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Geht Compliance verloren?


Nie zuvor war Cybersicherheit derart wichtig, einschließlich der Compliance-Anforderungen
Ist es an der Zeit, die Kartenzahlungsvorgänge Ihres Unternehmens zu überprüfen?

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Wenn große Unternehmen Probleme haben, ihre Kreditkartenabwicklungssysteme sicher zu halten, ist dann potenziell jedes Unternehmen in Gefahr? Nicht unbedingt, aber der Fall macht deutlich, dass Unternehmen die Sicherheit ihrer Kartenzahlungsvorgänge sehr ernst nehmen sollten. Wir werfen einen Blick darauf, was sich aus diesen Angriffen lernen lässt.

Die Angriffe bedienen sich einer gängigen Methode nämlich Cross-Site-Scripting (XXS). Bei XXS-Angriffen werden schädliche Befehle geschrieben, die dazu dienen dynamische Inhalte auf Websites auszunutzen. Im Falle der Angriffe auf Ticketmaster und BA wird vermutet, dass die Hacker Code von Fremd-Services manipuliert haben, der auf beiden der betroffenen Websites lief. Während der Verarbeitung der Kartenzahlung konnten die Hacker dann die Kundendaten abfangen.

Es wird berichtet, dass das selbe Skript, das bei den Ticketmaster- und BA-Angriffen verwendet wurde, jetzt online über infizierte Anwendungen verteilt wird, wie z. B. der Code, der einstmals vom Push-Benachrichtigungsdienst Feedify verteilt wurde. Da einige Arten von XXS-Angriffen nur geringfügige Codeänderungen enthalten, sind sie zum Teil nur sehr schwer zu erkennen.

Angriffe dieser Art sind beunruhigend genug, fallen aber mit einem weiteren besorgniserregenden Trend zusammen. Die Anzahl der Unternehmen, die vollständig konform mit dem Payment Card Industry Data Security Standard sind fiel 2017 zum ersten Mal seit sechs Jahren. Weniger Unternehmen verfügen somit über die entsprechenden Kontrollen und Verfahren, um kontinuierliche Sicherheit bei der Verarbeitung von Kartenzahlungen zu gewährleisten.

Die Ursache liegt vermutlich darin, dass einige Unternehmen davon ausgehen mit der erlangten PCI-DSS-Konformität alles erledigt zu haben. Tatsächlich ist es ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess Compliance aufrechtzuerhalten. Cyberkriminelle entwickeln ihre Taktiken und Techniken schließlich auch ständig weiter.

Jetzt Compliance gewährleisten
Diese Art der Compliance ist mehr als ein Zertifizierungslogo auf der Website zu präsentieren. Geschäftlicher Erfolg ist inzwischen untrennbar mit Compliance verbunden. Bei einem Datenschutzvorfall zahlt das Unternehmen um das Problem zu beheben – finanziell und was den eigenen Ruf anbelangt. Dazu kommen eventuell hohe Bußgelder.

Die Nichteinhaltung des PCI-DSS-Standards kann zu höheren Transaktionsgebühren und in einigen Fällen zum Entzug von Bankdienstleistungen führen. Die Nichteinhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat potenziell noch schwerwiegendere Folgen. Zur Erinnerung: Unternehmen müssen mit Geldbußen von mehr als 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Umsatzes (je nachdem, welcher Wert höher ist) rechnen.
Nie zuvor war Cybersicherheit derart wichtig, einschließlich der Compliance-Anforderungen.

Penetrationstests
Penetrationstests sind ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit eines Unternehmens zu bewerten und es vor Angriffen wie die bei Ticketmaster und BA zu schützen. Das Testen von Webanwendungen ist eine Art von Penetrationstest, die speziell entwickelt wurde um Schwachstellen in Webanwendungen zu identifizieren - wie z. B. die Anfälligkeit für XXS und andere Code-Injection-Angriffen.

Penetrationstests durchführen dauert in der Regel nur wenige Tage und kann außerhalb der Geschäftszeiten erfolgen. Das vermeidet Störungen des laufenden Geschäftsbetriebs beziehungsweise reduziert sie auf ein Mindestmaß. Am besten arbeitet man hier mit Spezialisten für Cybersicherheit zusammen, die kontinuierlich unabhängige Bewertungen durchführen, um Sicherheitsrisiken zu identifizieren und zu beheben.

