederländischen Unternehmen Royaan und Ad Van Geloven (AvG) auf dem Markt für Tiefkühlsnacks auf Antrag der niederländischen Wettbewerbsbehörde an diese Behörde verwiesen. Nach einer ersten Untersuchung kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass dieser Teil des geplanten Zusammenschlusses den Wettbewerb auf dem Markt für Tiefkühlsnacks in den Niederlanden erheblich behindern könnte. Diese Aspekte werden nun von der niederländischen Wettbewerbsbehörde nach einzelstaatlichem Recht geprüft. Gleichzeitig hat die Kommission den Belgien betreffenden Teil des Vorhabens genehmigt, da die Überschneidungen zwischen den Geschäftstätigkeiten der beteiligten Parteien auf den betreffenden Märkten begrenzt sind und auch das Joint Venture einer Reihe von Wettbewerbern gegenüberstehen wird.

Die Untersuchung der Kommission bestätigte, dass der Zusammenschluss zu erheblichen Überschneidungen auf dem Markt für Tiefkühlsnacks in den Niederlanden führen würde. Nach dem Zusammenschluss wäre das Unternehmen, das z. B. Produkte bekannter Marken wie Mora und Van Dobben vertreibt, der größte Anbieter von Tiefkühlsnacks in den Niederlanden. Auch bei einigen Snackkategorien, bei denen es Überschneidungen zwischen Royaan und AvG gibt, wäre der gemeinsame Marktanteil groß.

Die Kommission ist der Auffassung, dass die niederländische Wettbewerbsbehörde am besten in der Lage ist, die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den niederländischen Markt zu beurteilen. Die Kommission hat daher die Prüfung des die Niederlande betreffenden Teils des Zusammenschlussvorhabens an die niederländische Wettbewerbsbehörde verwiesen.

In Bezug auf den belgischen Tiefkühlsnackmarkt stellte die Kommission in ihrer Untersuchung fest, dass die Überschneidungen zwischen den Geschäftsbereichen der beiden Unternehmen begrenzt sind und dass konkurrierende Marktteilnehmer nach dem Zusammenschluss genügend Wettbewerbsdruck auf das Unternehmen ausüben werden. Daher kam die Kommission zu dem Schluss, dass dieser Teil des Zusammenschlusses den wirksamen Wettbewerb weder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)1 noch in einem wesentlichen Teil davon wesentlich beeinträchtigen wird, und hat daher den geplanten Zusammenschluss in Bezug auf den belgischen Tiefkühlsnackmarkt genehmigt.

Das Zusammenschlussvorhaben wurde am 15. November 2011 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte
Royaan und AvG sind Hersteller von Marken- und Eigenmarken-Tiefkühlsnacks für den Einzelhandel und den Außer-Haus-Markt (über Großhändler) vor allem in den Niederlanden und Belgien. Auf dem Einzelhandelsmarkt vertreibt Royaan Tiefkühlsnacks unter den Marken Van Dobben, Bakker, Mayam und Tjendrawasih und auf dem Außer-Haus-Markt u. a. unter den Marken Van Dobben, Buitenhuis, Kweekkeboom und Willie Doktor. AvG vertreibt Tiefkühlsnacks auf dem Einzelhandelsmarkt u. a. unter den Marken Hebro, Mora und De Bourgondiër und auf dem Außer-Haus-Markt unter den Marken Ad van Geloven und Welten Snacks.

Buitenfood B.V. (die Holdinggesellschaft von Royaan) und AvG stehen derzeit im Eigentum von Kapitalbeteiligungsgesellschaften, und zwar der niederländischen Gesellschaft NPM Capital N.V. (NPM) bzw. der britischen Gesellschaft Lion Capital LLP. NPM ist eine Tochtergesellschaft der niederländischen SHV Holdings N.V., die im Bereich Handel und Vertrieb von Flüssiggas (LPG), Handel mit Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern, Bereitstellung von privatem Beteiligungskapital, Exploration und Förderung von Erdöl und Ergas, Schwertransport und erneuerbare Energien tätig ist.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren
Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Routineprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss (im Vorprüfverfahren) genehmigt oder eine eingehende Prüfung (Hauptprüfverfahren) einleitet. (Europäische Kommission: ra)


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Einhaltung von EU-Recht in EU-Mitgliedstaaten

    Die Europäische Kommission verklagt Ungarn in zwei laufenden Vertragsverletzungsverfahren vor dem Gerichtshof der Europäischen Union. Im ersten Fall geht es um ein ungarisches Gesetz, das nach Auffassung der Kommission gegen die Grundrechte von LGBTIQ-Personen verstößt. Im zweiten Fall verklagt die Kommission Ungarn, weil das Land gegen EU-Telekommunikationsrecht verstößt.

  • Ein neues Rechtsinstrument geschaffen

    Alle wesentlichen öffentlichen Dienste sind überall digital verfügbar, 5G ist überall ausgerollt, fast alle Bürgerinnen und Bürger haben digitale Grundkompetenzen, 20 Millionen digitale Expertinnen und Experten arbeiten in der EU und die meisten EU-Unternehmen nutzen Cloud, KI und Big Data. Das soll bis 2030 Realität sein. Damit diese und andere Ziele aus dem so genannten "Digitalen Kompass" der EU erreicht werden, hat die EU-Kommission einen Plan vorgelegt: den "Weg in die digitale Dekade".

  • Modernisierung der EU-Rechtsvorschriften

    Die Europäische Kommission hat die jährliche Aufwandserhebung 2021 veröffentlicht, in der sie konkrete Beispiele nennt für die Vereinfachung der EU-Vorschriften in Bereichen wie Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Wettbewerb, Kommunikation, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Verkehr und Mobilität sowie Binnenmarkt.

  • Leitfaden zur Kennzeichnung von Düngemitteln

    Eine neue EU-Verordnung für Düngemittel öffnet den EU-Binnenmarkt für organische und abfallbasierte Düngeprodukte, legt gemeinsame Regeln für die Kennzeichnung fest und führt erstmals Grenzwerte für toxische Stoffe in Düngemitteln ein. Mit den neuen Regeln sollen die Risiken für Umwelt und Gesundheit sowie die Abhängigkeit von Importen verringert werden.

  • Umsetzungsmaßnahmen für drei EU-Richtlinien

    Die EU-Kommission leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen 26 Mitgliedstaaten ein: Sie haben keine Mitteilung über Maßnahmen gemacht, um EU-Richtlinien in nationales Recht umzusetzen ("Vertragsverletzungsverfahren wegen Nichtmitteilung").

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen