- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Digitalisierung & rechtliche Rahmenbedingungen


Oettingers neue EU-Datenschutzbehörde: DSAG lobt Initiative und fordert konsequente Umsetzung
Insbesondere, wenn es um geistiges Eigentum geht, überwiegt vor allem im Mittelstand derzeit noch die Angst vor Sicherheitsrisiken

(26.11.14) - Günther Oettinger trat sein Amt als EU-Kommissar für Digitalwirtschaft an. Dabei hat er sich viel vorgenommen: So plant er eine EU-Datenschutzbehörde und will in seiner Amtszeit einen digitalen Binnenmarkt in Europa auf den Weg bringen. Mittragen müssen dies aber vor allem die Unternehmen. Deren Bedürfnisse dürfen dabei nicht übergangen werden, fordert Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V.

Günther Oettinger will als EU-Kommissar für Digitalwirtschaft einen digitalen Binnenmarkt in Europa schaffen und flächendeckend die entsprechende Infrastruktur ausbauen. Um vor allem der Wirtschaft notwendige Standards und somit Sicherheit zu bieten, plant er eine EU-Datenschutzbehörde. "Ob digitale Revolution oder auch nur Evolution - wir werden den Weg mitgehen. Aber die Unternehmen sollten von Anfang an mit einbezogen werden", kommentiert Dr. Marco Lenck, Vorstand der SAP-Anwender im deutschsprachigen Raum (DSAG).

Lesen Sie zum Thema "IT-Sicherheit" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

"Den Unternehmen ist durchaus bewusst, dass sie sich der Digitalisierung stellen müssen. Aber insbesondere, wenn es um geistiges Eigentum geht, überwiegt vor allem im Mittelstand derzeit noch die Angst vor Sicherheitsrisiken", so Lenck. Bevor ein digitaler Binnenmarkt ausgerufen wird, müssen die Rahmenbedingungen - allen voran eine wirksame Datenschutzreform, aber auch die nötige Akzeptanz von Seiten der USA - geschaffen werden. "Eine europäische Behörde, die sich um effektiven Datenschutz kümmert, ist absolut in unserem Sinne. Wir erwarten deshalb von Günther Oettinger eine konsequente Umsetzung von Rahmenbedingungen, die nicht an der Wirklichkeit vorbeigehen."

Was halten Sie von einem digitalen Binnenmarkt in Europa?
Lenck:
Von einem digitalen Binnenmarkt können wir enorm profitieren - wenn wir es richtig angehen. Großen wie kleinen Unternehmen bieten sich dadurch Chancen, neue Märkte zu erschließen oder gewinnbringende Kooperationen einzugehen. Ob digitale Revolution oder auch nur Evolution - wir werden den Weg mitgehen. Aber die Unternehmen sollten von Anfang an miteinbezogen werden.

Wieso überzeugen Vorteile der Digitalisierung dann nicht?
Lenck:
Insbesondere, wenn es um geistiges Eigentum geht, überwiegt vor allem im Mittelstand derzeit noch die Angst vor Sicherheitsrisiken. Aber den Unternehmern ist durchaus bewusst, dass sie sich der Digitalisierung stellen müssen. Die Relevanz der Digitalisierung ist in Sachen Unternehmensstrategie aber oft einfach noch nicht Teil des Denkens und Handelns. Jungen Unternehmen fällt der Schritt häufig leichter, als jenen mit gewachsenen Strukturen, die bisher auch ohne IT aus der Cloud auskamen.

Was erwarten Sie vom EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, damit ein digitaler Binnenmarkt glückt?
Lenck:
Eine europäische Behörde, die sich um effektiven Datenschutz kümmert, ist absolut in unserem Sinne. Ich erwarte deshalb von Günther Oettinger eine konsequente Umsetzung, die nicht an der Wirklichkeit vorbeigeht. Beispielsweise muss mit dem Ausbau digitaler Infrastruktur da angesetzt werden, wo diese benötigt wird und nicht etwa, wo es großen globalen IT-Konzernen in die Karten spielt. - Deutschland ist dabei nicht unbedingt die Hauptbaustelle, an der es zu arbeiten gilt. Aber auch die Bedürfnisse von Unternehmen und Anwendern zu berücksichtigen ist deshalb besonders wichtig.

Von welchen Bedürfnissen sprechen wir?
Lenck:
Sicherheit! Der derzeit bestehende Schutz von Know-how und geistigem Eigentum gibt Unternehmern nicht die Sicherheit und das Vertrauen, das man braucht, um sich in die Digitalisierung zu stürzen. Günther Oettinger will eine digitale Revolution - aber die wird kein Unternehmen mittragen, das seine Daten in Gefahr sieht.

Was müsste sich in Europa ändern, damit eine flächendeckende Digitalisierung funktioniert?
Lenck:
Eine offene digitale Gesellschaft in Europa kann nur dann funktionieren, wenn in allen Mitgliedsstaaten auf dieser Ebene gleiches Recht gilt. Deshalb kann es nur zielführend sein, entschlossen daran zu arbeiten, dass vor der flächendeckenden Digitalisierung die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. Das heißt auch, die Position Europas zu stärken und einen digitalen Binnenmarkt vor äußeren Einflüssen zu schützen. Und das bedeutet, dass andere Staaten - allen voran die USA - diesen innereuropäischen Binnenmarkt anerkennen müssen.