Angesichts der aktuellen Sicherheitslandschaft ist es an der Zeit, dass Unternehmen Sicherheit und Compliance gleichermaßen priorisieren. Andernfalls entstehen nicht nur erhebliche Kosten, sondern es kommt zu weitreichenden Auswirkungen auf die langfristige Rentabilität eines Unternehmens. (GlobalSign: ra)

eingetragen: 18.08.19
Newsletterlauf: 09.10.19

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Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Anpassung der Plattformregulierung

    Vor der Entscheidung der Rundfunkkommission der Länder zum Medienstaatsvertrag bekräftigten ANGA, Bitkom, eco sowie ZVEI ihre Kritik an den geplanten Vorgaben, die aus Sicht der Verbände die Interessen von Medienplattformen und Nutzern nicht hinreichend berücksichtigen. Die Bedenken der Verbände betreffen insbesondere die derzeit vorgesehene restriktive Umsetzung der EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL) im Medienstaatsvertrag. Danach sollen Überblendungen und Skalierungen unter dem Erlaubnisvorbehalt der TV-Sender stehen und nur noch im Einzelfall durch den Nutzer veranlasst werden können. Funktionen wie Bild-in-Bild oder Split-Screen, bei denen der Nutzer zwei Programme gleichzeitig ansehen kann, wären nach dem jetzigen Wortlaut nicht mehr ohne Erlaubnis der beteiligten Sender zulässig.

  • Bekämpfung der Unternehmenskriminalität

    Mit dem "Gesetz zur Bekämpfung der Unternehmenskriminalität" will die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, schärfere und vor allem höhere Strafen für Unternehmen in Deutschland einführen. Dem haben heute führende Rechtswissenschaftler den Münchner Entwurf eines Verbandssanktionengesetzes entgegengestellt. Die Initiative sieht einen besseren Weg zur Sanktionierung von Unternehmen bei strafrechtlich relevanten Verstößen der Führungskräfte vor. Kern des vom Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtsphilosophie von Prof. Dr. Frank Saliger an der Ludwig-Maximilians-Universität gemeinsam mit der Kanzlei Tsambikakis & Partner ausgearbeiteten und vom Verband "Die Familienunternehmer" unterstützten Münchner Entwurfs ist eine angemessenes Recht zur Sanktionierung von Verbänden mit am Prinzip der Verhältnismäßigkeit orientierten Geldbußen. Strafverfolgungsbehörden sollen zur Ermittlung von Rechtsverstößen gestärkt und interne Untersuchungen klar geregelt werden. Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz sollen ausgenommen werden.

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  • Verlängerung der Mietpreisbremse

    Mit dem Inkrafttreten der neuen Mieterschutzverordnung gilt die Mietpreisbremse in Bayern in 162 Städten und Gemeinden. Für Justizminister Eisenreich ist das noch nicht genug: "Jetzt muss bei der Mietpreisbremse auf Bundesebene nachgebessert werden. Unsere Ziele: Eine Begrenzung des Mietanstiegs und ein fairer Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass Investitionen in den Wohnungsbau attraktiv bleiben."

  • Versicherungsbranche & Digitale Sprachassistenten

    Für den Abschluss einer Unfallversicherung ist es in der Regel zu spät, wenn es einem erst oben auf der Skipiste einfällt. Das Versäumnis vor dem Urlaub ließe sich durch den Einsatz digitaler Sprachassistenten lösen: "Hey Siri, ich will für heute eine Unfallversicherung buchen." Eine solche situative Vereinbarung mithilfe von Siri, Cortana, Alexa und Co. bedingt eine vollständig integrierte digitale Antragsstrecke. Aktuell liefern die meisten Skills allerdings nur Informationen - beispielsweise zum Wetter oder Pollenflug - sowie Unterhaltung und Spiele. Diverse Branchen, darunter Versicherungen, beginnen jedoch mit diesen digitalen Möglichkeiten zu experimentieren. "In Zukunft wird der digitale Vertragsabschluss immer wichtiger, etwa um jüngere Menschen zu erreichen und Prozesse zu beschleunigen", erläutert Matthias Stauch, Experte für smarte Lösungen und Vorstand der Intervista AG.