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Kreditkarten: Zukünftig keine Extragebühren


Gesetzesänderungen: Was Verkäufer 2018 wissen sollten
Seit Anfang dieses Jahres ersetzt PSD2 die alten Bestimmungen, was mit kleinen und teilweise auch großen Veränderungen einhergeht

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Im Vertrieb bedeuten Jahresneuanfänge vor allem eins: Stress. Über die Feiertage angehäufte Arbeit sowie neue herausfordernde Aufgaben nehmen oftmals alle zeitlichen Kapazitäten in Anspruch. Dass Verkäufer sich dann noch über die aktuelle Rechtslage auf dem Laufenden halten, ist fraglich. Oliver Kerner, professioneller Vertriebstrainer aus Bremen und Gründer von OK-Training, fasst deswegen im Folgenden die wichtigsten Gesetzesänderungen für Vertriebsmitarbeiter zusammen:

1. Reform der Mängelhaftung
Fragen rund um Ausbau- und Entsorgungskosten bei defekten Geräten führten in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten. 2018 soll sich das ändern. Was der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof bereits vorschreiben, hält jetzt auch Paragraph 445a des Bürgerlichen Gesetzbuchs fest: Wenn ein Anbieter ein fehlerhaftes Produkt verkauft, muss er die beim Herausmontieren entstandenen Kosten tragen. Darüber hinaus schreibt Paragraph 475 Absatz 6 vor, dass Privatkunden in solch einer Situation vom Verkäufer einen Vorschuss des finanziellen Aufwands verlangen können. Beim B2B-Handel gilt dies allerdings nicht. Gewerbliche Kunden müssen den Ausbau zunächst selbst bezahlen und können erst später den Betrag zurückverlangen.

2. Starke Veränderung für Zahlungsdienste
Bereits 2007 trat die EU-Richtlinie Payment Service Directive, kurz PSD, in Kraft. Sie reguliert Zahlungsdienstleister sowie bargeldlose Transaktionen. Seit Anfang dieses Jahres ersetzt PSD2 die alten Bestimmungen, was mit kleinen und teilweise auch großen Veränderungen einhergeht. Für Käufer dürfen bei der Verwendung gängiger Kreditkarten zukünftig keine Extragebühren mehr entstehen. Außerdem schreibt PSD2 einen Ausbau der Kundenauthentifizierung vor. SMS-TAN oder Ähnliches könnten dadurch bald bei jeder Transaktion zur Pflicht werden. Zu den größten Umstellungen gehört jedoch eine neue Rechtssicherheit bei sogenannten Schnittstellen von Banken.

Sie dienen digitalen Zahlungssystemen dazu, auf Nutzerdaten wie den Kontostand zuzugreifen. Wenn der Verbraucher also im Onlineshop beim Kauf seine Bankdaten angibt, verbindet sich die Webseite automatisch mit dem Zahlungssystem und greift über die Schnittstelle auf die Nutzerdaten zu, um die Transaktion erfolgreich abzuwickeln. Bisher agierten Abrechnungsprogramme in einer rechtlichen Grauzone. Jetzt, wo PSD2 für Klarheit sorgt, könnte das Angebot an solcher Software erheblich steigen. Onlineshops profitieren demnach in Zukunft von einer großen Auswahl an Zahlungsdiensten, die anwendungsfreundlicher und sicherer sind als bisher.

3. Erneuerung des Datenschutzrechts im Netz
Ab Mai 2018 tritt europaweit eine ganze Bandbreite an Änderungen zur Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Dazu zählt vor allem eine neue Regelung mit sogenannten Cookies, also Dateien, die Informationen über das Benutzerverhalten im Internet speichern. Aktuell müssen Webseitenbetreiber die Besucher nur darüber informieren, dass sie solche Formate einsetzen. Zukünftig dürfen Cookies erst dann zur Verwendung kommen, wenn der Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt hat. Weigert er sich, darf ihm der Betreiber deswegen nicht den Zugang zur Webseite verwehren. Ausnahme sind Session-Cookies. Diese löscht ein Browser allerdings automatisch, sobald der Nutzer ihn schließt. Bei Verstößen kommt es außerdem zu erheblich mehr Bußgeld als bisher: Zwei bis vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes muss ein Unternehmen für Vergehen bezahlen.
(OK-Training: ra)

eingetragen: 24.01.18
Home & Newsletterlauf: 02.03.18

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Meldungen: Markt / Hinweise & Tipps

