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Datensicherheit mit Verbesserungsbedarf


Ein Jahr DSGVO: Woran es in vielen Unternehmen noch scheitert
Datenschutzverletzungen werden in Zukunft nicht weniger, vielmehr wird ihre Zahl zunehmen

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Von Jürgen Venhorst, Country Manager DACH bei Netwrix

Das Inkrafttreten der DSGVO hat sich gejährt. Die Datenschutzgrundverordnung verfolgt den Zweck, die Nutzung personenbezogener Daten zu reglementieren und den Datenschutz zu verbessern. Entgegen vieler Voraussagen sind die erwarteten Abmahnwellen ausgeblieben. Auch die Gesamtsumme der in Deutschland verhängten Strafen nach Verstößen gegen die Verordnung hat sich mit insgesamt 485.000 Euro in Grenzen gehalten. Insgesamt 81 Mal wurde eine Strafe verhängt, womit das durchschnittliche Strafmaß bei knapp 6000 Euro lag.

Vereinzelt wurden Bußgelder von ein paar hundert Euro, teilweise aber auch mehreren zehntausend Euro bei Verstößen fällig. Besonders kleinere Unternehmen kann eine solche Strafe somit stark in Bedrängnis bringen. Der erste Fall, in dem eine Datenschutzverletzung sanktioniert wurde, kostete einem Chatdienst 20.000 Euro.

Trotz dieser teils hohen Strafen haben sich die Praktiken, mit denen teils vertrauliche Daten gehandhabt werden, in vielen Unternehmen nicht verbessert. Der IT Risk Report von Netwrix beschäftigt sich mit dem Stand der Datensicherheit in Unternehmen und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Anhand des Reports lassen sich einige Verhaltensweisen erkennen, die in Bezug auf den Umgang mit Daten problematisch sind, aber aus Bequemlichkeit oder fehlendem Verständnis für IT-Sicherheit nicht geändert werden. Beispielsweise versäumen es 42 Prozent der für den Report gefragten Unternehmen, essentielle Grundlagen der IT-Sicherheit einzuhalten, wie z. B. regelmäßige Passwortänderungen für ihre Mitarbeiter vorzuschreiben.

Auch andere für die Datensicherheit essenzielle Punkte werden zu häufig missachtet, wie das regelmäßige Einspielen von Sicherheits- und Softwareupdates. Während empfohlen wird, kritische Sicherheitsupdates so schnell wie möglich und andere Patches mindestens einmal wöchentlich aufzuspielen, aktualisiert ein Drittel der befragten Organisationen ihre Software noch nicht einmal quartalsweise. Hierdurch ergeben sich unter Umständen Sicherheitslücken, die in einer Kompromittierung des Netzwerks und schließlich einem Abwandern kritischer respektive personenbezogener Daten resultieren können.

Eine positive Folge des DSGVO ist, dass Unternehmen dazu angehalten werden, ihren Umgang mit Daten zu hinterfragen. Oftmals sind Firmen hierbei Sicherheitslücken oder unsichere Praktiken aufgefallen, die ohne Vorbereitung auf die Verordnung wahrscheinlich weiterhin unentdeckt geblieben wären. Des Weiteren ist die IT- und Datensicherheit innerhalb von Unternehmen stärker in den Fokus gerückt, wodurch Organisationen ihre Sicherheitsmechanismen auf der Prüfstand stellen und bei Bedarf verbessern.

Datenschutzverletzungen werden in Zukunft nicht weniger, vielmehr wird ihre Zahl zunehmen. Wenn Unternehmen sich an paar Grundsätze halten, können sie die eigene Datensicherheit beträchtlich verbessern und Strafen im Zuge mangelhafter Datenschutzpraktiken vermeiden. (Netwrix: ra)







eingetragen: 10.06.19
Newsletterlauf: 19.07.19

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Bilanz mit Fragezeichen - ein Jahr EU-DSGVO

    Die großen Urteile fehlen der europäischen Datenschutzgrundverordnung noch. Es kam zwar zu vielen Anzeigen, doch lediglich 75 Bußgelder wurden europaweit verhängt. Das häufig angedrohte, höchste Strafmaß von 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes wurde nie ausgereizt. Lässt sich daher sagen, dass die Unternehmen größtenteils ihre Hausaufgaben gemacht haben und Datenschutzverletzungen minimieren oder gar verhindern konnten? Mitnichten. Viele Anforderungen werden weiterhin von vielen Unternehmen in verschiedenen Mitgliedsstaaten nicht umgesetzt. Falls doch, dann nur halbherzig. Personenbezogene Daten aber müssen laut Verordnung besser geschützt und verwaltet werden als bisher üblich. Es gibt also für die Firmen noch viel zu tun, um nicht in Konflikt mit dem europäischen Gesetz zu geraten. Unternehmen sollten vor allem die folgenden Vorschläge umsetzen.

  • Überwachungspläne schwächen den Datenschutz

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat geurteilt, dass der Maildienst "GMail" nach europäischem Recht kein Telekommunikationsdienst ist, C-193-18. Die Bundesnetzagentur ist somit an ihrem Vorhaben gescheitert, Webdienste deutschen TKG-Bestimmungen zu unterwerfen. Dazu sagt eco- Vorstand Klaus Landefeld: "Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs dürfte weit über den konkreten Fall hinaus Auswirkungen haben und auch andere Internetdienste wie z.B. Messenger betreffen, die verschlüsselt Daten übermitteln und zuletzt im Fokus der Diskussion standen."

  • Unverschlüsselt im Netz schadet Deutschland

    Die Brabbler AG erteilt dem Vorhaben von Innenminister Seehofer zur behördlichen Einsicht in Messaging-Kommunikation eine klare Absage. Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Anbieter von Messenger-Diensten dazu zwingen, verdächtige Kommunikation ihrer Kunden auf richterliche Anordnung hin in unverschlüsselter Form an Ermittlungsbehörden zu übergeben. Die Brabbler AG in München entwickelt und betreibt selbst IT-Lösungen für die sichere Kommunikation von Privatpersonen und Unternehmen - und erteilt diesen Plänen eine klare Absage. "Das Vorhaben des Bundesinnenministers würde deutschen Bürgern und Unternehmen aus mehreren Gründen enorm schaden", sagt Eric Dolatre, CEO bei Brabbler und als Co-Gründer von GMX einer der deutschen Internetpioniere.

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    Zum EuGH-Urteil zur verpflichtenden Dokumentation von Arbeitszeiten erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg: "Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Arbeitgeber in der Europäischen Union die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen müssen. Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen für die Arbeitswelt. In Deutschland existiert der klassische Acht-Stunden-Tag oft nur noch auf Papier. Viele Arbeitnehmer wollen flexibler arbeiten und fordern das aktiv ein.