Was kann die DSAG dafür tun?
Lenck:
Als SAP-Anwendergruppe setzen wir uns ein, Standards zu schaffen, um Prozesse zu erleichtern. Um einen funktionierenden digitalen Binnenmarkt auf den Weg zu bringen, an dem alle Unternehmen teilhaben können, sind Standards auf technischer, vor allem aber auf rechtlicher Ebene enorm wichtig. Deshalb mischen wir uns aktiv ein - um Anstöße zu geben und wichtige Direktiven mitzugestalten.

Dr. Marco Lenck ist Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. Wie wichtig wirksamer Datenschutz vor allem im Zeitalter der Digitalisierung für eine funktionierende Wirtschaft ist, erfährt er täglich als CIO. Durch seine langjährige Erfahrung als Vermittler zwischen den Fachbereichen und der IT global agierender Unternehmen kennt er die nötigen Rahmenbedingungen - sowohl an die Infrastruktur als auch an Sicherheit und Standards - genau.
(DSAG: ra)

DSAG: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Meldepflicht: Soziale Netzwerke & Hass-Postings

    Seit dem 1. Januar 2018 verpflichtet das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) Betreiber von sozialen Netzwerken dazu, strafbare Inhalte im Netz innerhalb einer bestimmten Frist und unter Androhung von teils hohen Geldstrafen zu löschen. Heute haben sich die Bundesministerien für Justiz und Inneres auf die Einführung einer Meldepflicht für soziale Netzwerke bei Hass-Postings im Internet verständigt und damit die Vorgaben des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes nochmals erweitert. eco-Vorstandsvorsitzender Oliver J. Süme bewertet die aktuellen Pläne einer Meldeverpflichtung für Betreiber sozialer Netzwerke als unzureichend durchdacht und daher kritisch.

  • Selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten

    Das Landesarbeitsgericht München hat entschieden, dass Crowdworker keine Angestellten der vermittelnden Internetplattform sind. Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: "Wir begrüßen, dass das Landesarbeitsgericht München klarstellt, dass Crowdworker keine Angestellten der vermittelnden Internetplattform sind. Damit stärkt das Urteil die Plattformökonomie in Deutschland. Crowdworking ist eine völlig neue und hochflexible Form des Arbeitens, die überhaupt erst durch die Digitalisierung ermöglicht wird, und kann sowohl für die beauftragenden Unternehmen als auch für die Crowdworker selbst große Vorteile bieten."

  • Benennungspflicht für Datenschutzbeauftragte

    Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. appelliert an die Bundesregierung, das Datenschutz-Know-how in Deutschland nicht durch eine weitere Aufweichung der Benennungspflicht für Datenschutzbeauftragte (DSB) zu verspielen. Die in Deutschland verankerte Benennungspflicht für DSB sichere der Wirtschaft ein hohes Datenschutz-Niveau, für das sie international Anerkennung erhalte und wettbewerbsfähiger werde. "Ohne datenschutzrechtliche Kompetenz droht den Unternehmen ein Verlust an Ansehen und Vertrauen von Kunden und Partnern", erklärte BvD-Vorstandsvorsitzender Thomas Spaeing nach dem Digitalgipfel in Dortmund. "Das deutsche DSB-Modell ist weltweit zu einem Markenzeichen geworden."

  • Bankenunion allein ist nicht ausreichend

    Mehr Rückenwind für den europäischen Finanzsektor hat Bankenpräsident Hans-Walter Peters eingefordert. "Die jüngsten politischen Initiativen geben Hoffnung, dass sich etwas bewegen wird", sagte Peters. "Zu lange ist nichts passiert, dies gilt sowohl für den europäischen Finanzbinnenmarkt als auch für die Kapitalmarktunion." Peters begrüßte den Vorstoß von Bundesfinanzminister Scholz zur Vertiefung der Bankenunion. "Einer musste den Stein ins Wasser werfen, ansonsten hätten wir in dieser Frage keine Bewegung." Peters betonte, dass eine europäische Bankenunion jedoch allein nicht ausreichend sei, um das wirtschaftliche Potenzial zu heben. Daneben bräuchte es eine weitere Harmonisierung aufsichtlicher Regeln und Anforderungen in der EU. Banken, die in verschiedenen europäischen Ländern tätig sind, bewegten sich immer noch auf einem Flickenteppich aus Regulierung und Bürokratie.

  • Betrug durch "Ghost Broking"

    Nach Angaben der beiden US-Finanzdienstleister TransUnion und Iovation steigen die Betrugsfälle bei den Nutzern der Online Plattformen stetig. Zwischen 2015 und 2018 verzeichnete beispielsweise eines der beiden Unternehmen einen Anstieg vergleichbarer Betrugsfälle von 516 Prozent und damit mehr als verfünffacht. Diese Entwicklung ist ein Fingerzeig für das, was uns in Europa nach der flächendeckenden Einführung der PSD2 noch erwarten wird. Seit dem 14. September 2019 treten innerhalb der EU vermehrt Probleme durch schlecht ausgearbeitete Implementierungen der Banken-IT sowie Betrugsfälle in Bezug auf die Richtlinie auf.