  • Kontoauszüge regelmäßig überprüfen

    In Deutschland gibt es mehr als 58.000 Geldautomaten zum Geldabheben. Im Schnitt nutzt ein Erwachsener alle 12 Tage einen Geldautomaten, um sich mit Bargeld zu versorgen. In der Regel läuft es reibungslos, aber wenn etwas außer der Reihe passiert, ist man schnell verunsichert. Was ist zu tun, wenn die Karte plötzlich geschluckt wird? Eine Karte wird zumeist dann eingezogen, wenn sie gesperrt ist. In den meisten Fällen hat der Kunde sie selbst sperren lassen, weil sie verloren oder verlegt wurde.

  • Auf Videoüberwachung muss hingewiesen werden

    Die Überwachung von Räumen und Plätzen mittels Videoüberwachung ist ein Thema, das in der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nur am Rande geregelt wird. Vielmehr sollen die einzelnen Mitgliedsstaaten selbst Vorschriften für die elektronische Überwachung erlassen. Die DSGVO, die ab 25. Mai 2018 europaweit anwendbares Recht ist, schreibt in Artikel 35, Absatz 3 lit. c) allerdings vor, dass bei "einer systematischen umfangreichen Überwachung öffentlich zugänglicher Räume" eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig und erforderlich ist. TÜV Süd erklärt die in Deutschland geltenden Normen. In Deutschland ist die Videoüberwachung in § 4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) festgelegt. Die größte Änderung zur bisher bestehenden Regelung findet sich in Absatz 1: Hier legt das BDSG-neu fest, dass öffentlich zugängliche großflächige Anlagen oder Einrichtungen wie öffentliche Verkehrsmittel, Bahnhöfe sowie Einkaufszentren, Sportstätten und Veranstaltungsorte zum Schutz der Menschen überwacht werden dürfen, der Schutz von Personen, die sich dort aufhalten, aber besonders beachtet werden muss.

  • Angemessene technische Maßnahmen

    Digitalisierung und die zunehmende Vernetzung aller Versorgungsbereiche stellen den modernen Lebensstandard sicher. Aber so modern die Systeme auch sind, so verletzlich sind sie auch. Als kritische Infrastrukturen (KRITIS) werden Betreiber bezeichnet, die mehr als 500.000 Personen versorgen. TÜV Süd informiert darüber, dass ein Betreiber, der unter die BSI-Kritisverordnung fällt, angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen treffen muss. Zudem besteht alle zwei Jahre Nachweispflicht gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

  • Mit DMS auch DSGVO im Griff

    Die Aufbewahrungspflicht von Geschäftspapieren ist gesetzlich verankert. Fehlen Unterlagen, droht Ärger mit Behörden, denn wer seine Einnahmen und Ausgaben nicht mit Belegen plausibel machen kann, dem steht beispielsweise eine Schätzung der Besteuerungsgrundlage durch das Finanzamt ins Haus. Hinzu kommen Bußgelder oder sogar Strafen wegen Steuerhinterziehung oder Verletzung der Buchführungspflichten.

  • Compliance ist nur Teilaspekt der IT-Security

    IT-Sicherheit ist primär Compliance-getrieben, vor allem im Finanzbereich, in dem Aufsichtsbehörden kontinuierlich neue Regelungen in Kraft setzen, Ende 2017 etwa die BAIT. Die Erfüllung gesetzlicher Richtlinien ist aber keine Garantie für die Abwehr von IT-Sicherheitsgefahren, warnt CyberArk. In der IT-Sicherheit steht für viele Branchen die Erfüllung von Compliance-Anforderungen im Vordergrund. Unternehmen erbringen dafür Nachweise, dass Gesetze und Richtlinien erfüllt sind. Aber damit werden weder Schwachstellen beseitigt noch Sicherheitsvorfälle verhindert. Dominant ist die Compliance etwa im strikt regulierten Finanzbereich, in dem schon seit Langem IT-spezifische Vorgaben existieren, die zudem kontinuierlich erweitert und präzisiert werden, vor Kurzem etwa mit den Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT).