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Datenschutz fängt auch im Online-Handel


Server sind Datenverarbeitungsanlagen im Sinne des BDSG
Und für diese hat der Gesetzgeber konkrete technische und organisatorische Maßnahmen zur Umsetzung der speziellen, datenschutzrechtlichen Anforderungen definiert

(26.08.13) - Der Datenschutz ist weiterhin in aller Munde – gerade im E-Commerce. Dabei geht es für Betreiber von Online-Shops nicht nur allein darum, aus Image-Gründen verantwortungsbewusst mit personenbezogenen Daten von Kunden umzugehen oder aus Eigeninteresse besonders sensible Informationen zu schützen. Vielmehr gilt es konkrete gesetzliche Anforderungen einzuhalten. Diese hat der Gesetzgeber im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) festgeschrieben. Es regelt die Datenerfassung, -verarbeitung und -aufbewahrung in Unternehmen und betrifft damit unmittelbar die IT-Infrastrukturen von Online-Händlern. "Im Fokus stehen dabei vor allem die Server eines Online-Shops. Zumal überwiegend hier personenbezogene Daten gespeichert werden", berichtet der Hosting-Experte Sebastian Bluhm, Vorstand der Profihost AG.

Gerade in Zeiten von Cloud Computing ist die weltweite Verteilung von Daten eine gängige Praxis. Viele Lösungen zur Datenauslagerung für Unternehmen basieren auf dieser Technologie und führen die Daten oftmals ins Ausland ab, da die Serverfarmen der Anbieter nicht in Deutschland liegen. "Nicht nur die derzeitigen Abhörpraktiken der USA zeigen, dass die Verlagerung von geschäftskritischen Daten ins Ausland sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich mit hohen praktischen Risiken verbunden sein kann", erläutert Sebastian Bluhm.

Lesen Sie zum Thema "Cloud Computing" auch: SaaS-Magazin.de (www.saasmagazin.de)

Server sind Datenverarbeitungsanlagen im Sinne des BDSG. Und für diese hat der Gesetzgeber konkrete technische und organisatorische Maßnahmen zur Umsetzung der speziellen, datenschutzrechtlichen Anforderungen definiert. Hierzu zählen gemäß BDSG-Anlage zu § 9 Abs. 1 insbesondere die Zutritts-, Zugangs- und Zugriffskontrolle. Demnach ist Unbefugten der Zutritt zu den IT-Systemen mit den personenbezogenen Daten zu verwehren. Unbefugte sind ebenso an der Nutzung der Systeme zu hindern. Außerdem dürfen nur Befugte Zugriff auf Daten nehmen, die ihrer Zugriffsberechtigung unterliegen. Es ist zu verhindern, dass Daten unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können. "Verstöße gegen diese datenschutzrechtlichen Bestimmungen können zu Bußgeldern führen", warnt der Vorstand der Profihost AG.

Für Online-Händler lohnt es daher, das Hosting ihrer Shops spezialisierten Dienstleistern anzuvertrauen. (Profihost: ra)

Profihost: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Datenschutz für digitale Handelsbeziehungen

    Vertreter der Internetwirtschaft aus Europa und den USA sowie der US-Politik haben am 22. Mai die Weichen gestellt für einen besseren transatlantischen Datenschutz. Der spielt, so waren sich die Teilnehmer im Ergebnis einig, eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. Das Privacy Shield muss daher gestärkt werden. Zu den Gesprächen hatte der eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. und sein US-amerikanischer Partnerverband i2Coalition eingeladen. Die Roundtable-Gespräche in Washington D.C. waren der dritte und vorerst letzte Termin der Veranstaltungsreihe, die am 7. Februar in Brüssel gestartet und am 12. Februar in Berlin fortgesetzt wurde.

  • Wahrung der Compliance im Blick

    Zwei Gesetzesvorgaben drängen derzeit die Chefetagen, sich mit dem Thema Verschlüsselung zu beschäftigen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU DSGVO) trat am 25. Mai 2018 in Kraft und stärkt die Datenschutzrechte von Privatpersonen. Die Verschlüsselung personenbezogener Daten ist durch sie EU-weit gesetzliche Pflicht geworden. Empfindliche Bußgelder, gepaart mit der hohen Chance, dass Verstöße gegen die EU DSGVO tatsächlich auffallen, sorgen dafür, dass Unternehmen sich zunehmend um die Wahrung ihrer Compliance sorgen. Bereits 2016, zwei Jahre vor Inkrafttreten der EU DSGVO, wurde die Know-how-Schutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung der Binnenwirtschaft veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, im EU-Raum einheitliche Schutzregeln für Geschäftsgeheimnisse zu schaffen. In Deutschland wurden die Vorgaben am 21. März 2019 im Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) als neues Stammgesetz verabschiedet. Jetzt müssen Geschäftsgeheimnisse, um rechtlich als solche zu gelten, nachweisbar von den Unternehmen geschützt werden. Wer sensible Daten unverschlüsselt versendet, bleibt ohne gesetzlichen Schutz, wenn Geschäftsgeheimnisse beim Datenversand abgefangen und von anderen genutzt werden.

  • Verwendung der personenbezogenen Daten

    Im ersten Jahr der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kehrte in die Unternehmen eine größere Datenhygiene ein. Sie waren gezwungen einen besseren Schutz und eine verantwortungsbewusstere Verwaltung der Daten europäischer Bürger zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, mussten die Unternehmen den Überblick über die Vorhaltung von Datenbeständen erhalten, die oft über mehrere verschiedene Abteilungen verstreut aufbewahrt wurden. Nur auf einer einheitlichen Datenbasis - die oftmals als Data dictionary oder data repository bezeichnet wird - konnte festgestellt werden, ob die Erlaubnis zur Verwendung der personenbezogenen Daten tatsächlich vorliegt.

  • Zu wenig Klarheit im Umgang mit der DSGVO

    Am 25. Mai gilt die DSGVO seit einem Jahr in allen EU-Mitgliedstaaten. In dieser Zeit haben die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (DSK) und der Europäische Datenschutzausschuss kontinuierlich neue Merkblätter und Orientierungshilfen veröffentlicht, die Unternehmen mehr Sicherheit geben sollen bei der Umsetzung der DSGVO. Doch von Rechtssicherheit für alle Unternehmen und einer einheitlichen Auslegung der Verordnung ist Europa noch weit entfernt. "Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland und die Aufsichtsbehörden in ganz Europa fordern wir auf, diese Regeln einheitlich auszulegen, um Unternehmen vor bürokratischer Willkür zu schützen", sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e. V.

  • Beschleunigung der Gerichtsverfahren

    Bayerns Justizminister Georg Eisenreich begrüßt die Eckpunkte zur Reform der Strafprozessordung (StPO), die das Bundeskabinett in Berlin beschlossen hat. Eisenreich: "Das ist auch ein großer Erfolg bayerischer Rechtspolitik. Viele der beschlossenen Eckpunkte fordern wir schon lange. Insbesondere die Maßnahmen zur Beschleunigung von Strafgerichtsverfahren, die Erweiterung der DNA-Analyse, die Befugnis zur Telekommunikationsüberwachung bei Verdacht auf Wohnungseinbruchdiebstahl und auch das Verbot der Gesichtsverhüllung vor Gericht." Bayern hatte sich bereits bei den Koalitionsverhandlungen bei diesen Themen durchgesetzt. Damals war es gelungen, die zentralen bayerischen Anliegen in den Koalitionsvertrag zu verhandeln.